Orte der Erinnerung 1933 - 1945

Gedenkstätten, Dokumentationszentren und Museen
zur Geschichte der nationalsozialistischen Diktatur
in Berlin und Brandenburg

Aktuelles

16.04.2018

Veranstaltungsbericht: Ausstellungseröffnung in Sachsenhausen

Die Wanderausstellung »Der Weg in den Abgrund. Das Jahr 1938« schlägt ihre Zelte von April bis Juni in Oranienburg auf. Am vergangenen Sonntag wurde sie in der Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen mit einer Vortragsveranstaltung offiziell eröffnet.

Prof. Dr. Günter Morsch begrüßte die etwa 80 Besucher im Neuen Museum und gab eine thematische Einführung in die »Aktion Arbeitsscheu Reich«: Im April und Juni 1938 wurden mehr als 10.000 sogenannte »Asoziale« in Deutschland unter verschiedensten Vorwänden verhaftet. Der Großteil der verhafteten Männer wurde in Sachsenhausen eingewiesen.

Anschließend widmete sich Prof. Dr. Bernd Faulenbach in seinem Vortrag der »Bedeutung des Jahres 1938 in der Erinnerungspolitik der beiden deutschen Staaten« und konstatierte, dass sich das Gedenken vor allem auf die Gewaltausschreitungen um den 9. November 1938 konzentriert hat. Andere Geschehnisse wie z.B. die »Aktion Arbeitsscheu Reich« spielten, wenn überhaupt, bisher eine untergeordnete Rolle in der Erinnerungskultur. Es sei aber sinnvoll, so Prof. Faulenbach, den Blick auf das gesamte Jahr 1938 zu weiten.


Zur Ausstellung

»Der Weg in den Abgrund. Das Jahr 1938« ist die vierte gemeinsame Ausstellung der Ständigen Konferenz der Leiter der NS-Gedenkorte im Berliner Raum, die sich aus den Stiftungen Denkmal für die ermordeten Juden Europas und Topographie des Terrors sowie Gedenkstätte Deutscher Widerstand, Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz und Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen zusammensetzt.

Die Ausstellung widmet sich auf 14 Tafeln den wegweisenden Geschehnissen des Jahres 1938, den Opfern sowie der damit verbundenen Erinnerungskultur.
Sie ist noch bis zum 30. Juni 2018 im Neuen Museum in der Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen zu sehen und wird von zwei weiteren Veranstaltungen begleitet:

 

Mittwoch, 23. Mai 2018, 18.30 Uhr
»1938 – Hitler und die Deutschen proben Raub, Mord und Krieg«
Vortrag von Dr. Götz Aly im Besucherinformationszentrum

Sonntag, 17. Juni 2018, 14 Uhr
Öffentliche Führung zum Thema »Asoziale« im KZ Sachsenhausen
Treffpunkt: Besucherinformationszentrum

 
Nach der Sommerpause wandert die Ausstellung durch weitere Einrichtungen der Ständigen Konferenz. Folgende Station: Gedenkstätte Deutscher Widerstand (16. Oktober – 31. Oktober)

 

Bild: Begrüßung und thematische Einführung durch Prof. Dr. Günter Morsch © Ständige Konferenz

07.03.2018

Veranstaltungsbericht: Eröffnung der Ausstellung »Der Weg in den Abgrund. Das Jahr 1938«

Vor 80 Jahren, im März 1938, übernahmen die Nationalsozialisten durch den sogenannten »Anschluss« die Macht in Österreich. Dieses und weitere einschneidende Ereignisse nahm die Ständige Konferenz der Leiter NS-Gedenkorte im Berliner Raum zum Anlass eine Ausstellung mit dem Titel »Der Weg in den Abgrund. Das Jahr 1938« zu konzipieren.

Zur Ausstellungseröffnung am 6. März 2018 fanden etwa 170 Interessierte den Weg ins Auditorium der Topographie des Terrors. Nach der Begrüßung durch Prof. Dr. Andreas Nachama, führte Prof. Dr. Johannes Tuchel, diesjähriger Vorsitzender der Ständigen Konferenz, ins Thema der Ausstellung ein und fasste die Bedeutung des Jahres 1938 so zusammen: »1938 ist das Versagen des internationalen Systems vor der Herausforderung des Nationalsozialismus«.

Prof. Dr. Gerhard Botz griff in seinem Vortrag mit dem »Anschluss« Österreichs den ersten gravierenden Einschnitt im Jahr 1938 auf. Der Anschluss, der »unglaublich rasch umgesetzt wurde«, markierte den Auftakt zu einer radikaleren anti-jüdischen Politik, die 1938 ihren Höhepunkt in den Novemberpogromen fand und in den folgenden Jahren zerstörerische Auswirkungen auf die europäische Gesellschaftsordnung hatte.

Nach dem Vortrag bot sich die Gelegenheit, gemeinsam mit den Kuratoren die Ausstellung zu besichtigen.


Über die Ausstellung

»Der Weg in den Abgrund. Das Jahr 1938« ist die vierte gemeinsame Ausstellung der Ständigen Konferenz der Leiter der NS-Gedenkorte im Berliner Raum, die sich aus den Stiftungen Denkmal für die ermordeten Juden Europas und Topographie des Terrors sowie Gedenkstätte Deutscher Widerstand, Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz und Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen zusammensetzt.

Die Ausstellung widmet sich auf 14 Tafeln den wegweisenden Geschehnissen des Jahres 1938, den Opfern sowie der damit verbundenen Erinnerungskultur.
Sie ist noch bis zum 11. April 2018 im Foyer der Topographie des Terrors zu sehen und wandert anschließend durch weitere Einrichtungen der Ständigen Konferenz.

Folgende Station:  Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen (15. April – 30. Juni)

 

Bild: Blick in die Ausstellung vor der Eröffnung © Ständige Konferenz

28.02.2018

Veranstaltungsbericht: Gedenken an die »Fabrik-Aktion« und den Protest in der Rosenstraße

Im Februar 2018 jährten sich die »Fabrik-Aktion« und der Protest in der Rosenstraße zum 75. Mal. Aus diesem Anlass luden der Initiativkreis und die Ständige Konferenz der Leiter der NS-Gedenkorte im Berliner Raum auch in diesem Jahr wieder zu einer Gedenkveranstaltung.

 

Bei eisigem, aber sonnigem Wetter kamen etwa 200 Teilnehmer am Mahnmal in der Großen Hamburger Straße in Berlin-Mitte zusammen, wo Kantor Simon Zkorenblut und Rabbiner Jonah Sievers die Veranstaltung mit einem El Male Rachamin und einem Kaddisch begannen.

 

Nach dem anschließenden Schweigemarsch zur Skulptur von Ingeborg Hunziger in der Rosenstraße hieß Uwe Neumärker, Mitglied der Ständigen Konferenz und Direktor der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, die Teilnehmer willkommen. In seinem Grußwort sagte er, dass der Protest in der Rosenstraße, dieser »Akt von Mut«, uns bestärken sollte, unsere Demokratie »gegen jedwede Ausgrenzung von Minderheiten zu verteidigen«.

 

Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau betonte in ihrer Rede die Notwendigkeit einer vielfältigen Erinnerungskultur, die weiterhin bestehen muss, trotz und gerade wegen zunehmend offenem Antisemitismus und Vorbehalten gegenüber Minderheiten, »die immer unverhohlener und immer öfter auch gewalttätig geäußert« werden. Sie forderte dazu auf, antidemokratischen Tendenzen offen zu widersprechen. Im abschließenden Merkwort würdigte Dr. Mario Offenberg von der Israelischen Synagogen-Gemeinde (Adass Jisroel) zu Berlin diejenigen, die »in der Zeit von höchster Not mutig und unerschrocken ihre eigene und die Würde anderer verteidigten«.

Die Reden wurden von Esther Hirsch, Kantorin der Synagoge Sukkat Schalom, und dem Chor des Moses-Mendelssohn-Gymnasiums musikalisch umrahmt.

 

Im Anschluss an das Gedenken in der Großen Hamburger und der Rosenstraße konnten sich die Teilnehmer in den Räumen des Instituto Cervantes aufwärmen. Dort führten Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Tiergarten ein Zeitzeugengespräch mit Petra und Franz Michalski. Die Eltern von Franz Michalski (*1934) waren mit den beiden Söhnen während der NS-Zeit untergetaucht. Bewegend erzählten die Michalskis von Franz‘ Kindheit, dem Überleben im Untergrund und den vielen Helfern, ohne die die Rettung der Familie nicht möglich gewesen wäre.

 


Hintergrund

Im Februar 1943 fand die »Fabrik-Aktion«, bei der Tausende Jüdinnen und Juden in Berlin festgenommen und anschließend deportiert wurden, statt. Viele in sogenannten »Mischehen« lebende Juden wurden im Zuge dieser Aktion im Sammellager in der Rosenstraße 2-4 interniert. Ihre Angehörigen harrten daraufhin tagelang vor dem Gebäude aus, um die Freilassung zu erwirken.
Auch in der Großen Hamburger Straße befand sich ein Sammellager für Jüdische Bürger.

 

Foto: Lichttüte am Denkmal in der Rosenstraße © Ständige Konferenz

01.02.2018

Eröffnung der Gedenkstätte Stille Helden am neuen Standort

Ab dem 14. Februar 2018 präsentiert die Gedenkstätte Stille Helden die erweiterte und grundlegend neugestaltete Dauerausstellung »Widerstand gegen die Judenverfolgung 1933 bis 1945« am neuen Standort in der Stauffenbergstraße 13-14, 10785 Berlin-Mitte.

 

Öffnungszeiten
Montag bis Mittwoch, Freitag: 9 - 18 Uhr
Donnerstag: 9 - 20 Uhr
Sonnabend, Sonntag und an Feiertagen: 10 - 18 Uhr
Geschlossen: 24. bis 26. Dezember, 31. Dezember und 1. Januar 
- Eintritt frei -  

 

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

 

 

Die feierliche Eröffnung der neuen Räumlichkeiten findet am Dienstag, den 13. Februar 2018 um 18 Uhr statt. Mehr Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier.

 

 

 

18.10.2017

Veranstaltungsbericht: »… abgeholt!« Gedenken an den Beginn der nationalsozialistischen Deportationen von Juden aus Berlin vor 76 Jahren

In diesem Jahr versammelten sich wieder einige hundert Menschen am Mahnmal »Gleis 17« in Berlin-Grunewald, um Berliner Jüdinnen und Juden zu gedenken, die in die Vernichtungslager der Nationalsozialisten deportiert wurden. Der erste dieser sogenannten »Osttransporte« verließ am 18. Oktober 1941 den Bahnhof Grunewald in Richtung Lodz (»Litzmannstadt«) mit mehr als 1000 jüdischen Kindern, Frauen und Männern.

 

Neben Prof. Dr. Günter Morsch, Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten und Vertreter der Ständigen Konferenz, richteten Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau und der Regierende Bürgermeister von Berlin Michael Müller mahnende Worte an die rund 400 Zuhörer.

 

Die diesjährige Gedenkrede hielt Margot Friedländer, die bis zu ihrer Verschleppung 1944 im Berliner Untergrund gelebt hatte. In einer bewegten und bewegenden Rede erzählte sie von der Deportation ihrer Familie, dem Überleben im Untergrund und im Ghetto Theresienstadt und ihrer Mission, den folgenden Generationen zu berichten.

 

Anschließend stellten Schülerinnen und Schüler des Herman-Ehlers-Gymnasiums Schicksale ehemaliger jüdischer Schüler vor, die sie im Archiv der Schule recherchiert hatten.

 

Den musikalischen Rahmen gestaltete Isabel Neuenfeldt mit Gesang und Akkordeon. Am Ende der Zeremonie wurden weiße Rosen am Bahnsteig niedergelegt.

 

Ebenfalls anwesend war die Initiatorin des Gedenktages und Zeitzeugin Inge Deutschkron.

 

Die  Gedenkzeremonie am »Gleis 17« ist eine gemeinsame Veranstaltung der Ständigen Konferenz der Leiter der NS-Gedenkorte im Berliner Raum, dem Land Berlin, der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, der Israelitischen Synagogen-Gemeinde (Adass Jisroel) zu Berlin, der Deutschen Bahn Stiftung und der Inge Deutschkron Stiftung. 2017 fand die Veranstaltung zum siebten Mal in Folge statt.

 

Foto: weiße Blume am »Gleis 17« © Ständige Konferenz

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