Orte der Erinnerung 1933-1945

Orte der Erinnerung 1933 - 1945

Gedenkstätten, Dokumentationszentren und Museen
zur Geschichte der nationalsozialistischen Diktatur
in Berlin und Brandenburg

Die Wannsee-Konferenz und der Völkermord an den europäischen Juden

1941 kaufte die SS eine teure Villa in einem eleganten Vorort im Süden von Berlin, gelegen an einem malerisch schönen See: dem Großen Wannsee. Diese Villa wurde zu einem Gäste- und Tagungshaus der SS umgebaut. Am 20. Januar 1942 fand dort eine höchstens zweistündige Besprechung von hohen Staatsbeamten und SS-Männern statt. Der einzige Tagesordnungspunkt der „Besprechung mit anschließendem Frühstück” war die „Endlösung der Judenfrage” (ein Tarnbegriff für „Deportation und Ermordung” der Juden.)

Die 15 Teilnehmer der „Wannsee-Konferenz” besprachen ihre Zusammenarbeit bei der Deportation aller europäischen Juden in die eroberten Gebiete in Ost-Europa. Die SS rechnete mit bis zu 11 Millionen zu ermordenden Menschen! Die Beamten erfuhren von der SS Einzelheiten der bisher erprobten Mordmethoden an zehntausenden russischen, baltischen und polnischen Juden.

Kein Teilnehmer hatte grundsätzliche Bedenken gegen diese Verabredung zu einem bis dahin in der Geschichte einer zivilisierten und kulturell hoch stehenden Nation undenkbaren Staatsverbrechen. Durch diese Verabredung wurde der gesamte deutsche Staatsapparat zum Mittäter beim Völkermord an den Juden, dem etwa sechs Millionen Menschen zum Opfer fielen.

Das Ergebnis dieser „Besprechung” wurde in einem Protokoll festgehalten, das Adolf Eichmann – der Juden- und Deportationsexperte des SD (Sicherheitsdienst der SS) – verfasste und das 1947 in den Akten des deutschen Auswärtigen Amtes gefunden wurde. Die Sprache ist zwar bürokratisch und enthält viele Tarnbegriffe, dennoch bleibt kein Zweifel an der beabsichtigten vollständigen Auslöschung allen jüdischen Lebens im deutschen Machtbereich. 

Es sind viele Dokumente zu den Nazi-Verbrechen überliefert. Kein Dokument belegt jedoch auf so ranghoher staatlicher Ebene die Verabredung zum Völkermord. Nach dem Tagungsort wird es genannt: Das „Wannsee-Protokoll”.

Die Ausstellung besteht aus 35 Tafeln im Format 90cm (Breite) x 125cm (Höhe) und beinhaltet die Kapitel bzw. Themen:

I. Rassistischer Antisemitismus seit dem 19. Jahrhundert
II. Rassismus und Antisemitismus werden zur staatlichen Politik
III. Gewalt, Demütigung und Zwangsauswanderung
IV. Rassismus im Krieg: Radikalisierung zum Massenmord
V. Vom Massenmord zum systematischen Völkermord – Die Wannsee-Konferenz am 20. Januar 1942
VI. Raub, Zwangsarbeit und Vernichtungslager

Es handelt sich um professionell gestaltete, ganzseitige farbige Fotodrucke von hochwertiger Qualität. Die Ausdrucke sind auf stabile Tafeln aufgezogen (3mm starker, harter Kunststoffträger Forex) und leicht zu tragen. Die Hängung erfolgt mittels Schnüren, die durch zwei Ösen auf der Rückseite jeder Tafel gezogen werden können. Es reicht also ein Nagel an der Wand bzw. ein ausstellungsübliches Schienensystem zur Hängung von Bildern. Die Tafeln haben keinen Wetterschutz-Überzug, sind also nur für Innenräume geeignet.

Zum Leihverfahren:
Die Ausstellung kann von Gedenkstätten, Schulen, Museen und Bildungseinrichtungen aller Art ausgeliehen werden. Das Haus der Wannsee-Konferenz verlangt keine Leihgebühren. Als Kosten fallen nur der Transport (kann mit einem PKW-Kombi leicht bewerkstelligt werden) und die Versicherung gegen Verlust, Zerstörung und Beschädigung an.

Anschrift und Öffnungszeiten

Haus der Wannsee-Konferenz
Gedenk- und Bildungsstätte
Am Großen Wannsee 56-58
14109 Berlin

Tel.: 030/80 50 01 0
Fax: 030/80 50 01 27
E-mail: info(at)ghwk.de
Internet: http://www.ghwk.de

Öffnungszeiten:
Dauerausstellung täglich 10-18 Uhr
Bibliothek/Mediothek Mo-Fr 10 bis 18 Uhr
geschlossen:Karfreitag, 1. Mai, Himmelfahrt, 3. Oktober, 24. bis 26. Dezember, 31. Dezember, 1. Januar

S-Bahn Linie S1 oder S7 bis S-Bahnhof Wannsee,
dann Bus 114 bis Haltestelle „Haus der Wannsee-Konferenz”
oder
RegionalExpress (Deutsche Bahn) bis Bahnhof Wannsee,
dann Bus 114 bis Haltestelle „Haus der Wannsee-Konferenz”