Orte der Erinnerung 1933-1945

Orte der Erinnerung 1933 - 1945

Gedenkstätten, Dokumentationszentren und Museen
zur Geschichte der nationalsozialistischen Diktatur
in Berlin und Brandenburg
11.03.2011

Konferenz zur Erinnerung an den 2. Weltkrieg in den Niederlanden

Am Donnerstag, 24. März 2011, findet in der Zeit von 14 bis 22.30 Uhr in der niederländischen Botschaft die Konferenz „Erbe des Zweiten Weltkriegs. Wie die Niederlande wichtiges historisches Material für die Zukunft bewahren” statt. Veranstalter sind das niederländische Ministerium für Gesundheit, Gemeinwohl und Sport und die Ständige Konferenz der Leiter der NS-Gedenkstätten im Berliner Raum mit Unterstützung der Botschaft des Königreichs der Niederlande in Berlin.

 

Mit Hilfe eines staatlichen Förderprogramms konnten in den Niederlanden seit 2007 im Rahmen von 220 Projekten Dokumente, Fotos und Filme aus der Zeit des 2. Weltkriegs digitalisiert und zahlreiche Zeitzeugen-interviews geführt werden. Auf diese Weise sollen die Materialien langfristig gesichert und für die pädagogische Vermittlung und die wissenschaftliche Forschung zur Verfügung stehen. Eine umfassende digitale Enzyklopädie wird die Materialien künftig einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen.

 

Vertreter der Abteilung „Zweiter Weltkrieg – Opfer und Erinnerungen” des niederländischen Gesundheits-ministeriums stellen die Ergebnisse ihres Förderprojekts im Rahmen der Konferenz erstmals in Berlin vor. Außerdem werden renommierte niederländische Wissenschaftler neue Forschungen zu den Niederlanden im 2. Weltkrieg präsentieren. Im Mittelpunkt einer Abendveranstaltung werden aktuelle Entwicklungen in der niederländischen Erinnerungskultur stehen. Ein wichtiges Anliegen der Konferenz ist es, den Erfahrungsaustausch zwischen niederländischen und deutschen Wissenschaftlern, Pädagogen, Archivaren und Gedenkstättenmitarbeitern zu intensivieren. Das vollständige Programm finden Sie als PDF-Datei im Anhang.

 

Der seit 2009 bestehenden „Ständigen Konferenz” gehören die Leiter der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz (Dr. Norbert Kampe), der Topographie des Terrors (Prof. Dr. Andreas Nachama), der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas (Uwe Neumärker), der Gedenkstätte Deutscher Widerstand (Prof. Dr. Johannes Tuchel) und der Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen (Prof. Dr. Günter Morsch) an. Mit der Konferenz wird eine im vergangenen Jahr begonnene Veranstaltungsreihe zur Entwicklung der europäischen Erinnerungskultur fortgesetzt. Günter Morsch, der in diesem Jahr als Vorsitzender der „Ständigen Konferenz” amtiert, sagte heute in Oranienburg: „Uns geht es darum, die unterschiedlichen Erfahrungen mit Terror und Diktatur im 20. Jahrhundet in Europa in einen Dialog zu bringen und so einem Deutungs- und Verdrängungskampf um eine vereinheitliche europäische Erinnerungskultur entgegenzuwirken. Diese könnte im weiter wachsenden Europa, wenn sie denn überhaupt sinnvoll ist, nur aus einer Vielzahl dezentraler Initiativen von unten heraus langsam erwachsen.”

 

08.03.2011

Stellenausschreibung Bildungsreferent/in für Führungen (Hebräisch)

Die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas sucht zum 1. Mai 2011 freiberuflich arbeitende Bildungsreferentinnen bzw. Bildungsreferenten. Im Mittelpunkt der Tätigkeit steht die pädagogische Betreuung von Besuchern des Denkmals für die ermordeten Juden Europas in hebräischer Sprache.

 

Das Denkmal für die ermordeten Juden Europas im Zentrum Berlins ist die zentrale Holocaust-Gedenkstätte Deutschlands. Es besteht aus dem von Peter Eisenman entworfenen Stelenfeld sowie dem unterirdischen Ort der Information und wird von einer Bundesstiftung unterhalten. Diese ist für den Betrieb des Denkmals als Ort des Gedenkens, der Aufklärung und Begegnung zuständig. Sie trägt dazu bei, die Erinnerung an alle Opfer des Nationalsozialismus und ihre Würdigung in geeigneter Weise sicher zu stellen und auf die authentischen Stätten des Gedenkens zu verweisen. Die Stiftung betreut auch das Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma und das Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen.

 

Gesucht werden Bildungsreferenten mit umfangreichen Kenntnissen der Geschichte des Holocaust und der Erinnerungskultur (nachzuweisen über ein Hochschulstudium in den Bereichen Geschichte, Jüdische Studien, Osteuropa- oder Politikwissenschaften, Kunstgeschichte, Architektur oder Theologie), pädagogischen Erfahrungen mit unterschiedlichen Zielgruppen und einem freundlichen sowie serviceorientiertem Umgang mit Menschen unterschiedlicher nationaler und kultureller Herkunft. Das verhandlungssichere Beherrschen von Hebräisch wird vorausgesetzt.

 

Die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas bietet eine abwechslungsreiche Tätigkeit an einem interessanten Ort und in einem internationalen Team. Regelmäßige Fortbildungen werden angeboten. Die Bezahlung erfolgt auf Honorarbasis.

 

Bitte senden Sie Ihre Bewerbung in deutscher Sprache per E-Mail bis zum 30. März 2011 an: anne.bobzin@stiftung-denkmal.de (Anlagen bitte als PDF).

 

Postalisch eingereichte Bewerbungen können nur mit ausreichend frankiertem Rückumschlag zurückgesandt werden. Die Vorstellungsgespräche finden voraussichtlich am 4. und 7. April 2011 statt. Die Einarbeitung erfolgt am 13. April 2011.

01.03.2011

Führungen durch die Ausstellung „Der Prozess – Adolf Eichmann vor Gericht”

Ab 6. April wird ein halbes Jahrhundert nach dem Prozess gegen Adolf Eichmann (1906–1962) eine Ausstellung in Berlin an das Gerichtsverfahren gegen den Nazi-Täter erinnern. Im Dokumentationszentrum Topographie des Terrors wird auch Videomaterial von dem Prozess im Jahr 1961 in Jerusalem zu sehen sein. Die Ausstellung wurde gemeinsam mit der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz und der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas erarbeitet. Die Präsentation wird von einem umfangreichen Veranstaltungsprogramm begleitet werden.

 

Gruppen können eine Führung durch die Ausstellung buchen.

 

Die Führung erläutert die historische Bedeutung des Prozesses, stellt Stationen der Biographie des Angeklagten und seine Beteiligung an den NS-Verbrechen vor und erklärt das Gerichtsverfahren. Die Referenten geben den Teilnehmenden Hinweise zur Nutzung der Medienstationen mit Zeugenaussagen und Befragungen Eichmanns. Eine Besprechung der Erkenntnisse aus der Sichtung der Film-Aufnahmen und Hinweise auf die internationale Wahrnehmung und Wirkung des Prozesses schließen die Führung ab.

 

Eine Führung dauert 60 oder 90 Minuten. Sie wendet sich an Erwachsene und Jugendliche (ab 15 Jahre). Führungen für Schulklassen dauern 90 Minuten. Die Führung kann für folgende Sprachen gebucht werden: Deutsch, Englisch, Französisch, Hebräisch, Italienisch, Polnisch, Russisch, Niederländisch.

 

Das Führungsangebot ist kostenlos.

 

Anmeldung
MuseumsInformation Berlin
Telefon 030 254509-70
Fax 030 247 49 883

fuehrungen(at)topographie.de

 

19.01.2011

Freiflächengestaltung der Gedenkstätte Sachsenhausen beginnt

Anläßlich des ersten Spatenstichs zum Auftakt der Bauarbeiten sagte heute in Oranienburg Stiftungsdirektor Prof. Dr. Günter Morsch: „Nachdem wir in den vergangenen 15 Jahren bereits viele Originalgebäude saniert und neue Museen und Ausstellungen gestaltet haben, wird die Neugestaltung der Freiflächen im ehemaligen Häftlingslager der Gedenkstätte Sachsenhausen ein völlig neues Gesicht geben. Um dieses Projekt haben wir lange gerungen, vor allem um Fragen der Denkmalpflege und der Finanzierung, nicht jedoch mit den Überlebenden, die das Konzept von Prof. Merz von Anfang an unterstützt und immer wieder seine Realisierung gefordert haben. Indem wir die von der SS gebaute 'Geometrie des totalen Terrors' wieder lesbar machen, wird der historische Ort Sachsenhausen noch eindrucksvoller auf die vielen Tausend die Besucher aus aller Welt wirken”. An der Veranstaltung nahmen auch Dr. Ingeborg Berggreen-Merkel, Ministerialdirektorin beim Bundeskulturbeauftragten, der Präsident des Internationalen Sachsenhausen Komitees, Roger Bordage, sowie Hajo Cornel, Abteilungsleiter im brandenburgischen Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur teil.

 

Die Neugestaltung der Freiflächen im ehemaligen Häftlingslager des 1936 als Modelllager errichteten KZ Sachsenhausen bildet den letzten Baustein des 1998 von Prof. HG Merz innerhalb eines internationalen Wettbewerbs entwickelten Konzepts zur Neugestaltung der Gedenkstätte Sachsenhausen. Nachdem bereits 2004 ein neues Besucherzentrum mit einer neuen Eingangssituation sowie einem Besucherleitsystem und 2005 die inzwischen vielfach ausgezeichnete Neugestaltung des zentralen Gedenkortes „Station Z” fertiggestellt werden konnten, folgt nun die vierte Maßnahme, die den Gesamteindruck der Gedenkstätte am nachhaltigsten verändern wird. Die Fertigstellung ist für Frühjahr 2012 geplant.

 

Die historische Lagerstruktur, die durch den Abriss nahezu aller Baracken und infolge der Überformung des Geländes durch die Mahnmalarchitektur des „Buchenwaldkollektivs” nicht mehr erkennbar ist, soll für heutige Besucher wieder lesbar werden. Die Standorte von mehr als 60 Baracken werden von Schotterflächen auf Geländeniveau, die mit einem deutlich abgesetzten Stahlrahmen in Winkelform eingefasst sind, markiert. Die Nachzeichnung der historischen Lagerstruktur soll gleichsam wie eine neue Schicht über die Gestaltung des „Buchenwaldkollektivs” gelegt werden. Dabei bleiben zentrale Elemente der Gestaltung von 1961 wie etwa der Obelisk mit Aufmarschplatz, Rednertribüne und Fahnenmasten erhalten. Die den Blick auf das Gelände und die erhaltenen Originalbaracken abriegelnde Ringmauer wird bis auf den Sockel abgetragen.

 

Der Architekt Prof. HG Merz erläutert das Konzept wie folgt: „Unsere Neukonzeption der Gedenkstätte Sachsenhausen beinhaltet die Gestaltung des Gesamtgeländes und die Planung des zentralen Gedenkorts 'Station Z'. Unser Ziel war es, einen unverstellten Blick auf den ursprünglichen Ort wiederzuerlangen. Dies machte Eingriffe erforderlich, durch welche die historischen Schichten neu bewertet und - mit besonderem Augenmerk auf die wenigen originalen Überreste der NS-Lagerzeit - neu interpretiert werden. Durch die angestrebte artifizielle Leere des Geländes und den als abstraktes Objekt konzipierten Schutz- und Kontemplationsraum über den Relikten der 'Station Z' werden jede eindeutige Symbolik und jedes Pathos vermieden.”

 

Die Kosten für die Gestaltung der Freiflächen betragen 2,97 Millionen Euro, die im Rahmen eines Sonderinvestitionsprogramms des Bundes für die Neugestaltung der KZ-Gedenkstätte der Bundeshauptstadt bereit gestellt werden.

19.01.2011

Plastik „Müttergruppe” in Ravensbrück demontiert

Aufgrund von Restaurierungsarbeiten wurde am Dienstag, 18. Januar 2011, die Plastik „Müttergruppe” des Bildhauers Fritz Cremer, die seit 1965 an der Zufahrt zur Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück steht, durch die Bildgießerei Seiler aus Schöneiche bei Berlin demontiert. Sie wird  voraussichtlich Mitte April 2011 ihren alten Standort wieder einnehmen können.

 

Nach über 45 Jahren waren erhebliche Schäden an der Skulpturengruppe entstanden. Sie zeigte starke Verkrustungen, Rissbildungen und Erosionsschäden. Der Steinsockel, der erhebliche Schadstellen aufweist, wird ebenfalls saniert. Im Rahmen der Restaurierung werden auch Verunreinigungen und Graffiti beseitigt, die Schäden an der Patina verursacht haben. Die Kosten von rund 15.000 Euro werden aus Spendenmitteln der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück und ihres Internationalen Freundeskreises finanziert. Die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten hatte die „Müttergruppe” im vergangenen Jahr von der Stadt Fürstenberg in ihr Eigentum übernommen.