Orte der Erinnerung 1933-1945

Orte der Erinnerung 1933 - 1945

Gedenkstätten, Dokumentationszentren und Museen
zur Geschichte der nationalsozialistischen Diktatur
in Berlin und Brandenburg
05.11.2010

Ausstellung über Krakauer Professoren im KZ Sachsen-hausen in "Schindlers Fabrik"

Am Samstag, 6. November 2010, wird um 17 Uhr im Museum in der ehemaligen Fabrik von Oskar Schindler die Sonderausstellung "In der Hölle von Sachsenhausen" eröffnet. Anhand zahlreicher wertvoller Exponate und entlang exemplarischer Biografien erzählt sie das Schicksal von 169 Akademikern der Krakauer Jagiellonen-Universität und anderer Hochschulen, die unmittelbar nach dem Beginn des Zweiten Weltkriegs von den Nationalsozialisten in das KZ Sachsenhausen verschleppt wurden. Bei der Ausstellung handelt es sich um einen Teil der im vergangenen Jahr in der Gedenkstätte Sachsenhausen eröffneten Sonderausstellung "Vergessene Vernichtung? Polnische und tschechische Intelligenz im KZ Sachsenhausen zu Beginn des Zweiten Weltkriegs". Die von der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten in Kooperation mit der Jagiellonen-Universität Krakau und der Karls-Universität Prag erstellte Schau sahen Zehntausende Besucher, unter anderem auch der polnische Staatspräsident Bronisław Komorowski und Bundespräsident Christian Wulff.

 

Im Rahmen einer Gedenkveranstaltung, die am morgigen Vormittag im Collegium Novum der Jagiellonen-Universität stattfindet, wird Stiftungsdirektor Prof. Dr. Günter Morsch mit dem Orden "Für Verdienste um die Jagiellonen-Universität" ausgezeichnet, der durch den Rektor Prof. Dr. Karol Musioł überreicht wird. Mit seiner dankenswerten Initiative für die Präsentation der Sonderausstellung "Vergessene Vernichtung?" haben "Sie die öffentliche Erinnerung in Ihrem Land für die tragischen Ereignisse während der Besetzung Polens sensibilisiert, insbesondere für die Vernichtung der intellektuellen Eliten Polens, wofür die 'Sonderaktion Krakau' das bekannteste Beispiel darstellt", heißt es in einem Schreiben des Rektors der Jagiellonen-Universität an Morsch. Die Mitarbeiterin der Gedenkstätte Sachsenhausen und Kuratorin der Ausstellung, Agnes Ohm, erhält den Orden "Plus Ratio Quam Vis".

 

Stiftungsdirektor Morsch sagte heute vor seiner Abreise nach Krakau in Oranienburg: "Mit dieser ehrenvollen Auszeichnung würdigt die Jagiellonen-Universität ein Team von Historikern, Kuratoren, Archivaren und Experten aus Krakau und Oranienburg. Sie alle haben als Gleiche unter Gleichen in einer einzigartigen internationalen Partnerschaft eng und vertrauensvoll zusammengearbeitet. Dabei ist eine Verbundenheit entstanden, die wir vor dem Hintergrund historischer und kultureller Unterschiede als außerordentlich wertvoll empfinden. Diese Erfahrung ist auch in einem vereinten Europa nicht selbstverständlich, dessen Bürger ihre unterschiedlichen Erinnerungen stärker miteinander austauschen sollten", so Morsch.

 

Vor 71 Jahren, am 6. November 1939, verhaftete ein deutsches Sonderkommando unter dem SS-Offizier Bruno Müller in der Krakauer Jagiellonen-Universität 183 Personen, mehrheitlich Professoren und Dozenten der Universität, der Berg- und Hütten- sowie der Handelsakademie. Mit dieser "Sonderaktion Krakau" sollte die Wiedereröffnung der Hochschulen verhindert werden. Müller hatte die Akademiker unter dem Vorwand, einen Vortrag halten zu wollen, in den Hörsaal 66 des Collegium Novum gelockt und dort alle Anwesenden festnehmen lassen. Die Verhafteten wurden zunächst in Krakau eingesperrt, bevor man sie nach Breslau verlegte. Vierzehn Professoren wurden nach internationalen Protesten freigelassen, die übrigen 169 Wissenschaftler am 28. November 1939 in das KZ Sachsenhausen verschleppt. Dreizehn von ihnen überlebten die KZ-Haft nicht.

 

 

In der Hölle von Sachsenhausen

Das Schicksal der Krakauer Professoren am Beginn des Zweiten Weltkriegs

Eine Ausstellung der Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen in Kooperation mit der Jagiellonen-Universität Krakau

 

Fabryka Emalia Schindlera

Muzeum Historycznego Mista Krakowa

ul. Lipowa 4

Kraków

 

Ausstellungsdauer: 7. November 2010 bis 3. April 2011

 

Information:  www.uj.edu.pl

                        www.mhk.pl

 

 

18.10.2010

Workcamp der helfenden Verbände in der Gedenkstätte Ravensbrück

Vom 17. bis 23. Oktober 2010 findet in der Gedenkstätte Ravensbrück das dritte Workcamp der helfenden Verbände statt, an dem rund 40 Berliner und Brandenburger Jugendliche der Johanniter Unfallhilfe, des Technischen Hilfswerks, der Landesjugendfeuerwehr, des Roten Kreuzes und der Malteser teilnehmen werden. Unter dem Motto "Helfen erlaubt!?" setzen sie sich eine Woche lang intensiv mit der Geschichte des KZ Ravensbrück auseinander, treffen Überlebende, erstellen einen Film und helfen der Gedenkstätte in Arbeitseinsätzen, die historischen Spuren im weitreichenden Lagerkomplex zu bewahren. Das Workcamp wird von der Stiftung Großes Waisenhaus zu Potsdam und von den helfenden Verbänden innerhalb des Landesjugendrings Brandenburg unterstützt.

 

11.10.2010

Tagung zur Einbeziehung der Zivilgesellschaft in die Gedenkstättenarbeit

Die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten lädt vom 15.- 17. Oktober 2010 in der Gedenkstätte Sachsenhausen zu einer Tagung zur "Zukunft der Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus" ein. Überlebende, Angehörige der zweiten und dritten Generation sowie Vertreter von Vereinen und Verbänden aus Deutschland und dem europäischen Ausland, die im Bereich der Erinnerungskultur tätig sind, werden über zivilgesellschaftliche Perspektiven für die künftige Gedenkstättenarbeit diskutieren. Dazu werden Referenten aus Deutschland, Frankreich, Norwegen, Russland und Polen erwartet.

 

Überlebende haben als Vertreter zahlreicher internationaler Lagerkomitees im Januar 2009 in Berlin ein Vermächtnis an die Nachgeborenen formuliert, nicht zuletzt in dem Bewusstsein, dass ihre Wirkungskraft als authentische Zeugen der nationalsozialistischen Verbrechen endet. Auch in zahlreichen nationalen Komitees hat ein Diskussionsprozess begonnen oder bereits stattgefunden, ob und wie die Arbeit der Überlebenden künftig von Angehörigen der zweiten und dritten Generation fortgesetzt werden soll. Zugleich gibt es zahlreiche weitere zivilgesellschaftliche Akteure, die sich der Erinnerung an die NS-Verbrechen auf unterschiedliche Weise widmen. Nicht nur für die brandenburgische Gedenkstättenstiftung stellt sich die Frage, wie eine internationale zivilgesellschaftliche Repräsentanz künftig in ihren Beratungsgremien verankert werden soll. Im Rahmen des Workshops soll die zuletzt angeschnittene Frage in einem größeren Kontext diskutiert werden.

 

Die Tagung beginnt am Freitag, 15. Oktober 2010, um 18 Uhr mit einer Lesung der in Paris und Berlin lebenden Autorin Cécile Wajsbrot, die ihren Roman "Aus der Nacht" vorstellen wird. Er erzählt die Geschichte einer jungen Frau, die aus Paris nach Polen reist, um Spuren ihrer teilweise von den Nationalsozialisten ermordeten Familie zu suchen. Zuvor werden die brandenburgische Kulturministerin Dr. Martina Münch und Stiftungsdirektor Prof. Dr. Günter Morsch die Teilnehmer begrüßen.

 

Am Samstagvormittag wird nach den Perspektiven der internationalen Komitees der Überlebenden und den Schwerpunkten ihrer künftigen Arbeit gefragt. Dazu werden die Präsidentin des Internationalen Ravensbrück Komitees, Dr. Anette Chalut, und der Präsident des Internationalen Sachsenhausen Komitees, Roger Bordage, sprechen. Am Nachmittag steht die Frage nach der Rolle zivilgesellschaftlicher Organisationen im erinnerungspolitischen Diskurs in Europa im Mittelpunkt. Am Sonntag kommen unterschiedliche zivilgesellschaftliche Akteure aus Deutschland zu Wort. Sie werden die Entwicklung der deutschen Erinnerungskultur im Hinblick auf die zivilgesellschaftliche Beteiligung seit der deutschen Einheit bilanzieren und ihre Vorstellungen für die Zukunft formulieren. In einer Abschlussdiskussion am Nachmittag wird es auch um den künftigen Stellenwert der Gedenkstättenarbeit, ihre politische Unabhängigkeit und die künftige Partizipation einer internationalen Öffentlichkeit an den Entscheidungsprozessen gehen.

  

Fr bis So, 15. bis 17. Oktober 2010

Die Zukunft der Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus

Zivilgesellschaftliche Perspektiven für die Gedenkstättenarbeit

Tagung der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten

Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen

Straße der Nationen 22, 16515 Oranienburg

 

Information und Anmeldung: rubo(at)stiftung-bg.de; Tel. 03301-810927.

 

Information: www.stiftung-bg.de

 

Mit freundlicher Unterstützung der Friedrich-Ebert-Stiftung

 

Verantwortlich:

Dr. Horst Seferens

Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten

Heinrich-Grüber-Platz I 16515 Oranienburg

T +49 3301 810920 I F +49 3301 810926

seferens@stiftung-bg.de I www.stiftung-bg.de

 

 

 

 

17.09.2010

Das Anne-Frank-Zentrum sucht Projektleiter/in

Ab 1. Oktober 2010 sucht das Anne-Frank-Zentrum eine Projektleiterin bzw. einen Projektleiter für das Modellprojekt „‘... zuerst einmal bin ich Mensch‘ - Deutsch-türkische Biografien aus dem Zweiten Weltkrieg”. Ziel des Projektes sind die Entwicklung und Erprobung eines neuen pädagogischen Material- und Methodensets im Bereich des interkulturellen Geschichtslernens für Jugendliche mit und ohne (muslimischen) Migrationshintergrund.


Die wöchentliche Arbeitszeit beträgt 40 Stunden. Die Stelle ist bis zum 31. Dezember 2012 befristet.


Aufgaben:
· (Weiter-)Entwicklung,Umsetzung und Erfolgscontrolling des Konzepts
· Kontaktaufbau und -pflege mit Partnern, Geldgebern und weiteren Interessierten
· Organisation, Planung und Steuerung des Projekts
· Steuerung von Evaluationsprozessen, Qualitätsmanagement
· Erstellen von Texten und redaktionelle Arbeiten
· Erstellen von Abrechnungen und Sachberichten für die Zuwendungsgeber
· Koordinierung der Steuerungsgruppe zum Projekt
· Steuerung der internen Kommunikation
· Anleiten von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Praktikantinnen und Praktikanten
· Mittelakquise und Finanzverantwortung für das Projekt
· Teilweise Mitarbeit im Management des Anne Frank Zentrums sowie im internationalen
Kontext der Anne Frank - Partnerorganisationen
· Außenvertretung des Projekts
· Teilweise eigene Recherchen in Deutschland und der Türkei
· Durchführung ausgewählter Präsentationen und Seminare

 

Wir erwarten:
· abgeschlossenes Hochschulstudium oder entsprechende Ausbildung
· konzeptionelle und praktische Erfahrungen in der interkulturellen und historischpolitischen Bildungsarbeit
· Kenntnisse im Einsatz unterschiedlicher Kommunikationsformen sowie Begeisterung und ein Gespür für relevante Themen
· Erfahrungen im Umgang mit öffentlichen Fördermitteln
· Textsicherheit und die Fähigkeit, Dinge schnell auf den Punkt zu bringen
· Sicherheit im Umgang mit MS Office
· Zuverlässigkeit, Teamorientierung, Selbstständigkeit und Kreativität
· Erfahrung in Projektmanagement und -koordination
· gute Kenntnisse historischer Zusammenhänge
· Fähigkeit und Bereitschaft zur Personalführung und zur Teamarbeit
· Bereitschaft zu unregelmäßigen Arbeitszeiten und Dienstreisen
· sicheres und professionelles Auftreten, gute kommunikative Fähigkeiten
· Führerschein Klasse B
· sichere Fremdsprachenkenntnisse in Englisch und Türkisch

 

Wir bieten Ihnen:
· eine Vergütung von 3.000 Euro brutto/Monat
· Arbeit in einem jungen, dynamischen, sympathischen Team
· Mitarbeit bei der innovativen Verknüpfung von historischen und aktuellen Themen in der Bildungsarbeit
· einen Arbeitsplatz im Herzen der Stadt, direkt neben den Hackeschen Höfen
· abwechslungsreiche Arbeitsfelder und moderne Arbeitsplatzausstattung

Wir freuen uns, wenn sich Bewerberinnen und Bewerber mit Migrationshintergrund besonders angesprochen fühlen. Bitte richten Sie Ihre Bewerbung, bestehend aus einem Motivationsschreiben, einem tabellarischem Lebenslauf, Text- bzw. Arbeitsproben und Ihren aufgabenrelevanten
Praxiserfahrungen und Qualifikationen bis 25. September 2010 an das
Anne Frank Zentrum, z.H. Thomas Heppener.


Eine Bewerbung ist ausschließlich per E-Mail (max. 3 MB) an jobs@annefrank.de möglich.

15.09.2010

Norwegische Auszubildende im "Haus Szczypiorski"

In der Internationalen Jugendbegegnungsstätte Sachsenhausen "Haus Szczypiorski" findet in dieser Woche ein Workshop mit Auszubildenden aus Norwegen statt. Die acht angehenden Zimmerleute, die in verschiedenen Betrieben in der norwegischen Hauptstadt Oslo ihre Ausbildung absolvieren, werden sich noch bis Freitag intensiv mit der Geschichte der norwegischen Häftlinge im KZ Sachsenhausen beschäftigen. Unter den etwa 2.500 Norwegern, die zwischen 1940 und 1945 im KZ Sachsenhausen inhaftiert waren, befanden sich zahlreiche prominente Nachkriegspolitiker wie zum Beispiel die späteren Ministerpräsidenten Einar Gerhardsen und Trygve Bratteli.

 

Gemeinsam mit dem Berliner Künstler Thorsten Streichardt werden die Auszubildenden eine Ton-Dia-Präsentation erstellen. Der einwöchige Workshop, der von der Gedenkstätte Sachsenhausen in Kooperation mit dem Bildungsverein Bautechnik in Berlin durchgeführt wird, verbindet so künstlerische Produktion mit historisch-politischem Lernen am Ort des ehemaligen Konzentrationslagers Sachsenhausen. Im Anschluss an den Workshop in der Gedenkstätte werden die norwegischen Auszubildenden ein dreiwöchiges Praktikum im Überbetrieblichen Ausbildungszentrum Frankfurt/Oder des Bauindustrieverbandes absolvieren.

 

STIFTUNG BRANDENBURGISCHE GEDENKSTÄTTEN

Presseinformation 45/2010

Oranienburg, 15. September 2010

Verantwortlich:

Dr. Horst Seferens
Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten
Heinrich-Grüber-Platz I 16515 Oranienburg
T +49 3301 810920 I F +49 3301 810926
seferens@stiftung-bg.de I www.stiftung-bg.de