Orte der Erinnerung 1933-1945

Orte der Erinnerung 1933 - 1945

Gedenkstätten, Dokumentationszentren und Museen
zur Geschichte der nationalsozialistischen Diktatur
in Berlin und Brandenburg

Im Gefolge der SS: Aufseherinnen des Frauen-KZ Ravensbrück

Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten/Archiv Ravensbrück. Foto: Frey Aichele Team

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen erstmals die Frauen, die als weibliches Gefolge der Waffen-SS in Ravensbrück eingesperrte Frauen aus ganz Europa drangsalierten und quälten. Die Ausstellung wird in einem der acht Aufseherinnen-Wohnhäuser gezeigt, das denkmalgerecht saniert wurde. Über 3.500 Aufseherinnen, die zwischen 1939 und 1945 im KZ Ravensbrück ihren Dienst verrichteten, haben in ihren zumeist niederen Rängen das Lagersystem am Laufen gehalten, Verbrechen billigend in Kauf genommen oder waren selbst daran beteiligt. Sie ließen keine Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Inhaftierung der Gefangenen erkennen.

Aufgrund der Organisationsstruktur der Konzentrationslager stellten Aufseherinnen wahrscheinlich nie mehr als zehn Prozent des gesamten KZ-Personals. Der Ravensbrücker Kommandanturstab und die Wachtruppe bestanden durchweg aus Männern. Die SS setzte Frauen ausschließlich für die innere Bewachung des Häftlingslagers und zur Bewachung der Häftlinge ein, die außerhalb des Lagers arbeiten mussten. Dennoch war es das weibliche Bewachungspersonal, das täglich die unmittelbare Herrschaft über die weiblichen Gefangenen ausübte. Die in der Ausstellung präsentierten Zeugnisse überlebender Häftlinge verdeutlichen dieses unmittelbare Gewaltverhältnis.

Wer waren diese Frauen, von denen nur eine Minderheit Mitglieder der NSDAP waren? Aus welchen Gründen wurden junge Frauen zu SS-Aufseherinnen? Wie wurde ihre Beteiligung an Verbrechen nach 1945 juristisch geahndet? Die Ausstellung versucht, sich diesen Fragestellungen in zweifacher Hinsicht zu nähern: Zum einem wird exemplarisch die Geschichte der Ravensbrücker Aufseherinnen in der Zeit von 1939 bis 1945 dargestellt. Zum anderen wird exemplarisch gezeigt, wie der gesellschaftliche und insbesondere der juristische Umgang mit dem weiblichen Bewachungspersonal nach 1945 aussah. Bestandteil sind außerdem Biografien von 18 ehemaligen Aufseherinnen, die jeweils thematisch eingebunden sind.

Rund 300 Exponate werden in der Ausstellung präsentiert, so zum Beispiel das Propagandaalbum der SS mit 92 Fotos des KZ Ravensbrück aus der Zeit um 1941. Gezeigt werden Fotos, Dokumente, Zeichnungen sowie Film- und Tonaufnahmen. Einige Fotos und Dokumente stammen aus Privatbesitz und zeigen Aufseherinnen außerhalb ihrer Dienstzeit im Umfeld des KZ Ravensbrück. Vieles wird erstmals zu sehen sein, so z.B. eine vermutlich 1943 heimlich gedrehte Filmsequenz, die bewachte Häftlinge des KZ- Außenlagers Grüneberg zeigt.

Anschrift und Öffnungszeiten

Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück
Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten
Straße der Nationen 
16798 Fürstenberg/Havel 

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Fon: +49-03 09 3-60 38 5
Fax: +49-03 09 3-60 38 6
E-mail: paedagogik(at)ravensbrueck.de
Internet: www.ravensbrueck.de

Führungen, Projekttage, Seminare nach Vereinbarung. Führungen/Projekttage bis max. 15 Pers. kosten 15 Euro, bis 30 Pers. 25 Euro. Bei fremdsprachigen Führungen wird ein Aufschlag von 25 Euro erhoben.

Öffnungszeiten:
Di-So 9-17 Uhr (letzter Einlass 16.30 Uhr)
Das Gedenkstättengelände ist von 9-18 Uhr zugänglich, im Sommerhalbjahr (1. Mai - 30. September) bis 20 Uhr

Eintritt frei

RE 5 ab Berlin-Hbf. bis Bhf. Fürstenberg/Havel
Fußweg zur Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück ca. 3 km