Orte der Erinnerung 1933-1945

Orte der Erinnerung 1933 - 1945

Gedenkstätten, Dokumentationszentren und Museen
zur Geschichte der nationalsozialistischen Diktatur
in Berlin und Brandenburg

»...unmöglich, diesen Schrecken aufzuhalten.« Die medizinische Versorgung durch Häftlinge im Frauen-KZ Ravensbrück

Die SS verschleppte 120.000 Frauen aus 30 Ländern nach Ravensbrück, 80 km nördlich von Berlin. Hier war 1939– 1945 das grösste Frauenkonzentrationslager auf deutschem Gebiet.

Im Mittelpunkt der Wanderausstellung über das Krankenrevier im KZ Ravensbrück steht die Arbeit des medizinischen Häftlingspersonals im Frauenlager.

Die SS hatte Häftlinge aus unterschiedlichen Ländern Ost- und Westeuropas als Ärztinnen und Pflegerinnen eingesetzt. Ihre Position als Funktionshäftlinge verlangte eine dauernde Gratwanderung zwischen den Befehlen der SS, ihren eigenen Überlebensinteressen und den Bedürfnissen der Kranken.

Was konnten sie tun? Was taten sie?

Die meisten von ihnen versuchten, ohne ausreichende Medikamente und Verbandsmaterialien, kranken und verletzten Mithäftlingen zu helfen. Ihre Patientinnen beurteilten ihre Arbeit jedoch, wie die Berichte von Überlebenden dokumentieren, sehr unterschiedlich. Neben der Anerkennung ihres Einsatzes für die Mithäftlinge wurden sie u.a. auch für die Nichtbehandlung von Kranken, Selektionen und Tötungen mitverantwortlich gemacht.

Anhand von Fotos, Dokumenten, Zeichnungen und Schriftzeugnissen ehemaliger Revierarbeiterinnen und ihrer Patientinnen, beleuchtet die Ausstellung Facetten des Lageralltags, in dem das Krank-werden oder Krank-sein, oftmals den ersten Schritt zum Sterben oder Vernichtung bedeutete.

Die Ausstellung behandelt folgende Themen:

  • Frauen-KZ Ravensbrück
  • KZ-Abteilung Lagerarzt
  • Krankenrevier
  • Einsatz von Häftlingen als Ärztinnen und Pflegerinnen
  • Aufnahme
  • Warten
  • Hygiene
  • Krankheiten im Lager
  • Arbeitsunfälle
  • Medizinische Verbrechen
  • Geburtenabteilung
  • Pathologie
  • Zeichnungen als Dank
  • Britische Prozesse in Hamburg
  • Ravensbrück-Prozess in der Sowjetunion

 

Es werden Häftlinge vorgestellt, die im Krankenrevier gearbeitet haben: Doris Maase, Henryka Prus-Stanecka, Zdeňa (Zdeňka) Nedvědová-Nejedlá, Sunneva Sandø Pedersen, Cécile Goldet, Vera Udowenko-Bobkowa, Majda Mačkovšek, Adélaïde Hautval, Anne Spoerry, Mara Beltschewa-Göbelsmann, František Šil, Conrad Finkelmeier

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