Orte der Erinnerung 1933-1945

Orte der Erinnerung 1933 - 1945

Gedenkstätten, Dokumentationszentren und Museen
zur Geschichte der nationalsozialistischen Diktatur
in Berlin und Brandenburg
13.01.2011

Baubeginn Freiflächen-gestaltung der Gedenkstätte Sachsenhausen

Die Standorte der nicht mehr vorhandenen Baracken der Gedenkstätte Sachsenhausen werden im Rahmen der vierten Maßnahme des Sonderinvestitionsprogramms der Bundesregierung markiert, um die „Geometrie des totalen Terrors” wieder sichtbar zu machen. Aus diesem Anlaß erfolgt am 19. Januar 2011, um 12 Uhr, der erste Spatenstich zur Neugestaltung der Freiflächen auf dem Gelände der Gedenkstätte Sachsenhausen. Das Gesamtkonzept umfasste außerdem die Neugestaltung des Eingangsbereichs, das Besucherinformationszentrum mit dem Besucherleitsystem (2004) sowie die Neugestaltung des zentralen Gedenkortes „Station Z” (2005).

 

Ansprachen

 

Ministerialdirektorin Dr. Ingeborg Berggreen-Merkel, Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien

Roger Bordage, Präsident des Internationalen Sachsenhausen Komitees

Dr. Martina Münch, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg (angefragt)

Prof. Dr. Günter Morsch, Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten

06.01.2011

Baubeginn für die „Euthanasie”-Gedenkstätte in Brandenburg/Havel

71 Jahre nach dem Beginn der Patientenmorde durch Giftgas in Brandenburg Anfang Januar 1940 beginnen die Bauarbeiten für die künftige „Euthanasie”-Gedenkstätte in Brandenburg. Aus diesem Anlass werden am Montag, 10. Januar 2011, um 12 Uhr Kulturministerin Dr. Martina Münch, die Oberbürgermeisterin von Brandenburg, Dr. Dietlind Tiemann, und Stiftungsdirektor Prof. Dr. Günter Morsch das Bauschild symbolisch enthüllen.

 

Folgender Ablauf ist vorgesehen:

 

Ansprache (am ehemaligen Standort der Gaskammer)

Dr. Astrid Ley, Leiterin der Gedenkstätte Brandenburg

Kranzniederlegung

 

Ansprachen (vor der künftigen Gedenkstätte)

Prof. Dr. Günter Morsch, Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten

Dr. Martina Münch, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg

Dr. Dietlind Tiemann, Oberbürgermeisterin der Stadt Brandenburg/Havel

17.12.2010

Gedenkveranstaltung in der Gedenkstätte Sachsenhausen fällt aus!

Da die Delegation des Zentralrates Deutscher Sinti und Roma aufgrund der Wetterverhältnisse nicht anreisen kann, muss die für den heutigen Freitag angekündigte Gedenkveranstaltung in der Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen leider entfallen.

Die Gedenkstätte bittet um Ihr Verständnis!

06.12.2010

Ausstellung über den "Lebensborn e.V." ab 10.12. in Ravensbrück

Im Besucherzentrum der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück wird vom 10. Dezember 2010 bis Ende Februar 2011 die Ausstellung "Der Lebensborn e.V." zu sehen sein. Der "Lebensborn" war ein von der SS getragener und staatlich geförderter Verein. Im Deutschen Reich sowie im besetzten Ausland betrieb er insgesamt 24 Heime, in denen nichtverheiratete "arische" Mütter die letzten Monate ihrer Schwangerschaft verbringen, entbinden und die Niederkunft geheimhalten konnten. Voraussetzung war der Nachweis der "arischen" Herkunft der Erzeuger. In den besetzten Gebieten waren dies oft deutsche Soldaten oder SS-Männer. Im Deutschen Reich kamen ab 1943 auch mehr und mehr Ehefrauen von SS-Männern in die "Lebensborn"-Heime, um ungestört von den Kriegsereignissen ihr Kind zur Welt zu bringen.

 

In vier "Lebensborn"-Heimen sowie in der Zentrale in München wurden ab 1943 Häftlinge aus dem KZ Ravensbrück als Gärtnerinnen, Haushandwerker, Köchinnen und Putzhilfen eingesetzt. Sie gehörten zur Häftlingsgruppe der Zeugen Jehovas. Mit der Präsentation der Ausstellung möchte die Gedenkstätte Ravensbrück an den Arbeitseinsatz dieser bislang nachgewiesenen 24 Häftlinge erinnern, über deren Situation bislang kaum etwas bekannt ist.

 

Die vom Kreisjugendring Ebersberg (Oberbayern) konzipierte Ausstellung wurde im Mai 2009 erstmals im heutigen Betreuungszentrum Steinhöring gezeigt, auf dessen Gelände 1936 das erste "Lebensborn"-Entbindungsheim eröffnet wurde. Am 19. Februar 2011 wird in der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück einem Workshop zur Geschichte des "Lebensborn"-Vereins stattfinden, an dem neben renommierten Wissenschaftlern auch die Zeitzeugin Edda Tunn (Fürstenberg) teilnehmen wird, die im Lebensbornheim Klosterfelde geboren wurde.

 

 

"Der Lebensborn e. V."

Eine Ausstellung des Kreisjugendrings Ebersberg

Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück

Straße der Nationen, 16798 Fürstenberg/H.

Besucherzentrum (10. Dezember 2010 bis 27. Februar 2011)

 

Information: www.stiftung-bg.de

05.11.2010

Ausstellung über Krakauer Professoren im KZ Sachsen-hausen in "Schindlers Fabrik"

Am Samstag, 6. November 2010, wird um 17 Uhr im Museum in der ehemaligen Fabrik von Oskar Schindler die Sonderausstellung "In der Hölle von Sachsenhausen" eröffnet. Anhand zahlreicher wertvoller Exponate und entlang exemplarischer Biografien erzählt sie das Schicksal von 169 Akademikern der Krakauer Jagiellonen-Universität und anderer Hochschulen, die unmittelbar nach dem Beginn des Zweiten Weltkriegs von den Nationalsozialisten in das KZ Sachsenhausen verschleppt wurden. Bei der Ausstellung handelt es sich um einen Teil der im vergangenen Jahr in der Gedenkstätte Sachsenhausen eröffneten Sonderausstellung "Vergessene Vernichtung? Polnische und tschechische Intelligenz im KZ Sachsenhausen zu Beginn des Zweiten Weltkriegs". Die von der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten in Kooperation mit der Jagiellonen-Universität Krakau und der Karls-Universität Prag erstellte Schau sahen Zehntausende Besucher, unter anderem auch der polnische Staatspräsident Bronisław Komorowski und Bundespräsident Christian Wulff.

 

Im Rahmen einer Gedenkveranstaltung, die am morgigen Vormittag im Collegium Novum der Jagiellonen-Universität stattfindet, wird Stiftungsdirektor Prof. Dr. Günter Morsch mit dem Orden "Für Verdienste um die Jagiellonen-Universität" ausgezeichnet, der durch den Rektor Prof. Dr. Karol Musioł überreicht wird. Mit seiner dankenswerten Initiative für die Präsentation der Sonderausstellung "Vergessene Vernichtung?" haben "Sie die öffentliche Erinnerung in Ihrem Land für die tragischen Ereignisse während der Besetzung Polens sensibilisiert, insbesondere für die Vernichtung der intellektuellen Eliten Polens, wofür die 'Sonderaktion Krakau' das bekannteste Beispiel darstellt", heißt es in einem Schreiben des Rektors der Jagiellonen-Universität an Morsch. Die Mitarbeiterin der Gedenkstätte Sachsenhausen und Kuratorin der Ausstellung, Agnes Ohm, erhält den Orden "Plus Ratio Quam Vis".

 

Stiftungsdirektor Morsch sagte heute vor seiner Abreise nach Krakau in Oranienburg: "Mit dieser ehrenvollen Auszeichnung würdigt die Jagiellonen-Universität ein Team von Historikern, Kuratoren, Archivaren und Experten aus Krakau und Oranienburg. Sie alle haben als Gleiche unter Gleichen in einer einzigartigen internationalen Partnerschaft eng und vertrauensvoll zusammengearbeitet. Dabei ist eine Verbundenheit entstanden, die wir vor dem Hintergrund historischer und kultureller Unterschiede als außerordentlich wertvoll empfinden. Diese Erfahrung ist auch in einem vereinten Europa nicht selbstverständlich, dessen Bürger ihre unterschiedlichen Erinnerungen stärker miteinander austauschen sollten", so Morsch.

 

Vor 71 Jahren, am 6. November 1939, verhaftete ein deutsches Sonderkommando unter dem SS-Offizier Bruno Müller in der Krakauer Jagiellonen-Universität 183 Personen, mehrheitlich Professoren und Dozenten der Universität, der Berg- und Hütten- sowie der Handelsakademie. Mit dieser "Sonderaktion Krakau" sollte die Wiedereröffnung der Hochschulen verhindert werden. Müller hatte die Akademiker unter dem Vorwand, einen Vortrag halten zu wollen, in den Hörsaal 66 des Collegium Novum gelockt und dort alle Anwesenden festnehmen lassen. Die Verhafteten wurden zunächst in Krakau eingesperrt, bevor man sie nach Breslau verlegte. Vierzehn Professoren wurden nach internationalen Protesten freigelassen, die übrigen 169 Wissenschaftler am 28. November 1939 in das KZ Sachsenhausen verschleppt. Dreizehn von ihnen überlebten die KZ-Haft nicht.

 

 

In der Hölle von Sachsenhausen

Das Schicksal der Krakauer Professoren am Beginn des Zweiten Weltkriegs

Eine Ausstellung der Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen in Kooperation mit der Jagiellonen-Universität Krakau

 

Fabryka Emalia Schindlera

Muzeum Historycznego Mista Krakowa

ul. Lipowa 4

Kraków

 

Ausstellungsdauer: 7. November 2010 bis 3. April 2011

 

Information:  www.uj.edu.pl

                        www.mhk.pl