Orte der Erinnerung 1933-1945

Orte der Erinnerung 1933 - 1945

Gedenkstätten, Dokumentationszentren und Museen
zur Geschichte der nationalsozialistischen Diktatur
in Berlin und Brandenburg
09.12.2014

Eröffnung der Sonderausstellung: Deutschland 1945 – Die letzten Kriegsmonate

Ab 9. Dezember 2014 bis Oktober 2015 präsentiert das Dokumentationszentrum Topographie des Terrors die Sonderausstellung „Deutschland 1945 – Die letzten Kriegsmonate”. Anhand von Einzelbeispielen beleuchtet die Ausstellung die Bandbreite unterschiedlicher Handlungsweisen in einem permanenten Spannungsfeld zwischen Zerstörung und Terror, Orientierungslosigkeit und Zukunftsangst

08.12.2014

Veranstaltungsbericht: »Schweigen oder Erinnern?« – Podiumsdiskussion zur Erinnerungskultur in Spanien

Am 27. November 2014 hatte die Ständige Konferenz der Leiter der NS-Gedenkorte im Berliner Raum zu einer Podiumsdiskussion in das Instituto Cervantes Berlin eingeladen. Im Fokus der Diskussion standen Spanien und sein geschichtliches Erbe der Geschehnisse zwischen 1936 und 1975. Welche Zäsuren gab es? Wie reagierte die spanische Bevölkerung und wie die Politik? Was bedeutet das Beispiel Spanien für die europäische Erinnerungskultur?

Diese und weitere Fragen diskutierten die Teilnehmer des Podiumsgesprächs Dr. Silke Hünecke, Politikwissenschaftlerin mit Schwerpunkt der erinnerungspolitischen Bewegung im spanischen Staat, Julia Macher, freie Spanien-Korrespondentin für Weltreporter.net, und Dr. Carlos Collado Seidel, deutsch-spanischer Historiker und außerplanmäßiger Professor an der Philipps-Universität Marburg. An der angeregten Diskussion beteiligten sich viele Zuhörer mit regen Nachfragen und Anmerkungen.

Die zahlreichen Gäste der Veranstaltung wurden von Christina Conde de Beroldingen, Direktorin des Instituto Cervantes Berlin, und Prof. Dr. Andreas Nachama, Direktor der Stiftung Topographie des Terrors und Vorsitzender der Ständigen Konferenz 2014, begrüßt. Die Veranstaltung wurde von Prof. Dr. Günter Morsch, Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, moderiert.

10.11.2014

»Schweigen oder Erinnern?« Podiumsdiskussion zur Erinnerungskultur in Spanien. Eine Veranstaltung der Ständigen Konferenz der Leiter der NS-Gedenkorte im Berliner Raum

Donnerstag, 27. November 2014,
19 Uhr
im Instituto Cervantes Berlin,
Rosenstraße 18,
10178 Berlin



Die Ständige Konferenz der Leiter der NS-Gedenkorte im Berliner Raum und das Instituto Cervantes Berlin laden Sie und Ihre Freunde herzlich zur Podiumsdiskussion am Donnerstag, den 27. November, um 19 Uhr ein.

Zum Thema


Am 17. Juli 1936 putschten General Francisco Franco (1892 – 1975) und seine Anhänger gegen die demokratisch gewählte Volksregierung der Zweiten Spanischen Republik und lösten den Spanischen Bürgerkrieg (1936 – 1939) aus. Dieser endete mit dem Sieg Francos und der bis zu seinem Tode 1975 währenden Diktatur in Spanien, dem sogenannten Franquismus.
Aufgrund der tiefen Spaltung der Gesellschaft entschied man sich gegen eine politische Aufarbeitung der Ereignisse, um den Übergang zur Demokratie nicht zu gefährden. Die Öffnung von Massengräbern zu Beginn der 2000er Jahre löste eine verspätete, längst überfällige Debatte in der spanischen Gesellschaft, in Forschung, Literatur und Medien aus. 
Die Geschehnisse zwischen 1936 und 1975 polarisieren die spanische Gesellschaft bis heute. Wie geht das EU-Land mit seinem geschichtlichen Erbe um? Welche Erinnerungen und Lehren lässt die spanische Gesellschaft öffentlich zu? Und welche nicht?

Programm:

Begrüßung:

Cristina Conde de Beroldingen, Direktorin des Instituto Cervantes Berlin

Grußwort:

Prof. Dr. Andreas Nachama, Direktor der Stiftung Topographie des Terrors, Vorsitzender der Ständigen Konferenz der Leiter der NS-Gedenkorte im Berliner Raum (2014)

Podium:

Dr. Silke Hünecke, Politikwissenschaftlerin mit Schwerpunkt der erinnerungspolitischen Bewegung im spanischen Staat

Julia Macher, freie Spanien-Korrespondentin für Weltreporter.net

Dr. Carlos Collado, Seidel, deutsch-spanischer Historiker, außenplanmäßiger Professor an der Philipps-Universität Marburg

Moderation:

Prof. Dr. Günter Morsch, Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten


Einladung als PDF-Datei


Kontaktdaten
Anmeldung bitte bis zum 26. November 2014: staendigekonferenz@orte-der-erinnerung.de
Telefon: 030/254509-24, Fax: 030/254509-99

23.10.2014

Ein neues Lernprogramm in der Gedenkstätte Sachsenhausen bietet umfassende Informationen zu 89 Außenlagern und Außenkommandos des KZ Sachsenhausen

In Anwesenheit von Henry Schwarzbaum, Überlebender des KZ-Außenlagers bei der Firma Siemens in Berlin-Haselhorst, wurde heute in der Gedenkstätte Sachsenhausen eine neue interaktive Anwendung zu den Außenlagern und Außenkommandos des KZ Sachsenhausen vorgestellt. Die Präsentation „Häftlingszwangsarbeit für die SS und die Privatwirtschaft“ stellt umfassende Informationen über 89 Außenlager und Außenkommandos, die Art der Zwangsarbeit und die dahinter stehenden Institutionen und Firmen sowie über die Lebens- und Arbeitsbedingungen der dort eingesetzten KZ-Häftlinge bereit. Außerdem wird thematisiert, ob und wie heute vor Ort an die ehemaligen KZ-Außenlager erinnert wird. Mit der neuen interaktiven Anwendung, die sowohl von Einzelbesuchern als auch im Rahmen der pädagogischen Projektarbeit genutzt werden kann, wird das vertiefende Angebot in den beiden Lernzentren der Gedenkstätte mit jeweils 14 Computer-Arbeitsplätzen erneut erweitert.

 

Stiftungsdirektor Prof. Dr. Günter Morsch sagte heute bei der Präsentation in Oranienburg: „In der Schlussphase der NS-Herrschaft waren die meisten Häftlinge des KZ Sachsenhausen als Arbeitssklaven in einem der Außenlager, von denen sich die Mehrheit in Berlin und Brandenburg befand. Diese oft wenig bekannten und mitunter auch vergessenen Orte des SS-Terrors in Erinnerung zu rufen, ist eines der Anliegen des neuen Lernprogramms. Auch in Berlin, wo es über 20 solcher Lager gab, weist mancherorts heute nichts mehr auf das ehemalige KZ-Außenlager hin - so zum Beispiel am ehemaligen Argus-Werk in Reinickendorf, wo ungarische Jüdinnen in einer Flugzeugfabrik Zwangsarbeit leisten mussten. Wir hoffen, dass das neue Lernprogramm auch dazu anregt, diese vergessenen Orte zu kennzeichnen“, sagte Morsch.

 

Im Zentrum der Anwendung steht eine interaktive Karte, auf der das KZ Sachsenhausen und die 75 Außenlager sowie exemplarische Außenkommandos durch verschiedene Symbole verzeichnet sind. Durch Anklicken der Symbole lassen sich vertiefende Informationen (Texte, Zeitzeugenberichte, Fotos, Objekte und Dokumente) zu den verschiedenen Stätten aufrufen. Über eine Liste der beteiligten Firmen, deren Einträge mit den betreffenden Außenlagern verlinkt sind, soll zudem der Blick auf die Profiteure der Zwangsarbeit im Zusammenhang mit dem KZ Sachsenhausen gelenkt werden.

 

Für jedes Lager bzw. Kommando sind bis zu drei Seiten mit Hintergrundinformationen zum jeweiligen Produktionsstandort sowie zu den dort untergebrachten Häftlingen vorhanden. Dazu wurden mehr als 400 Info-Seiten angelegt, die miteinander verknüpft und durch thematische und lexikalische Zugangswege erschlossen werden können. Die Applikation wirft nicht nur Licht auf die quantitative und qualitative Bedeutung des Phänomens "Häftlings-Zwangsarbeit" in der Region, sondern ermöglicht es zudem Schülern aus der Region Berlin-Brandenburg,  aber auch aus anderen Bundeländern, in denen sich Sachsenhausen-Außenlager befanden, in ihren jeweiligen Heimatorten nach ehemaligen Zwangsarbeitsstätten zu forschen.

 

Zunächst mussten die Häftlinge des KZ Sachsenhausen für den Ausbau des Lagerkomplexes oder den Aufbau neuer Lager wie Ravensbrück, Neuengamme und Groß-Rosen sowie für andere Vorhaben der SS wie das ab 1938 errichtet Klinkerwerk an der Lehnitzschleuse in Oranienburg Zwangsarbeit leisten. Ab 1940 wurden Häftlinge in Berlin zur Entschärfung von Blindgängern eingesetzt, ab 1941 kamen Außenlager bei externen SS-Dienststellen hinzu. Seit 1941 verlagerte sich die Zwangsarbeit der KZ-Häftlinge zunehmend in den privatwirtschaftlichen Bereich, wobei das KZ Sachsenhausen eine Vorreiterrolle spielte: In Oranienburg wurden ab Herbst 1941 erstmals KZ-Häftlinge zu Arbeiten für zwei private Rüstungsfirmen herangezogen, und zwar für die Heinkel-Flugzeugwerke sowie für das Hüttenwerk Kayser.

 

Ab 1942, vor allem aber seit 1944, entstanden im Zuge eines massenhaften Einsatzes der Zwangsarbeit von KZ-Häftlingen in der deutschen Rüstungsindustrie mehr als 100 Außenlager und Außenkommandos des KZ Sachsenhausen in der Nähe von Rüstungsfirmen, unter anderem bei Industriebetrieben wie Siemens, DEMAG-Panzer, Henschel-Werke, Daimler-Benz, I.G. Farben und der AEG. Da die Häftlinge zunehmend in Barackenlagern an den Produktionsorten selbst einquartiert wurden, war das Phänomen der Häftlingszwangsarbeit für die deutsche Mehrheitsgesellschaft nun deutlich erkennbar: Tausende deutsche Zivilarbeiter begegneten täglich an ihrem Arbeitsplatz oder auf dem Weg dorthin einer großen Anzahl von KZ-Häftlingen, zum Teil arbeiteten sie in derselben Halle.

 

Das Projekt mit einem Kostenrahmen von rund 50.000 Euro konnte dank einer Spende von Gesellschafterinnen und Gesellschaftern der Firma Freudenberg & Co. realisiert werden.

 

Information: www.stiftung-bg.de

16.10.2014

Veranstaltungsbericht der Gedenkfeier am "Gleis 17"

Die Ständige Konferenz der Leiter der NS-Gedenkorte im Berliner Raum erinnerte am 15. Oktober 2014 zusammen mit dem Berliner Senat, der Jüdischen Gemeinde zu Berlin und der Deutschen Bahn an die Deportationen von Berliner Juden in die nationalsozialistischen Vernichtungslager. Am 18. Oktober 1941 verließ der erste Berliner »Osttransport« mit 1089 jüdischen Kindern, Frauen und Männern den Bahnhof Grunewald in Richtung Lodz (»Litzmannstadt«). Am vergangenen Mittwoch versammelten sich rund 400 Menschen am Mahnmal »Gleis 17« um den Opfern zu gedenken.

 

Neben dem Vorsitzenden der Ständigen Konferenz, Prof. Dr. Andreas Nachama, und der Staatsministerin für Kultur und Medien, Prof. Monika Grütters, hielt der Rabbiner Daniel Alter ein ergreifendes Grußwort. Die Gedenkrede hielt dieses Jahr die Holocaustüberlebende Margot Friedländer. Die heute 93-Jährige lebte bis zu ihrer Verschleppung in das KZ Theresienstadt 1944 im Untergrund in Berlin.

 

Schülerinnen und Schüler des Europäischen Gymnasiums Bertha-von-Suttner trugen unter anderem selbst recherchierte Biografien von Deportierten und ein selbstgeschriebenes Gedicht vor. Für die musikalische Umrahmung der Gedenkveranstaltung sorgte der Schüler und Musiker Felix Mehlinger mit den Musikstücken »Air« von Johann Sebastian Bach und »Chor der Gefangenen«. Am Ende der Zeremonie wurden weiße Rosen am Bahnsteig niedergelegt. Die  Gedenkveranstaltung am »Gleis 17« fand dieses Jahr zum vierten Mal in Folge statt.

 

Pressestimmen:

 

 

http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/20511

 

http://www.morgenpost.de/berlin/article133317372/Gedenken-an-Deportation-Berliner-Juden-an-Gleis-17.html

 

http://www.morgenpost.de/printarchiv/berlin/article133326247/Erinnerung-an-den-Beginn-der-Deportation.html

 

http://www.tagesspiegel.de/berlin/bezirke/kudamm-blog/gedenken-an-judendeportationen-in-berlin-grunewald-reise-ohne-wiederkehr/10843966.html

 

http://www.berliner-zeitung.de/berlin/erinnerung-an-juden-deportationen-aus-berlin,10809148,28742500,view,asTicker.html

 

http://www.focus.de/regional/berlin/events/geschichte-erinnerung-an-juden-deportationen-aus-berlin_id_4205381.html

 

http://www.bz-berlin.de/liveticker/gedenken-an-die-deportierten-von-gleis-17-2

 

http://02elf.net/politik/israel/gruetters-gedenken-an-ns-opfer-bleibt-unsere-immerwaehrende-verpflichtung-839083