Orte der Erinnerung 1933-1945

Orte der Erinnerung 1933 - 1945

Gedenkstätten, Dokumentationszentren und Museen
zur Geschichte der nationalsozialistischen Diktatur
in Berlin und Brandenburg
05.04.2011

Projektvorstellung „Siemens@Ravensbrück”

Ab Freitag, dem 08. April 2011, werden die Ergebnisse des Projektes „Siemens(at)Ravensbrück” in der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück zu sehen sein.

 

Wie viele andere deutsche Unternehmen hat auch Siemens & Halske während des Zweiten Weltkrieges Zwangsarbeiter beschäftigt. Um daran zu erinnern, hat die Werner-von-Siemens-Werkberufsschule, in Kooperation mit der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück, dem Strittmatter Gymnasium in Gransee sowie dem Berliner Büro der Leitung und den Berliner Betriebsräten der Siemens AG das Projekt  „Siemens(at)Ravensbrück” ins Leben gerufen.


Vom 27. September bis zum 1. Oktober 2010 hatten zehn SchülerInnen der Werner-von-Siemens-Werkberufsschule und sechs Schülerinnen des Strittmatter Gymnasiums, die Gelegenheit, zwei ehemalige Zwangsarbeiterinnen des Siemens-Lagers Ravensbrück zu treffen: Margrit Rustow und Selma van de Perre.


Zwischen den Jugendlichen und den Überlebenden entstand eine offene Gesprächsatmosphäre. Die Auszubildenden und SchülerInnen hatten die Gelegenheit, sich der Vergangenheit im Gespräch mit Selma van de Perre und Margrit Rustow während eines fünftägigen Aufenthalts am Ort des Geschehens anzunähern und im Archiv der Gedenkstätte nach Hintergründen recherchieren.
Mit einer eigens gestalteten Website, die sich den Biographien der Überlebenden in Text und Bild widmet, dokumentierten die Auszubildenden ihre Arbeit. Ein in die Website eingebetteter Dokumentarfilm berichtet in knapp neun Minuten über die intensive Projektarbeit.

 

Die Auszubildenden und SchülerInnen führen ab 14 Uhr in ihre Dokumentation ein.

29.03.2011

66. Jahrestag der Befreiung in Sachsenhausen und Ravensbrück

Mehr als 40 Überlebende werden erwartet - Zentralratspräsident Dieter Graumann spricht in Sachsenhausen, die Autorin Vanessa F. Fogel in Ravensbrück

 

Die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten und die Internationalen Komitees erwarten zu den Jahrestagen der Befreiung in den Gedenkstätten Sachsenhausen und Ravensbrück in der Zeit vom 15. bis 18. April 2011 rund 40 Überlebende und 20 Begleitpersonen. Dabei handelt es sich um einen Großteil der Gäste, die im vergangenen Jahr aufgrund der Aschewolke eines isländischen Vulkans kurzfristig nicht zum 65. Jahrestag der Befreiung anreisen konnten. Die erneute Einladung wird durch Fördermittel des Bundeskulturbeauftragten in Höhe von 60.000 Euro ermöglicht. Mehr als die Hälfte der Gäste kommt aus Israel, die übrigen reisen aus Russland, und Weißrussland an. Darüber hinaus werden weitere Überlebende aus zahlreichen europäischen Ländern erwartet.

 

Im Mittelpunkt der Veranstaltungen in der Gedenkstätte Sachsenhausen am Sonntag, 17. April 2011, steht die Eröffnung der Sonderausstellung „Sachsenhausen mahnt!”, die die Einweihung der „Nationalen Mahn- und Gedenkstätte” vor 50 Jahren vor dem Hintergrund des Kalten Krieges thematisiert. Im Rahmen der zentralen Gedenkveranstaltung am Nachmittag werden der Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, Dr. Dieter Graumann, und der tschechische Filmregisseur und Sachsenhausen-Überlebende Juraj Herz sprechen. Im vergangenen Herbst lief sein Film „Habermann” in den deutschen Kinos. Am Montag, 18. April, findet im ehemaligen „Todeslager” Klinkerwerk in Oranienburg eine Gedenkveranstaltung statt. Dort werden Kulturstaatssekretär Martin Gorholt und der französische Klinkerwerk-Überlebende Georges Durou sprechen.

 

Bei der zentralen Gedenkveranstaltung in der Gedenkstätte Ravensbrück, die ebenfalls am 17. April stattfinden wird, sprechen die brandenburgische Umweltministerin Anita Tack, die französische Überlebende Simone Gournay und die israelische Schriftstellerin Vanessa F. Fogel. In ihrem 2010 auf deutsch erschienenen und viel beachteten Debütroman „Sag es mir” setzt sie sich mit dem Umgang der israelischen Enkelgeneration mit der Shoa auseinander. Außerdem stehen eine Ausstellungseröffnung zum Berliner Arbeiterwiderstand, Filmvorführungen, Gesprächsrunden, ein Konzert mit dem „Trio Reinhardt” sowie die Wiederaufstellung der restaurierten Plastik „Müttergruppe” von Fritz Cremer auf dem Programm.

 

Bereits am 15. April wird in der Gedenkstätte Todesmarsch im Belower Wald (bei Wittstock) an die Befreiung vor 66. Jahren erinnert. Am 28. April folgt eine Gedenkveranstaltung am Hinrichtungsort im ehemaligen Zuchthaus Brandenburg anlässlich des Jahrestages der Befreiung.

 

Die vollständigen Veranstaltungsprogramme sowie weitere Informationen unter: www.stiftung-bg.de

28.03.2011

Ausstellung „Der Prozess – Adolf Eichmann vor Gericht”

Ab 6. April wird ein halbes Jahrhundert nach dem Prozess gegen Adolf Eichmann (1906–1962) eine Ausstellung in Berlin an das Gerichtsverfahren gegen den Nazi-Täter erinnern. Im Dokumentationszentrum Topographie des Terrors wird auch Videomaterial von dem Prozess im Jahr 1961 in Jerusalem zu sehen sein. Die Ausstellung wurde gemeinsam mit der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz und der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas erarbeitet. Die Präsentation wird von einem umfangreichen Veranstaltungsprogramm begleitet (siehe Veranstaltungskalender).

 

Gruppen können eine Führung durch die Ausstellung buchen.

 

Die Führung erläutert die historische Bedeutung des Prozesses, stellt Stationen der Biographie des Angeklagten und seine Beteiligung an den NS-Verbrechen vor und erklärt das Gerichtsverfahren. Die Referenten geben den Teilnehmenden Hinweise zur Nutzung der Medienstationen mit Zeugenaussagen und Befragungen Eichmanns. Eine Besprechung der Erkenntnisse aus der Sichtung der Film-Aufnahmen und Hinweise auf die internationale Wahrnehmung und Wirkung des Prozesses schließen die Führung ab.

 

Eine Führung dauert 60 oder 90 Minuten. Sie wendet sich an Erwachsene und Jugendliche (ab 15 Jahre). Führungen für Schulklassen dauern 90 Minuten. Die Führung kann für folgende Sprachen gebucht werden: Deutsch, Englisch, Französisch, Hebräisch, Italienisch, Polnisch, Russisch, Niederländisch.

 

Das Führungsangebot ist kostenlos.

 

Anmeldung
MuseumsInformation Berlin
Telefon 030 254509-70
Fax 030 247 49 883

fuehrungen(at)topographie.de

 

28.03.2011

Gedenkstättenstiftung verurteilt Neonazi-Aufmarsch in Brandenburg-Görden

Die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten verurteilte den für den 26. März 2011 geplanten Aufmarsch von Neonazis vor der Gedenkstätte im ehemaligen Zuchthaus in Brandenburg-Görden. "Es ist unerträglich, dass an einem Ort, wo die Nationalsozialisten Hunderte von Gegnern unter dem Fallbeil ermordeten, heute Neonazis aufmarschieren, um für einen rechtsextremen Gesinnungsgenossen zu demonstrieren, der die Verbrechen der Nationalsozialisten leugnet", sagte Stiftungsdirektor Prof. Dr. Günter Morsch in Oranienburg. "An Orten wie diesem gilt es, die Würde der Opfer vor den Angriffen von Geschichtsklitterern zu schützen", sagte Morsch weiter.

 

Am ehemaligen Hinrichtungsort innerhalb der heutigen JVA erinnert eine Gedenkstätte an die rund 2.000 Menschen, die zwischen 1940 und 1945 in Brandenburg-Görden durch die NS-Justiz hingerichtet wurden. Unter ihnen befanden sich Widerstandskämpfer aus vielen europäischen Ländern sowie Angehörige des 20. Juli 1944.

16.03.2011

Führung zur „Arbeitsteiligen Täterschaft” in Gedenkstätte Sachsenhausen

Am Sonntag, 20. März 2011, findet um 14 Uhr in der Gedenkstätte Sachsenhausen eine öffentliche Führung mit Stiftungsdirektor Prof. Dr. Günter Morsch zum Thema „Arbeitsteiligen Täterschaft” statt. Dabei geht es um Mord- und Massenmordaktionen im KZ Sachsenhausen und die unterschiedlichen Beteiligten im Rahmen der Befehlskette – von der anordnenden Stelle bis zu den Ausführenden vor Ort.

 

Vom Treffpunkt im Besucherzentrum führt der Rundgang zunächst zur ehemaligen „Inspektion der Konzentrationslager”. Im weitgehend original erhaltenen großen Versammlungsraum trafen sich die KZ-Kommandanten zur Planung der verschiedenen Mordaktionen. Danach führt der Weg zum  gleichfalls original erhaltenen Haus des KZ-Kommandanten in der Gedenkstätte. Hier besprach der Kommandant mit den hohen SS-Offizieren, die die sechs Abteilungen des Kommandanturstabes leiteten, die Verantwortungsbereiche bei der Realisierung des Mordplans. Im Besprechungsraum der „Schutzhaftlagerabteilung” im „Turm A”, der nächsten Station des Rundgangs, erfolgte die Zusammenstellung der SS-Männer, die für die Ausführung der Mordaktion bestimmt waren. Die Führung endet am heutigen zentralen Gedenkort „Station Z”, wo sich die verschiedenen Vernichtungsanlagen des KZ Sachsenhausen befanden.

 

Zu der Führung ladet die Gedenkstätte Sachsenhausenalle Interessierten herzlich ein.

 

Sonntag, 20. März 2011, 14 Uhr

Öffentliche Führung Arbeitsteilige Täterschaft. Mord und Massenmord im KZ Sachsenhausen

Referent: Prof. Dr. Günter Morsch, Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten

Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen

Straße der Nation 22, 16515 Oranienburg

Treffpunkt: Besucherinformationszentrum

Teilnehmergebühr: 3 Euro (ermäßigt 2 Euro)

 

Information: www.stiftung-bg.de