Orte der Erinnerung 1933-1945

Orte der Erinnerung 1933 - 1945

Gedenkstätten, Dokumentationszentren und Museen
zur Geschichte der nationalsozialistischen Diktatur
in Berlin und Brandenburg
14.10.2014

Ein Denkmal erinnert künftig an die Ermordung von 27 Widerstandkämpfern im KZ Sachsenhausen vor 70 Jahren

27 Stangen aus Edelstahl, die auf einer runden Betonplatte gruppiert sind, erinnern künftig an 27 Häftlinge des KZ Sachsenhausen, die am 11. Oktober 1944 von der SS im Krematorium des KZ erschossen wurden. Das Denkmal wurde anlässlich des 70. Jahrestages am Sonntag, 12. Oktober 2014, um 11 Uhr in der Gedenkstätte Sachsenhausen enthüllt.

 

Im Rahmen der Gedenkveranstaltung haben Stiftungsdirektor Prof. Dr. Günter Morsch, der Vorsitzende des Sachsenhausen Komitees in der Bundesrepublik Deutschland, Andreas Meyer, Josette Vialette und Christiane Giffard als Vertreterinnen der französischen Amicale des anciens déportés du camp de concentration d´Oranienburg-Sachsenhausen und Leonie Baumann, Rektorin der Kunsthochschule Weißensee, zu den Anwesenden gesprochen. Schülerinnen und Schüler des Oranienburger Georg-Mendheim-Oberstufenzentrums und Ingrid Scharfschwerdt haben die Veranstaltung musikalisch umrahmen.

 

Das Denkmal „Der Klang der Erinnerung“ von Eva Susanne Schmidhuber wurde im Rahmen eines künstlerischen Wettbewerbs unter Studenten der Kunsthochschule Weißensee ermittelt. Stifter sind das deutsche Sachsenhausen Komitee und die französische Amicale. An den oberen Enden der Stangen sind die Namen und Geburtsdaten der Opfer, drei französische und 24 deutsche Häftlinge, längs mit durchbrochenen Buchstaben und Ziffern eingelassen. Die Stangen sind in ihrer Höhe und Breite, je nach Lebensalter und Haftdauer der Opfer, unterschiedlich ausgestaltet und erzeugen Klänge, wenn sie sich berühren. „Jede Stange hat ihren eigenen Klang und schafft für die Angehörigen und Besucher ein individuelles Andenken“, sagt Eva Susanne Schmidhuber über ihr Kunstwerk.

 

Am 27. März 1944 entdeckte die SS im KZ Sachsenhausen eine Rundfunk-Abhörstelle sowie im Lager hergestellte Flugblätter. Hierauf begann eine Sonderabteilung des Reichssicherheitshauptamtes mit ihren Untersuchungen, um die internationale Widerstandsorganisation im Lager zu zerschlagen. Trotz mehrmonatigen Ermittlungen und des Einsatzes zahlreicher Spitzel gelang der Kommission aber nur der Nachweis, dass deutsche Kommunisten eine Solidaritätsaktion unter den Häftlingen durchgeführt hatten. Nach Abschluss der Untersuchungen ermordete die SS am Abend des 11. Oktober 1944 in der "Station Z" 24 deutsche und drei französische Häftlinge. 102 weitere Häftlinge wurden am 20. Oktober in das KZ Mauthausen abgeschoben.

03.09.2014

Veranstaltungsbericht Eröffnung der Ausstellung „Vernichtungskrieg in Polen 1939“

Am 28. August 2014, um 11 Uhr, eröffnete die Ständige Konferenz der Leiter der NS-Gedenkorte im Berliner Raum ihre zweite Tafelausstellung auf dem Pariser Platz. Neun Tafeln beschäftigen sich mit der Vorgeschichte und den Auswirkungen des Kriegsbeginns. Dabei wird gezeigt, dass das »Dritte Reich« seit dem Tag der Machtübernahme Hitlers konsequent und zielgerichtet einen Krieg vorbereitete, durch den nicht nur neuer »Lebensraum« erobert werden sollte, sondern der von Beginn an als ein rassistisch motivierter Vernichtungskrieg geplant war. Eine zehnte Tafel dient als Einleitungstafel und klärt über die fünf Institutionen der Ständigen Konferenz auf.

 

Die Begrüßung der Gäste erfolgte durch Prof. Dr. Nachama, Direktor der Stiftung Topographie des Terrors und diesjähriger Vorsitzender der Ständigen Konferenz, und Andrzej Szynka, Gesandter der Botschaft der Republik Polen in Berlin. Prof. Dr. Günter Morsch, Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, führte anschließend die Besucher in die Thematik der Ausstellung ein.

 

Die Open-Air-Ausstellung ist kostenlos und Tag und Nacht zugänglich. Sie wird bis zum 23. November 2014 auf dem Pariser Platz zu sehen sein.

 

Die Broschüre in deutscher, englischer und polnischer Sprache ist kostenlos bei den Institutionen der Ständigen Konferenz erhältlich.

 

Die Ständige Konferenz hat eine verstärkte Kooperation und Vernetzung der großen NS-Gedenkstätten im Berliner Raum zum Ziel. Zu ihren Mitgliedern gehören die Stiftungen Denkmal für die ermordeten Juden Europas und Topographie des Terrors, die Gedenkstätte Deutscher Widerstand, die Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz sowie Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen.

06.08.2014

Ausstellungseröffnung der Ständigen Konferenz

Am 28. August um 11 Uhr findet die Eröffnung der Tafelausstellung "Vernichtungskrieg in Polen" am Pariser Platz statt.


Alle weiteren Informationen finden Sie hier 

01.07.2014

Eröffnung der neuen Dauerausstellung in der Gedenkstätte Deutscher Widerstand

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat am Dienstag die neue Ausstellung der Gedenkstätte Deutscher Widerstand in Berlin eröffnet.

 

Mit einer umfangreichen Dauerausstellung, wechselnden Sonderausstellungen und einem vielfältigen Veranstaltungs- und Veröffentlichungsangebot informiert die Gedenkstätte Deutscher Widerstand über den Widerstand gegen den Nationalsozialismus

 

Rede von Bundeskanzlerin Merkel anlässlich der Eröffnung der Dauerausstellung in der Gedenkstätte Deutscher Widerstand am 1. Juli 2014

www.bundesregierung.de/Content/DE/Rede/2014/07/2014-07-01-merkel-gdw.html

26.05.2014

Veranstaltungsbericht: „Erobern und Vernichten” (1939-1945). „Slawen” – Eine verdrängte Opfergruppe?

Am 20. Mai 2014 hatte die Ständige Konferenz der Leiter der NS-Gedenkorte im Berliner Raum zu einer Podiumsdiskussion in die Topographie des Terrors eingeladen.

 

Auf dem Podium diskutierten Dr. Peter Jahn, bis 2006 Leiter des Deutsch Russischen Museums Berlin-Karlshorst, Ekaterina Makhotina, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Historischen Seminar der Universität München, Geschichte Ost- und Südosteuropas, Prof. Dr. Reinhard Rürup, em. Professor für Neuere Geschichte an der Technischen Universität Berlin, bis 2004 wissenschaftlicher Direktor der Stiftung Topographie des Terrors, Prof. Dr. Robert Traba, Direktor des Zentrums für historische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften und Dr. Jürgen Zarusky, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Zeitgeschichte München–Berlin. Auf dem Prüfstand standen vor allem die Fragen nach der Definition des Begriffs »Slawen« und warum diese Opfer in der heutigen deutschen Erinnerung praktisch keine Rolle spielen. Rund 190 Besucher verfolgten die interessanten Beiträge der Referenten und beteiligten sich mit regen Nachfragen und Anmerkungen an der Diskussion. Die Veranstaltung wurde von Prof. Dr. Andreas Nachama, Direktor der Topographie des Terrors und diesjähriger Vorsitzender der Ständigen Konferenz, moderiert.