Orte der Erinnerung 1933-1945

Orte der Erinnerung 1933 - 1945

Gedenkstätten, Dokumentationszentren und Museen
zur Geschichte der nationalsozialistischen Diktatur
in Berlin und Brandenburg

Eliane Jeannin-Garreau – „…wir sind die letzten Zeugen”. Zeichnungen 1944/1989

1944 gelingt es einer französischen Widerstandskämpferin, im Frauen-KZ Ravensbrück heimlich zu zeichnen. Mit ihrem mühsam „organisierten” Bleistiftstummel hält sie auf der Rückseite von NS-Propgandazeitungen Szenen des Lagerlebens fest. 22 dieser Skizzenblätter schmuggelt eine Kameradin bei ihrer vorzeitigen Befreiung durch das schwedische Rote Kreuz aus dem Lager. Die Zeichnungen ruhten jahrzehntelang im Schreibtisch eines Schweden, ehe er sich ihrer wieder erinnerte und sie 1995 der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück übergab. Einziger Hinweis auf die Zeichnerin ist die Signatur „EJ” oder „Eliane” auf sechs der Skizzen.

Trotzdem gelingt 1997 mit Hilfe ehemaliger französischer Deportierter das fast Unglaubliche: Die Zeichnerin Eliane Jeannin-Garreau, eine der weit über 7.000 im Frauen-KZ Ravensbrück internierten Französinnen, kann identifiziert und sogar ausfindig gemacht werden. Es entsteht ein Kontakt zwischen der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück und Eliane Jeannin-Garreau, die in einem intensiven Schriftwechsel ihre wieder aufgefundenen Zeichnungen kommentiert. Diese faszinierende Frau, ehemalige Studentin der Malerei, hochdekoriertes Mitglied der Résistance und für ihren 1992 veröffentlichten Erinnerungsbericht über die Zeit der Deportation mit dem „Prix d’histoire générale” der Academie Française ausgezeichnet, verstarb 1999 im Alter von 88 Jahren.

In der Ausstellung werden in 48 gerahmten Tafeln die Skizzen von 1944, seltene, wertvolle Zeugnisse aus dem Konzentrationslager, gemeinsam mit Kohlezeichnungen von Eliane Jeannin-Garreau, auf denen sie 1989 ihre schmerzhaften Erinnerungen an jene Zeit wiederaufleben läßt, zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert. Außerdem werden ein Videofilm über die Künstlerin sowie Auszüge aus Ihren Briefen zu sehen sein.

Anschrift und Öffnungszeiten

Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück
Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten
Straße der Nationen 
16798 Fürstenberg/Havel 

Fon: +49-03 09 3-60 38 5
Fax: +49-03 09 3-60 38 6
E-mail: paedagogik(at)ravensbrueck.de
Internet: www.ravensbrueck.de

Führungen, Projekttage, Seminare nach Vereinbarung. Führungen/Projekttage bis max. 15 Pers. kosten 15 Euro, bis 30 Pers. 25 Euro. Bei fremdsprachigen Führungen wird ein Aufschlag von 25 Euro erhoben.

Öffnungszeiten:
Di-So 9-17 Uhr (letzter Einlass 16.30 Uhr)
Das Gedenkstättengelände ist von 9-18 Uhr zugänglich, im Sommerhalbjahr (1. Mai - 30. September) bis 20 Uhr

Eintritt frei

RE 5 ab Berlin-Hbf. bis Bhf. Fürstenberg/Havel
Fußweg zur Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück ca. 3 km