Orte der Erinnerung 1933-1945

Orte der Erinnerung 1933 - 1945

Gedenkstätten, Dokumentationszentren und Museen
zur Geschichte der nationalsozialistischen Diktatur
in Berlin und Brandenburg

Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen: Arbeitsteilige Täterschaft im KZ Sachsenhausen

Im Mittelpunkt der 2017 eröffneten Ausstellung, die im weitgehend original erhaltenen ehemaligen Haus des KZ-Kommandanten gezeigt wird, stehen die Organisationsstruktur der Lager-SS, ausgewählte Biografien der Täter sowie der juristische Umgang mit ihnen nach 1945.

Im Konzentrationslager Sachsenhausen waren die Häftlinge der fast unbeschränkten Herrschaft von 100 bis 250 Mitgliedern des SS-Kommandanturstabes unterworfen. Bis zu 3.500 weitere SS-Männer gehörten der Totenkopfstandarte Brandenburg an. Im Kommandantenhaus liefen alle Fäden zusammen. Hier beriet der Kommandant mit seinen sechs Abteilungsleitern und dem Chef der Wachtruppe u. a. über die Durchführung von Massenmordaktionen.

Im Zentrum der ständigen Ausstellung zu den Tätern der Konzentrationslager-SS stehen zwei Massenmorde im KZ Sachsenhausen: die Ermordung von 13.000 sowjetischen Kriegsgefangenen im Herbst 1941, von denen mehr als 10.000 in einer „Genickschussanlage“ von der SS erschossen wurden, und die „Endphaseverbrechen“ ab Januar 1945, als die SS etwa 3.000 Häftlinge ermordete und weitere 13.000 in die Sterbelager Bergen-Belsen und Mauthausen transportierte. Am Beispiel dieser beiden Verbrechen werden die Tatbeteiligung und das Zusammenwirken der einzelnen Abteilungen des Kommandanturstabs und der Wachtruppe dargestellt. Gezeigt werden auch das Leben der SS-Männer außerhalb ihres Dienstes und die juristische Aufarbeitung nach 1945.

Insgesamt sind auf 170 m² Ausstellungsfläche rund 300 Fotos und 190 Dokumente, Pläne und Zeichnungen zu sehen sowie zahlreiche Objekte, darunter zwei umfangreiche Fotoalben eines zeitweise in Sachsenhausen eingesetzten SS-Mannes oder die Aktentasche und ein von Häftlingen hergestellter Briefbeschwerer in Form einer Eule aus dem Besitz des SS-Adjutanten Heinrich Wessel. Gezeigt werden auch eine Kegelkugel, die in der unterirdischen Kegelbahn des KZ Sachsenhausen benutzt wurde, sowie ein Sessel aus dem Casino der SS-Offiziere.

Hinzu kommen 27 Medienstationen mit Tondokumenten und Biografien der SS-Täter. Im original erhaltenen Büro des Kommandanten befindet sich eine weitere Medienstation mit sechs Arbeitsplätzen, in denen die Besucher ausführliche Informationen über Prozesse gegen Sachsenhausen-Täter nach 1945 finden können, darunter auch Film- und Tondokumente. In einem virtuellen Regal werden ein interaktives Lernprogramm zur juristischen Verfolgung der KZ-Täter und Kurzfilme über die Beteiligung der Wachtruppe an Verbrechen gezeigt.

Ein bedeutendes Exponat ist auch der Ort der von Clemens Franke gestalteten Ausstellung: Das ehemalige Kommandantenhaus wurde 1941 im Auftrag des damaligen KZ-Kommandanten Hans Loritz errichtet, der repräsentative Diensträume wünschte. Hier sind viele originale Einrichtungsgegenstände erhalten wie Wand- und Bücherschränke sowie Parkettfußböden.

Anschrift und Öffnungszeiten

Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten
Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen
Straße der Nationen 22
16515 Oranienburg

Ort anzeigen auf Google maps

Fon: +49-03 30 1-20 02 00
Fax: +49-03 30 1-20 02 01
E-mail: besucherdienst(at)gedenkstaette-sachsenhausen.de
Internet: www.gedenkstaette-sachsenhausen.de

Öffnungszeiten
15. März bis 14. Oktober: täglich 8-18 Uhr
15. Oktober bis 14. März: täglich 8.30-16.30 Uhr
Montags sind die Museen, das Archiv und die Bibliothek geschlossen. Die Dokumentation „Mord und Massenmord im KZ Sachsenhausen” und das Besucherinformationszentrum sind täglich geöffnet.

Anfahrt
RE 5 ab Berlin-Hbf. bis Bhf. Oranienburg
RB 12 ab Bhf. Berlin-Lichtenberg bis Bhf. Oranienburg
S 1 bis Bhf. Oranienburg

ab Bhf. Oranienburg: Bus 804 (stündlich) Richtung Malz bis zur Gedenkstätte vom Bahnhofsvorplatz  oder ausgeschilderter Fußweg (20 Min.)