Orte der Erinnerung 1933-1945

Orte der Erinnerung 1933 - 1945

Gedenkstätten, Dokumentationszentren und Museen
zur Geschichte der nationalsozialistischen Diktatur
in Berlin und Brandenburg

Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen: Von der Erinnerung zum Monument. Die Geschichte der Nationalen Mahn- und Gedenkstätte Sachsenhausen 1950-1990

Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, Foto: Volker Kreidler (2001)

Das Neue Museum, ein von der DDR geschaffener Museumsbau wurde 1959/60 auf den Fundamenten der SS-Garagen im ehemaligen Kommandanturbereich errichtet und mit der Einweihung der Gedenkstätte 1961 als „Museum des antifaschistischen Befreiungskampfes der europäischen Völker” eröffnet.

2002, als im Prozess der Neugestaltung der Gedenkstätte die Sanierungsarbeiten des Neuen Museums unter Leitung des Frankfurter Architekturbüros Braun & Voigt abgeschlossen waren, konnte mit der Wiedereröffnung am 9. Juni 2002 im linken Flügel auch der inhaltlich neu gestaltete 600 Quadratmeter große Museumsbereich mit zwei neuen Dauerausstellungen über die Vor- und Nachgeschichte des KZ Sachsenhausen sowie des sowjetischen Speziallagers der Öffentlichkeit übergeben werden.

Seit der Dauerausstellung 2002 wird erstmals auch der Zeitraum zwischen der Einweihung der Gedenkstätte 1961 und dem Ende der DDR-Ära 1990 dokumentiert: dargestellt werden auch die ersten Anfänge des Gedenkens nach 1945 außerhalb des ehemaligen KZ-Bereiches, die Verwahrlosung und Zerstörung dieses Geländes ab 1950 nach der Auflösung des sowjetischen Speziallagers und der Nutzung durch die „Kasernierte Volkspolizei” und der umstrittene Umgang mit dem Ort des Erinnerns. Als 1953 das ZK der SED den Bau von drei Nationalen Mahn- und Gedenkstätten beschloss, wurde für Sachsenhausen ein Kuratorium, das „Buchenwald-Kollektiv”, eingesetzt, das den Gesamtkomplex des Gedenkstättenareals auf das Lagerdreieck reduzierte, sich für eine planmäßige künstlerische Gestaltung des Gedenkstättengeländes aussprach und den fast völligen Abriss der verbliebenen Originalsubstanz veranlasste.

Anhand von Fotos, Plänen, künstlerischen Studien und Entwürfen der Gestalter, Zeichnungen, Modellen, Kunstwerken, Plakaten, Ausschnitten aus alten Wochenschauen der DDR, der BRD und zahlreichen Gegenständen zeigt die Ausstellung die von den DDR-Architekten und Gestaltern vorgenommenen erheblichen Veränderungen und Überformungen des historischen Ortes ebenso wie wichtige Aspekte des politisch instrumentalisierten Antifaschismus. Die Eröffnung der Nationalen Mahn- und Gedenkstätte Sachsenhausen am 23. April 1961 nutzte die DDR-Staatsführung, um innen- und außenpolitisch die antifaschistische Staatsdoktrin zu demonstrieren. Im letzten Kapitel „Das Monument bröckelt” wird die schleichende Aufweichung der staatlichen Vereinnahmung der Gedenkstätte angezeigt. Dargestellt werden Friedens-, Kirchen- und Bürgerbewegte und „ausgegrenzte” Opfergruppen, die in den 80er Jahren am kommunistischen „Heldenmonopol” rüttelten und den Ort der Gedenkstätte öffentlich in Anspruch nahmen. Deutlich wird auch der allmählich bauliche Verfall der Mahn- und Gedenkstätte in der DDR.

Die Präsentation ist in fünf thematische Schwerpunkte gegliedert, die jeweils mit Schlüsselexponaten veranschaulicht werden. Das Hauptexponat und damit ideales Ausstellungsgebäude ist jedoch das Museum selbst, denn es war Teil der DDR-Gestaltungsanlage und museales Kernstück der Gedenkstätte zugleich. Getragen von diesem  Aspekt gestaltete der Architekt Stefan Haslbeck mit seinem Team die Ausstellung mittels einer Wandabwicklung, in der Vitrinen vor allem für dreidimensionale Exponate,  Filmpräsentationen und Hörbeispiele enthalten sind, um die thematischen Ensembles wirkungsvoll unterzubringen bzw. hervorzuheben. Den jeweiligen Schwerpunkten zugeordnet sind die auf einer großen Betonfläche präsentierten ausdruckstarken großformatigen Exponate, wie z. B. die Bronzeplastik „Stürzender” und das Entwurfsmodell für die Figurengruppe „Pieta” an der „Station Z” und das „Ernst Schneller-Kabinett”, die im Zentrum des Ausstellungsraumes  platziert sind und auch den Raumeindruck bestimmen.

Anschrift und Öffnungszeiten

Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten
Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen
Straße der Nationen 22
16515 Oranienburg

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Fon: +49-03 30 1-20 02 00
Fax: +49-03 30 1-20 02 01
E-mail: besucherdienst(at)gedenkstaette-sachsenhausen.de
Internet: www.gedenkstaette-sachsenhausen.de

Führungen, Projekttage, Seminare nach Vereinbarung. Führung/Projekttage bis max. 15 Pers. kosten 15 Euro, bis 30 Pers. 25 Euro. Bei fremdsprachigen Führungen wird ein Aufschlag von 25 Euro erhoben.

Öffnungszeiten:
15. März bis 14. Oktober: täglich 8-18 Uhr
15. Oktober bis 14. März: täglich 8.30-16.30 Uhr
Montags sind die Museen, das Archiv und die Bibliothek geschlossen. Die Dokumentation „Mord und Massenmord im KZ Sachsenhausen” und das Besucherinformationszentrum sind täglich geöffnet.

RE 5 ab Berlin-Hbf. bis Bhf. Oranienburg
RB 12 ab Bhf. Berlin-Lichtenberg bis Bhf. Oranienburg
S 1 bis Bhf. Oranienburg
Bus 804 (stündlich) Richtung Malz bis zur Gedenkstätte vom Bahnhofsvorplatz oder ausgeschilderter Fußweg (20 Min.)