Orte der Erinnerung 1933 - 1945

Gedenkstätten, Dokumentationszentren und Museen
zur Geschichte der nationalsozialistischen Diktatur
in Berlin und Brandenburg

Gedenkstätte Todesmarsch im Belower Wald

Gedenkstätte Todesmarsch im Belower Wald

Bei Heranrücken der Front trieb die SS am 21. April 1945 mehr als 30.000 Häftlinge des KZ Sachsenhausen, unter ihnen Frauen und Kinder, zu Fuß Richtung Nordwesten auf einen Todesmarsch. Für die meisten von ihnen endete der Marsch mit ihrer Befreiung zwischen dem 3. und 6. Mai 1945 im Raum Parchim-Ludwigslust-Schwerin, Hunderte starben unterwegs oder wurden von der SS erschossen.

Vom 23. bis zum 29. April wurde der Großteil der Kolonnen, mehr als 16.000 Häftlinge, im Belower Wald nahe Wittstock zusammengezogen. Sie lagerten ohne Unterkunft und Versorgung im Wald, mit Stacheldraht umzäunt und von einer Postenkette bewacht. Die Kommandoführer waren in einem dem Waldstück gegenüber liegenden Hirtenhaus untergebracht, der KZ-Kommandant Kaindl samt Begleitung für kurze Zeit in Below. Nach Verhandlungen mit der SS wurde einer Delegation des Internationalen Roten Kreuzes gestattet, Lebensmittelpakete zu verteilen und im benachbarten Dorf Grabow ein Nothospital einzurichten.

Die Gedenkstätte Todesmarsch im Belower Wald wurde nach umfassender Neugestaltung im April 2010 anlässlich des 65. Jahrestages der Befreiung wiedereröffnet. Im Mittelpunkt steht das rund 20.000 m² große historische Waldgelände. Zahlreiche Bäume tragen Inschriften, die von Häftlingen stammen. Neben dem Wald befindet sich auf einem Plateau die neue Open-Air-Ausstellung „April 1945: Der Todesmarsch der Häftlinge des KZ Sachsenhausen”. Auf Glasstelen informiert sie mit Texten, Fotos, Dokumenten, Zeichnungen und zahlreichen Berichten von Überlebenden über die Räumung des KZ Sachsenhausen, den Todesmarsch, das Waldlager in Below und die Befreiung. In einer klimatisierten Vitrine werden außerdem Fundstücke aus dem Belower Wald gezeigt.

Im ehemaligen Museumsgebäude, das 2002 bei einem rechtsextremistischen Brandanschlag schwer beschädigt wurde, befindet sich eine pädagogische Projektwerkstatt.

Anschrift

Gedenkstätte Todesmarsch im Belower Wald
Außenstelle der Gedenkstätte und des Museums Sachsenhausen / Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten
Belower Damm 1
16909 Wittstock

Tel: +49(0)39925-2478
Fax: +49(0)39925-77835

E-Mail: below@gedenkstaette-sachsenhausen.de
Internet: www.stiftung-bg.de

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A 24 (Berlin-Hamburg, Abfahrt Pritzwalk) und über die A 19 (Berlin-Rostock, Abfahrt Wittstock); in Wittstock L 153 Richtung Röbel, hinter Alt Daber links, Beschilderung folgen.

Öffnungszeiten:
Die Open-Air-Ausstellung und das historische Waldgelände sind bei Tageslicht begehbar.
Für pädagogische Projektarbeit und Führungen ist eine Voranmeldung erforderlich.
Das Büro und der Buchverkauf sind Mo bis Fr von 10 bis 16 Uhr geöffnet.
24.-26. Dezember, 31. Dezember sowie 1. Januar geschlossen

Preise:
Eintritt frei