Orte der Erinnerung 1933-1945

Orte der Erinnerung 1933 - 1945

Gedenkstätten, Dokumentationszentren und Museen
zur Geschichte der nationalsozialistischen Diktatur
in Berlin und Brandenburg

Mahnmal Gleis 17 – Berlin Grunewald

Im westlichen Stadtrand von Berlin befindet sich der S-Bahnhof Grunewald. Von diesem Bahnhof aus fuhren von Herbst 1941 bis vermutlich Frühjahr 1942 Deportationszüge mit Berliner Juden in Ghettos und Vernichtungslager im Osten. Das von der Deutschen Bahn initiierte Mahnmal Gleis 17 erinnert an die Deportationstransporte der Deutschen Reichsbahn.

Die Ständige Konferenz der Leiter der NS-Gedenkorte im Berliner Raum erinnert seit 2011 im Rahmen einer Gedenkveranstaltung zusammen mit dem Berliner Senat, der Jüdischen Gemeinde zu Berlin und der Deutschen Bahn an die Deportationen von Berliner Juden in die nationalsozialistischen Vernichtungslager. Die Zeremonie findet jedes Jahr im Oktober statt.

Am 18. Oktober 1941 begannen das Reichssicherheitshauptamt in Zusammenarbeit mit dem Reichsverkehrsministerium damit, Juden aus Berlin zu deportieren. An diesem Tag verließ ein Sonderzug der Deutschen Reichsbahn mit mehr als 1.000 Berliner Juden den Bahnhof Grunewald. Ziel dieses ersten Transportes war das Ghetto Lodz. Polizei und SS hatten zuvor den Transport in einem jüdischen Sammellager, das sich in der Synagoge in der Levetzowstraße im Bezirk Moabit befand, zusammengestellt. Die meisten der Männer, Frauen und Kinder trieben sie daraufhin zu Fuß nach Grunewald. Bis März 1945 folgten insgesamt mehr als 180 weitere Transporte aus Berlin in Ghettos sowie ab August 1942 auch auf direktem Weg in Vernichtungslager. Ab 1942 fuhren Deportationszüge auch vom Anhalter Bahnhof und vom Güterbahnhof Moabit ab. Die Planung der Deportationen oblag dem Reichssicherheitshauptamt, für die Durchführung waren die örtlichen Staatspolizeileitstellen zuständig. Bei den Deportationen waren die nationalsozialistischen Behörden auf die Zusammenarbeit mit der Deutschen Reichsbahn angewiesen. Bestanden die Sonderzüge anfangs noch aus älteren Personenzügen, stellte die Reichsbahn ab 1942 vermehrt Güterwaggons für die Deportationen zur Verfügung. Die »Beförderung« der Juden stellte die Bahn der jüdischen Gemeinde in Rechnung - pro gefahrenen Kilometer vier Pfennig für Erwachsene und zwei Pfennig für Kinder über vier Jahren.

Über 50.000 Juden starben nach Deportationen aus Berlin. Viele Transporte endeten in den Ghettos Theresienstadt, Minsk, Riga, Kaunas und Lodz. Ab Juli 1942 gingen mehrere Transporte mit Berliner Juden direkt nach Auschwitz-Birkenau und in andere Vernichtungslager. Etwa 500 Juden aus Städten und Gemeinden in der Umgebung der Hauptstadt wurden ebenfalls von Berlin aus deportiert.

 Text: http://www.memorialmuseums.org/

Anschrift und Öffnungszeiten

Mahnmal Gleis 17 – Berlin Grunewald

Am Bahnhof Grunewald 1, 14193 Berlin

Das Denkmal ist jederzeit zugänglich.

Besucherservice

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Bus M49
S-Bahnhöfe: S7, Grunewald