Orte der Erinnerung 1933-1945

Orte der Erinnerung 1933 - 1945

Gedenkstätten, Dokumentationszentren und Museen
zur Geschichte der nationalsozialistischen Diktatur
in Berlin und Brandenburg

Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen: Die „Inspektion der Konzentrationslager“ in Oranienburg

Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten

Eine neue Ausstellung informiert über den wichtigsten erhalten Ort der NS-Schreibtischtäter, die „Inspektion der Konzentrationslager“ in Oranienburg

 

Der wichtigste, weitgehend original erhaltene Ort der nationalsozialistischen Schreibtischtäter steht im Mittelpunkt dieser Ausstellung. 

 

Auf rund 200 m² präsentiert die Ausstellung zahlreiche Fotos, Dokumente, Zeichnungen und Filme sowie dreidimensionale Objekte, wie zum Beispiel eine von Häftlingen gefertigte Brotwaage aus dem KZ Buchenwald, einen Granitstein aus dem berüchtigten Steinbruch des KZ Mauthausen sowie eine originale Zyklon-Blechdose der Firma Tesch & Stabenow. Im Zentrum stehen die Verbrechenskomplexe, an denen die Schreibtischtäter der IKL maßgeblich beteiligt waren: die mörderischen Lebensbedingungen in den Konzentrationslagern, medizinische Verbrechen, die Ermordung von mindestens 30.000 sowjetischen Kriegsgefangenen, der „Arbeitseinsatz“ der Häftlinge, der Völkermord an den europäischen Juden und den Roma und Sinti sowie die Todesmärsche.

 

Zahlreiche Interaktive Medienstationen bieten unter anderem vertiefende Information über die zum KZ-Kosmos gehörenden 32 Hauptlager sowie Biografien der Schreibtischtäter der IKL, von denen nur zwei nach 1945 wegen ihrer Arbeit in der IKL bestraft wurden. Ein neuartiges virtuelles Aktenregal, das vor allem auch in der pädagogischen Arbeit mit Gruppen eingesetzt werden kann, bietet die Möglichkeit, Einblicke in den bürokratischen Apparat der IKL zu gewinnen.

 

Die von Dipl.-Des. (FH) Clemens Franke, Messe- und Ausstellungsgestaltung (Berlin), gestaltete Ausstellung im original erhaltenen Gebäude der ehemaligen IKL, das heute hauptsächlich vom Finanzamt Oranienburg genutzt wird, befindet sich im Foyer, im Treppenhaus, im „großen Sitzungssaal“ sowie im ehemaligen Dienstzimmer des KZ-Inspekteurs. Mit großformatigen Bildern werden die Besucher bereits beim Betreten auf die besondere historische Bedeutung aufmerksam gemacht. Mit der neuen Ausstellung, die in das dezentrale Museumskonzept der unmittelbar benachbarten Gedenkstätte Sachsenhausen integriert ist, verbindet sich die Hoffnung, dass die weithin unbekannte Zentrale des KZ-Terrors die ihr gebührende öffentliche Aufmerksamkeit findet.

 

Die Kosten für die Ausstellung betragen rund 150.000 Euro. Der überwiegende Teil sind Spenden der Besucherinnen und Besucher der Gedenkstätte Sachsenhausen. Je 25.000 Euro haben das Land Brandenburg und der Bundeskulturbeauftragte bereitgestellt.

 

 

Anschrift und Öffnungszeiten

Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten
Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen
Straße der Nationen 22
16515 Oranienburg

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Fon: +49-03 30 1-20 02 00
Fax: +49-03 30 1-20 02 01
E-mail: besucherdienst(at)gedenkstaette-sachsenhausen.de
Internet: www.gedenkstaette-sachsenhausen.de

Führungen, Projekttage, Seminare nach Vereinbarung. Führung/Projekttage bis max. 15 Pers. kosten 15 Euro, bis 30 Pers. 25 Euro. Bei fremdsprachigen Führungen wird ein Aufschlag von 25 Euro erhoben.

Öffnungszeiten:
15. März bis 14. Oktober: täglich 8-18 Uhr
15. Oktober bis 14. März: täglich 8.30-16.30 Uhr
Montags sind die Museen, das Archiv und die Bibliothek geschlossen. Die Dokumentation „Mord und Massenmord im KZ Sachsenhausen” und das Besucherinformationszentrum sind täglich geöffnet.

RE 5 ab Berlin-Hbf. bis Bhf. Oranienburg
RB 12 ab Bhf. Berlin-Lichtenberg bis Bhf. Oranienburg
S 1 bis Bhf. Oranienburg
Bus 804 (stündlich) Richtung Malz bis zur Gedenkstätte vom Bahnhofsvorplatz oder ausgeschilderter Fußweg (20 Min.)