Orte der Erinnerung 1933 - 1945

Gedenkstätten, Dokumentationszentren und Museen
zur Geschichte der nationalsozialistischen Diktatur
in Berlin und Brandenburg

Archiv

23.09.2011 - 17.11.2011
Krieg. Holocaust. Gedenken.

Die Ausstellung „Krieg. Holocaust. Gedenken” wurde 2008 aus Anlass des 65. Jahrestages der Auflösung des Ghettos Minsk im Oktober 1943 erstellt. Sie dokumentiert nicht nur das Leben und Sterben in Minsk, sondern auch in den übrigen Ghettos Weißrusslands während der deutschen Besatzungszeit 1941 – 1944. Ebenso wird die Geschichte des Todeslagers Trostenez am Stadtrand von Minsk dargestellt. Trostenez war unter anderem der Endpunkt der Deportation von 22.000 Juden aus Deutschland, Österreich und der Tschechoslowakei.

Anhand der zusammengetragenen Fotos, Erinnerungen und Dokumente will die Ausstellung einen Beitrag leisten zu der in Weißrussland geführten Diskussion über den Mord an der eigenen jüdischen Bevölkerung.


Deutsch-Russisches Museum Berlin-Karlshorst
Zwieseler Straße 4 (Ecke Rheinsteinstraße)
10318 Berlin-Karlshorst

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Tel.: +49-30-50 15 08 10
Fax: +49-30-50 15 08 40
E-mail: kontakt@museum-karlshorst.de
Internet: www.museum-karlshorst.de

Öffnungszeiten: Di-So 10-18 Uhr

10.09.2011 - 30.12.2011
Auf der Suche nach einer verlorenen Sammlung - Das Berliner Jüdische Museum (1933 - 1938)

Am 24. Januar 1933 wurde in der Oranienburger Straße 31 neben der Neuen Synagoge das Berliner Jüdische Museum eröffnet. Weltweit war es das erste jüdische Museum, das nicht nur Kunstwerke und historische Zeugnisse der jüdischen Vergangenheit, sondern auch jüdische Kunst der Moderne sammelte und ausstellte. Nur eine Woche später kamen die Nationalsozialisten an die Macht, und es folgte die brutale Verdrängung der Juden aus der deutschen Gesellschaft und Kultur. Dem Jüdischen Museum als Institution der Berliner Jüdischen Gemeinde war trotz der widrigen Umstände eine enorme Wirkung innerhalb der jüdischen Gemeinschaft beschieden. So gelang es in den fünf Jahren seiner Existenz, eine Reihe von wichtigen – im damaligen Deutschland einzigartigen – Ausstellungen durchzuführen und eine außerordentliche Kunstsammlung mit Werken u.a. von Max Liebermann, Moritz Oppenheim, Lesser Ury und Marc Chagall aufzubauen. Am 10. November 1938 wurde das Berliner Jüdische Museum gewaltsam geschlossen und das gesamte Museumsinventar beschlagnahmt.
Das Centrum Judaicum ist dem Erbe dieses ersten jüdischen Museums in Berlin, das sich in unmittelbarer Nachbarschaft befand, in besonderer Weise verbunden und hat umfangreiche Recherchen zum Verbleib dieser einzigartigen Kunstsammlung unternommen. Spuren führten nach Polen, nach Israel und in die USA.
 
Große Teile dieser Kunstsammlung befinden sich heute im Israel Museum in Jerusalem und im Skirball Cultural Center in Los Angeles. Für diese Ausstellung kehren noch einmal repräsentative Werke - darunter Max Oppenheims Sabbatnachmittag (ca. 1866) und Ludwig Börne (1827), Lesser Urys berühmtes Werk Potsdamer Platz bei Nacht (1928) ebenso wie Werke von Max Liebermann, Eugen Spiro und Leonid Pasternaknoch einmal – nach mehr als siebzig Jahren – in die Oranienburger Straße in die Mitte Berlins zurück.

Stiftung Neue Synagoge Berlin - Centrum Judaicum
Oranienburger Straße 28/30
10117 Berlin

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Tel.: +49-30-88 02 83 00
Fax: +49-30-88 02 84 83
E-mail: office@centrumjudaicum.de
Internet: www.centrumjudaicum.de

18.04.2011 - 30.10.2011
„Sachsenhausen mahnt!” Die Eröffnung der Nationalen Mahn- und Gedenkstätte Sachsenhausen vor 50 Jahren im Schatten des kalten Krieges

Mit einer Sonderausstellung und einem begleitenden Veranstaltungsprogramm erinnert die Gedenkstätte Sachsenhausen an die Eröffnung der „Nationalen Mahn- und Gedenkstätte” vor 50 Jahren. Die Eröffnungsveranstaltung am 23. April 1961 war ein Ereignis von internationaler Bedeutung, an dem über 100.000 Besucher teilnahmen, unter ihnen Tausende von KZ-Überlebenden aus zahlreichen Ländern. Die Ausstellung „Sachsenhausen mahnt!"”thematisiert den Festakt im zeitgeschichtlichen Kontext des Jahres 1961, der vom Eichmann-Prozess, einer wachsenden Flüchtlingsbewegung aus der DDR und dem Mauerbau geprägt war.

Auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges nutzte die Staatsführung der DDR die Eröffnung der Gedenkstätte, um die DDR als Erbe des antifaschistischen Widerstandskampfes in den Konzentrationslagern darzustellen. Schließlich war Sachsenhausen die dritte KZ-Gedenkstätte auf dem Boden der DDR, während in der Bundesrepublik die erste KZ-Gedenkstätte erst 1965 in Dachau eröffnet wurde. Bundesdeutsche Medien nahmen von der Eröffnung in Sachsenhausen kaum Notiz oder rechneten die Opfer des sowjetischen Speziallagers gegen die Toten des KZ auf. Die Sonderausstellung „Sachsenhausen mahnt!” wird innerhalb der Dauerausstellung „Von der Erinnerung zum Monument” zur Geschichte der Gedenkstätte präsentiert.

Eine Ausstellung der Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen / Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten
Kurator: Bodo Baumunk
Gestaltung: Ausstellungsprojekte Haslbeck

Neues Museum: 18. April bis 30. Oktober 2011

Öffentliche Führungen:
15. Mai, 26. Juni, 24. juli, 28. August, 25. September und 23. Oktober 2011, jeweils um 14 Uhr
Treffpunkt: Besucherinformationszentrum
Teilnahmegebühr: 3 Euro (ermäßigt 2 Euro)

Gruppenführungen nach Anmeldung
Tel. 03301 200 200
besucherdienst@gedenkstaette-sachsenhausen.de

Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen
Straße der Nationen 22
D-16515 Oranienburg

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Tel. +49-(0)3301-200-0
Besucherdienst / Anmeldung: +49-(0)3301-200-200
Fax +49-(0)3301-200-201
Archiv 03301 / 200-300
Bibliothek 03301 / 200-301

Email: besucherdienst@gedenkstaette-sachsenhausen.de
Internet: www.gedenkstaette-sachsenhausen.de

10.04.2011 - 31.07.2011
Gute Geschäfte. Kunsthandel in Berlin 1933 - 1945

Unter dem Titel „Gute Geschäfte” zeigt das Aktive Museum vom 10. April bis zum 31. Juli 2011 gemeinsam mit dem Centrum Judaicum in den historischen Räumen der Neuen Synagoge eine Ausstellung über den Kunsthandel im nationalsozialistischen Berlin. Das Projekt wird vom Hauptstadtkulturfonds gefördert.

Mehr als sechzig Jahre nach dem Ende der NS-Herrschaft ist eine Darstellung des Kunsthandels in Berlin in dieser Zeit noch immer ein Desiderat der Forschung. In der „Reichshauptstadt” Berlin, in den 1920er Jahren eine der Metropolen des internationalen Kunsthandels, wurden die Maßnahmen der nationalsozialistischen Kunst- und Kunsthandelspolitik ab 1933 unmittelbar wirksam.

Anhand der Geschichte von vierzehn Berliner Kunsthandlungen zeigt die Ausstellung beispielhaft, wie die Politik jener Jahre auf eine bis dahin weitgehend unabhängige Branche Einfluss nahm. Neben einigen prominenten Häusern, die den Kunsthandel im Berlin der 1920er Jahre maßgeblich geprägt haben, werden auch kleine, bisher weitgehend unbekannte Galerien dokumentiert.

Viele Berliner Kunsthändler wurden Opfer der antisemitischen Verfolgung. Sie mussten ihr Geschäft aufgeben, und nicht allen gelang es, rechtzeitig zu emigrieren. Andere waren als Profiteure bei der Liquidation der Geschäfte ihrer verfemten Kollegen oder als Hehler beschlagnahmter und geraubter Kunst aktiv beteiligt. Hinzu kam ab 1937 der Handel mit den in deutschen Museen als „entartet” beschlagnahmten Werken der Moderne. Der freihändige Verkauf gegen Devisen ins Ausland verlief hauptsächlich über vier Kunsthändler. Drei von ihnen waren in Berlin tätig.

Zwischen 1933 und 1945 fand auf dem Berliner Kunstmarkt ein Verdrängungsprozess statt: während zahlreiche Kunsthandlungen schließen mussten, wuchs die Bedeutung von Auktionshäusern, die private Kunstsammlungen oder ganze Wohnungseinrichtungen von meist jüdischen Berlinern versteigerten. Bis zuletzt profitierte der Berliner Kunsthandel darüber hinaus vom Handel mit Beutekunst aus den im Krieg eroberten Gebieten.
Auch die Debatte um die Restitution verfolgungsbedingt entzogener Kunstwerke steht noch immer am Anfang. Erst seit einigen Jahren werden die Bestände der großen Berliner Museen und Sammlungen nach „Raubkunst” durchleuchtet. Nur wenige Bilder wurden seither den Nachfahren ihrer früheren Besitzer zurück gegeben. Den Blick der Öffentlichkeit auch hierauf zu lenken, ist ein Anliegen dieser Ausstellung, die von einer Arbeitsgruppe des Aktiven Museums e.V. erarbeitet wurde, das seit vielen Jahren vernachlässigte Aspekte der Geschichte Berlins im Nationalsozialismus erforscht.

Stiftung Neue Synagoge Berlin - Centrum Judaicum
Oranienburger Straße 28/30
10117 Berlin

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Tel.: +49-30-88 02 83 00
Fax: +49-30-88 02 84 83
E-mail: office@centrumjudaicum.de
Internet: www.centrumjudaicum.de

U-Bahn: Oranienburger Tor, Friedrichstraße, Weinmeisterstraße
S-Bahn: Oranienburger Straße, Friedrichstraße, Hackescher Markt
Straßenbahn: Oranienburger Straße

Öffentliche Führungen: Sonntag 14 Uhr
Eintritt: 3,00 Euro, ermäßigt 2,00 Euro
Öffentliche Führung: 1,50 EURO
Audioguide: 3,00 EURO

06.04.2011 - 17.09.2011
Der Prozess – Adolf Eichmann vor Gericht

Ein halbes Jahrhundert nach dem Prozess gegen Adolf Eichmann (1906–1962) wird eine Ausstellung in Berlin an das Gerichtsverfahren gegen den Nazi-Täter erinnern. Im Dokumentationszentrum Topographie des Terrors wird vom 6. April an auch Videomaterial von dem Prozess im Jahr 1961 in Jerusalem zu sehen sein. Die Ausstellung wurde gemeinsam mit der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz und der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas erarbeitet. Die Präsentation wird von einem umfangreichen Veranstaltungsprogramm begleitet werden.

Gruppen können eine Führung durch die Ausstellung buchen.

Die Führung erläutert die historische Bedeutung des Prozesses, stellt Stationen der Biographie des Angeklagten und seine Beteiligung an den NS-Verbrechen vor und erklärt das Gerichtsverfahren. Die Referenten geben den Teilnehmenden Hinweise zur Nutzung der Medienstationen mit Zeugenaussagen und Befragungen Eichmanns. Eine Besprechung der Erkenntnisse aus der Sichtung der Film-Aufnahmen und Hinweise auf die internationale Wahrnehmung und Wirkung des Prozesses schließen die Führung ab.

Eine Führung dauert 60 oder 90 Minuten. Sie wendet sich an Erwachsene und Jugendliche (ab 15 Jahre). Führungen für Schulklassen dauern 90 Minuten. Die Führung kann für folgende Sprachen gebucht werden: Deutsch, Englisch, Französisch, Hebräisch, Italienisch, Polnisch, Russisch, Niederländisch.
Das Führungsangebot ist kostenlos.

Anmeldung
MuseumsInformation Berlin
Telefon 030 254509-70
Fax 030 247 49 883

fuehrungen@topographie.de

Topographie des Terrors. Gestapo, SS und Reichssicherheitshauptamt
in der Wilhelm- und Prinz-Albrecht-Straße
Niederkirchnerstraße 810963 Berlin-Kreuzberg

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Tel.: +49-30-254509-50
Fax: +49-30-254509-55
E-mail: ausstellung@topographie.de
Internet: www.topographie.de

Öffnungszeiten: täglich 10-20 Uhr
Führungen nach Vereinbarung
Kulturprojekte Berlin
Telefon: +49-30-254509-70
E-Mail: fuehrungen@topographie.de

U 2 Potsdamer Platz, U 6 Kochstraße
S 1 Anhalter Bahnhof, Potsdamer Platz
Bus M 29, M 41

18.01.2011 - 10.07.2011
„mein Bruder, meine Schwester...”

Zum Auftakt der weltweiten Gedenkfeierlichkeiten anlässlich des 66. Jahrestages der Befreiung von Auschwitz und des 6. Internationalen Holocaust-Gedenktages zeigt das Internationale Auschwitz Komitee in Kooperation mit der Gedenkstätte Deutscher Widerstand, dem Staatlichen Museum Auschwitz-Birkenau und der Internationalen Jugendbegegnungsstätte in Oswiecim/Auschwitz die Ausstellung „mein Bruder, meine Schwester ...”.

Auschwitz-Überlebende berühren in Gesprächen mit Michèle Déodat, Ingrid Heinisch und Christoph Heubner die für sie zerbrechlichsten und schwersten Erinnerungen: Das Schicksal ihrer verfolgten und ermordeten Geschwister, die trotzdem bis zum heutigen Tage mit ihnen durch das ganze Leben gehen.
Junge Deutsche und junge Polen - Auszubildende und Mitarbeiter der Volkswagen AG - stehen vor den Bildern des Lagers und den Berichten der Überlebenden: „Es kommt mir wie ein Gedanke vor, den ich nie zu Ende denken kann.” (Philipp Uhle, 18 Jahre)

Zur Eröffnung der Ausstellung am 18. Januar 2011 um 18 Uhr in der Gedenkstätte Deutscher Widerstand sprechen Kazimierz Albin, Auschwitz-Überlebender, Warschau, Christoph Heubner, Vizepräsident des Internationalen Auschwitz Komitees, Dietmar Nietan MdB (SPD), Vorsitzender des Stiftungsrates der Stiftung für die Internationale Jugendbegegnungsstätte in Oswiecim/Auschwitz und Vorsitzender der Deutsch-Polnischen Gesellschaft, sowie Auszubildende der Volkswagen Coaching GmbH.
 

Die Ausstellung wird zwischen dem 18. Januar 2011 und dem 10. Juli 2011 in der Gedenkstätte Deutscher Widerstand, 1. Etage, gezeigt.   

Gedenkstätte Deutscher Widerstand
Stauffenbergstraße 13-14
10785 Berlin

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Tel.: +49-30-26 99 50 00
Fax: +49-30-26 99 50 10
E-mail: info@gdw-berlin.de
Internet: www.gdw-berlin.de

Öffnungszeiten:
Mo-Mi, Fr 9-18 Uhr, Do 9-20 Uhr, Sa, So und Feiertags 10-18 Uhr
Geschlossen am 23., 24., 25., 26., 31. Dezember und am 1. Januar

Eintritt Frei


U-Bahnhof Kurfürstenstraße (10 Minuten Fußweg)
U-/S-Bahnhof Potsdamer Platz (10 Minuten Fußweg)
Bus  M 29, Haltestelle Gedenkstätte Deutscher Widerstand

05.11.2010 - 06.02.2011
CHANDOGIN. Kriegsfotos aus Karelien und Leningrad 1939-1944

Nikolaj Chandogin (1909–1989) gehört zu den wenigen Fotografen, die während des sowjetisch-finnischen Winterkrieges 1939/40 in Karelien arbeiteten, einem weitgehend unbekannten Kriegsschauplatz. Nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion fotografierte er die Front und den Kriegsalltag im Leningrader Gebiet, in Estland und Karelien. Diese Bilder werden durch Fotografien in der Ausstellung ergänzt, die Chandogin während der Blockade Leningrads aufnahm.

Eine Ausstellung des Deutsch-Russischen Museums im Rahmen des 4. Europäischen Monats der Fotografie Berlin 2010

Deutsch-Russisches Museum Berlin-Karlshorst
Zwieseler Straße 4 (Ecke Rheinsteinstraße)
10318 Berlin-Karlshorst

Tel.: +49-30-50 15 08 10
Fax: +49-30-50 15 08 40
E-mail: kontakt@museum-karlshorst.de
Internet: www.museum-karlshorst.de

19.10.2010 - 27.02.2011
Von der Sachsenburg nach Sachsenhausen. Bilder aus dem Fotoalbum eines KZ-Kommandanten

Die Ausstellung im Sonderausstellungsbereich der Topographie des Terrors präsentiert rund 100 Aufnahmen aus dem dienstlichen Fotoalbum des ersten Kommandanten von Sachsenhausen, Karl Otto Koch, das die Gedenkstätte Sachsenhausen in den Archiven des russischen Geheimdienstes fand. Aus dem Blickwinkel der SS-Täter wird darin nicht nur die Errichtungsphase des KZ Sachsenhausen dokumentiert, sondern auch der Aufbau des KZ-Systems in Deutschland von 1933 bis Juli 1937. Das Album mit insgesamt rund 500 Aufnahmen aus der Zeit zwischen Frühjahr 1933 und Sommer 1937 dokumentiert den Aufstieg Kochs vom SS-Führer zum Fachmann für die Reorganisation und den Neuaufbau von Konzentrationslagern. Das Album wurde vermutlich als Geschenk zu Kochs 40. Geburtstag 1937 angelegt.

Die Aufnahmen zeigen Koch als Kommandanten der Konzentrationslager Hohnstein, Sachsenburg, Columbia und Esterwegen, die er nach den im KZ Dachau von seinem Förderer, dem „Inspekteur der Konzentrationslager”, Theodor Eicke, entwickelten Prinzipien der totalen Beherrschung der Häftlinge reorganisierte. Mit dem Aufbau des als Modell- und Schulungslager geplanten KZ Sachsenhausen ab Sommer 1936 begann eine völlig neue Phase der Konzentrationslager, die nach der Ausschaltung der innenpolitischen Opposition zu Instrumenten der rassischen und sozialen Verfolgung, der Bevölkerungspolitik und der Kriegsvorbereitung werden. In nur einem Jahr roden die Häftlinge – die Belegungsstärke steigt zwischen September 1936 und Juli 1937 von 900 auf rund 3000 Häftlinge an – etwa 80 Hektar Wald und errichten mehr als 100 Gebäude. Neben dem Häftlingslager entstehen die Kommandantur, das SS-Truppenlager, ein Industriehof sowie mehrere Wohnsiedlungen für die Familien der SS-Führer.

Was die Bilder des Dienstalbums von Koch von allen bisher bekannten Bildquellen unterscheidet, ist der unmittelbare, durch keine Inszenierung verfremdete Blick auf das Selbstbild der Konzentrationslager-SS. Die Bilder zeigen, wie Menschen von der SS im Konzentrationslager zu Untermenschen abgerichtet werden. Dem gegenüber steht das zynische, lustvoll ausgelebte Herrenmenschentum der SS, das äußerlich von Sauberkeit, Disziplin und Ordnung geprägt ist.

In der Ausstellung werden dieser Perspektive der Täter Berichte von ehemaligen Häftlingen entgegengestellt, die auf die Bilder Bezug nehmen und diese konterkarieren. Die Bilder werden im vereinheitlichten Format 18 x 24 cm präsentiert. Außerdem können die Besucher in einem Faksimile des Originalalbums blättern. Die Ausstellung basiert auf einer 2006 erstmals in der Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen gezeigten Sonderausstellung anlässlich der Gründung des KZ Sachsenhausen vor 70 Jahren.

Topographie des Terrors. Gestapo, SS und Reichssicherheitshauptamt
in der Wilhelm- und Prinz-Albrecht-Straße
Niederkirchnerstraße 8
10963 Berlin-Kreuzberg

Tel.: +49-30-254509-50
Fax: +49-30-254509-55
E-mail: ausstellung@topographie.de
Internet: www.topographie.de

Öffnungszeiten: 10-20 Uhr
Führungen nach Vereinbarung
Eintritt frei, täglich geöffnet

U 2 Potsdamer Platz, U 6 Kochstraße
S 1 Anhalter Bahnhof, Potsdamer Platz
Bus M 29, M 41

21.09.2010 - 27.02.2011
Frau Zhuk und ihre Enkelin - Fotoausstellung von Roland Stelter

Die Fotoausstellung wurde von forum bmp und anderen privaten und öffentlichen Förderern ermöglicht.

Maria Zhuk
Geb. 1924 im Dorf Begatsch/Ukraine. 1932/33 Golodomor Hungerperiode. 1937 Zwangskollektivierung. 1939-41 Vater im Gulag. 1942 als Zwangsarbeiterin nach Deutschland. 1943 KZ Ravensbrück, 1944 KZ Sachsenhausen, Waffenfabrik Silvia. 1945 Rückkehr. Mutter im Bombardement getötet, Vater 1945 Selbstmord. Zweite Hungerperiode. Volksfeindin, Überwachung durch den NKWD/KGB. 1947 Heirat. Der Mann sieben Jahr zur Armee, stirbt 1995. 1948 Geburt des ersten von vier Kindern. Veröffentlichung verschiedener Erinnerungen in sowjetischen und ukrainischen Zeitungen.

Yanina Lazarenko
Geboren 1976 in Chernigow. 1995 Model in Kiew. 1997 Studium am Institut für Internationale Beziehungen. 1999-2001 mehrfach längere Zeit in Westeuropa. 2002-03 Moskau. 2005 Leben auf der Krim unter freiem Himmel. 2006-07 Projektmanagerin in Moskau für Elle, Psychology und Departures. 2008 Geburt der Tochter. 2009-10 alleinstehende Mutter in Kiew.

Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit Berlin-Schöneweide
Britzer Straße 5
12439 Berlin

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Tel.: +49-30-63 90 28 80
Fax: +49-30-63 90 28 82 9
E-mail: schoeneweide@topographie.de
Internet: www.dz-ns-zwangsarbeit.de

30.08.2010 - 27.01.2011
Fotografien von Aliza Auerbach

Die israelische Fotografin Aliza Auerbach zeichnet in minimalistischer, sehr berührender Form das Schicksal Überlebender der Schoah fotografisch nach. Portraits von Geflohenen aus den verschiedenen Ländern Europas, die sich nach Israel retten konnten, werden von Fotos persönlicher Erinnerungsstücke begleitet. Ein gerahmtes Bildchen, ein kleiner Löffel, ein gesticktes Deckchen, ein Brief, Dinge, die aus dem Familienbesitz gerettet werden konnten. Den Abschluss jeder Fotoserie bildet ein aktuelles Familienfoto, drei Personen oder auch 120 Mitglieder einer „neuen”, nach der Schoah gegründeten Familie.

Aliza Auerbach, 1940 in Haifa geboren, studierte von 1960 bis 1964 Philosophie und Religionsgeschichte an der Hebrew University Jerusalem. Sie begann Anfang der sechziger Jahre mit Portraitaufnahmen ihre fotografische Arbeit, als professionelle Fotografin ist sie seit 1972 tätig. Bis 1989 war sie als Standfotografin für internationale Filmproduktionen (u.a. für Gregory Peck, Richard Widmark, Oliver Reed, Roy Scheider und W. Friedkin) engagiert. Seit 1989 erschienen in Israel fünf Fotobände von ihr. Ausstellungen in New York, Berlin, Prag und Jerusalem zeigten ihr Werk. Sie wurde mit vielen internationalen Preisen ausgezeichnet. Aliza Auerbach lebt in Jerusalem.

Stiftung Neue Synagoge Berlin - Centrum Judaicum
Oranienburger Straße 28/30
10117 Berlin
Tel.: +49-30-88 02 83 00
Fax: +49-30-88 02 84 83
E-mail: office@centrumjudaicum.de
Internet: www.centrumjudaicum.de
U-Bahn: Oranienburger Tor, Friedrichstraße, Weinmeisterstraße
S-Bahn: Oranienburger Straße, Friedrichstraße, Hackescher Markt
Straßenbahn: Oranienburger Straße

19.07.2010 - 15.01.2011
Schüler der Klosterschule Roßleben im Widerstand gegen die nationalsozialistische Diktatur

Eine Ausstellung der Gedenkstätte Deutscher Widerstand und der Stiftung 20. Juli 1944 in Kooperation mit der Stiftung Klosterschule Roßleben

Das um 1140 gegründete Kloster Roßleben wird im Zuge der Reformation um 1540 aufgegeben. Der Schirmvogt und Ritter Heinrich von Witzleben gründet 1554 mit Hilfe von Georg Fabricius, einem Schüler des Reformators Philipp Melanchthon, eine Knabenschule für zunächst 60 Schüler. 1686 wird die gesamte Anlage bei einem Großbrand zerstört. Zwischen 1727 und 1742 entsteht das heutige Schulgebäude.
Im 18. und 19. Jahrhundert stammen die Schüler in Roßleben vor allem aus dem schlesischen und preußischen Landadel. Die Schule hat zu Beginn des 20. Jahrhunderts mehr als 100 Schüler.

Vor allem in den 1920er Jahren besucht eine Reihe von Schülern Roßleben, die sich während der NS-Diktatur dem Widerstand gegen den Nationalsozialismus anschließen und sich am Umsturzversuch vom 20. Juli 1944 beteiligen. Hierbei ist in vielen Fällen die zwischen ihnen in Roßleben begonnene Freundschaft von großer Bedeutung. Sechs ehemalige Schüler und ein Mitglied der Stifterfamilie werden nach dem gescheiterten Umsturzversuch vom 20. Juli 1944 vom nationalsozialistischen „Volksgerichtshof” zum Tode verurteilt und ermordet.

In Erinnerung an die sechs ehemaligen Schüler und das Mitglied der Stifterfamilie der Klosterschule Roßleben zeigt die Gedenkstätte Deutscher Widerstand eine Ausstellung, die in Zusammenarbeit mit der Stiftung 20. Juli 1944 und mit Unterstützung der Klosterschule Roßleben erarbeitet wurde.

Die Ausstellung ist in der Gedenkstätte Deutscher Widerstand im Sonderausstellungsbereich (1. Etage) zu sehen

Gedenkstätte Deutscher Widerstand
Stauffenbergstraße 13-14
10785 Berlin
Tel.: +49-30-26 99 50 00
Fax: +49-30-26 99 50 10
E-mail: info@gdw-berlin.de
Internet: www.gdw-berlin.de

Öffnungszeiten:
Mo-Mi, Fr 9-18 Uhr, Do 9-20 Uhr, Sa, So und Feiertags 10-18 Uhr
Geschlossen am 23., 24., 25., 26., 31. Dezember und am 1. Januar

Eintritt Frei


U-Bahnhof Kurfürstenstraße (10 Minuten Fußweg)
U-/S-Bahnhof Potsdamer Platz (10 Minuten Fußweg)
Bus  M 29, Haltestelle Gedenkstätte Deutscher Widerstand

18.06.2010 - 31.03.2011
Vergessen. Verdrängt. Versöhnt. Orte der NS-Zwangsarbeit in der Region Dahme-Spreewald

Auch in der Region Dahme-Spreewald war die Zwangsarbeit Teil einer gewaltigen Rüstungsmaschinerie, die nur so lange funktionieren konnte, wie hier Tausende ausländischer Zwangsarbeiter eingesetzt waren. In Schönefeld wurden Flugzeuge gebaut, in Wildau Lokomotiven und Torpedos, in der Heeresmunitionsanstalt Nr. 6 in Töpchin die dafür notwendige Munition erzeugt. Die Zwangsarbeiter waren in der mittelständischen Industrie wie auch in städtischen Dienstleistungsbetrieben und privaten Haushalten eingesetzt. Ein besonderer Abschnitt der Ausstellung widmet sich der Zwangsarbeit der jüdischen Häftlinge im KZ-Außenlager Königs Wusterhausen.

Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit Berlin-Schöneweide
Britzer Straße 5
12439 Berlin

Tel.: +49-30-63 90 28 80
Fax: +49-30-63 90 28 82 9
E-mail: schoeneweide@topographie.de
Internet: www.topographie.de/schoeneweide

Öffnungszeiten: Di-So 10-18 Uhr
Eintritt frei
Führungen, Seminare und Workshops für Schulklassen und Erwachsene nach Vereinbarung.

S-Bahnhof Berlin-Schöneweide, dann 10 Minuten Fußweg
Bus 160 oder 167, Haltestelle Britzer Straße

17.04.2009 - 31.12.2011
Georg Elser: Sonderhäftling im KZ Sachsenhausen 1940 bis 1945

Die Ausstellung im Sonderausstellungsbereich des ehemaligen Zellenbaus erinnert an den 65. Jahrestag der Ermordung des Hitler-Attentäters Georg Elser am 9. April 1945 im KZ Dachau. Die Dokumentarische Ausstellung legt den Schwerpunkt auf die Haftzeit Elsers im Zellenbau des KZ Sachsenhausen. Anfang 1940 kam Georg Elser als „Sonderhäftling” in das KZ-Sachsenhausen. Nach gewonnenem Krieg wollten die Nationalsozialisten ihn in einem Schauprozess verurteilen. Der Grund für Elsers Inhaftierung: Sein Attentatsversuch auf Adolf Hitler im Münchner Bürgerbräukeller am 8. November 1939. Georg Elser war fünf Jahre im Zellenbau des KZ Sachsenhausen in Einzelhaft, ständig bewacht von zwei SS-Männern. Er erhielt „Vergünstigungen” wie eine größere Zelle und bessere Ernährung. Im Frühjahr 1945 brachte die SS ihn ins KZ Dachau, wo sie ihn am 9. April ermordete.

Lange Zeit suchte man nach angeblichen Hintermännern des Attentats. Die Nationalsozialisten verdächtigten zunächst den britischen Geheimdienst; andere hielten eine Anstiftung durch das NS-Regime selbst für möglich. Erst die Entdeckung seiner Vernehmungsprotokolle in den 1960er Jahren belegte seine Einzeltäterschaft. Heute gilt Georg Elser als Symbol für Zivilcourage und als konsequenter Gegner der NS-Diktatur. Im Sonderausstellungsbereich des ehemaligen Zellenbaus werden in unregelmäßigen Abständen einzelne Häftlinge oder Häftlingsgruppen, die im Zellenbau inhaftiert waren, porträtiert.

Eine Ausstellung der Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen in Kooperation mit der Gedenkstätte Deutscher Widerstand.


Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten
Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen
Straße der Nationen 22
16515 Oranienburg

Tel.: +49-03 30 1-20 02 00
Fax: +49-03 30 1-20 02 01
E-mail: besucherdienst(at)gedenkstaette-sachsenhausen.de
Internet: www.gedenkstaette-sachsenhausen.de

RE 5 ab Berlin-Hbf. bis Bhf. Oranienburg
RB 12 ab Bhf. Berlin-Lichtenberg bis Bhf. Oranienburg
S 1 bis Bhf. Oranienburg
Bus 804 (stündlich) Richtung Malz bis zur Gedenkstätte vom Bahnhofsvorplatz oder ausgeschilderter Fußweg (20 Min.)