Orte der Erinnerung 1933-1945

Orte der Erinnerung 1933 - 1945

Gedenkstätten, Dokumentationszentren und Museen
zur Geschichte der nationalsozialistischen Diktatur
in Berlin und Brandenburg

Dr. Maria Theodora von dem Bottlenberg-Landsberg Die Weißen Blätter – Eine konservative Zeitschrift im und gegen den Nationalsozialismus

18.04.2013, 19 Uhr
Buchpräsentation

Dr. Maria Theodora von dem Bottlenberg-Landsberg
Die Weißen Blätter – Eine konservative Zeitschrift im und gegen den Nationalsozialismus


Donnerstag, 18. April 2013
19 Uhr

Immer wieder wird in der Fachliteratur auf die Nähe konservativer Einstellungen zum Nationalsozialismus hingewiesen.

Die in der Zeit des NS-Regimes von dem Monarchisten Karl Ludwig Freiherr zu Guttenberg herausgegebene Zeitschrift „Weiße Blätter – Monatszeitschrift für Geschichte, Tradition und Staat“ gibt durch ihren Inhalt an vielen Stellen dieser Behauptung nur vordergründig recht. Tatsächlich rechneten die Zeitgenossen sie dem Widerstand zu, und den Nationalsozialisten war sie mehr als verdächtig. Die „Weißen Blätter“ waren im geistig gleichgeschalteten Umfeld eine der wenigen verbliebenen Plattformen, wo „andere“ Wertvorstellungen veröffentlicht und gelesen werden konnten. Bei ihrem Verbot 1943 boten sie eine der letzten Möglichkeiten in Deutschland, gegen das Regime zu veröffentlichen. Konsequenterweise schloss sich der Herausgeber Guttenberg aktiv der Widerstandsbewegung an und wurde nachdem Attentat vom 20. Juli 1944 verhaftet und in der Nacht vom 23. auf den 24. April 1945 ohne Prozess ermordet.

Die Autorin, Guttenbergs Tochter, weist sowohl in der Darstellung der Geschichte der Zeitschrift als auch durch Inhaltsanalysen von Beiträgen nach, dass konservative Einstellung und nationalsozialistisches Gedankengut mitnichten deckungsgleich waren. Allein schon die Veröffentlichung der von tiefen religiösen Wurzeln geprägten Texte der Dichter Reinhold Schneider oder Jochen Klepper waren ein Akt des Widerstands. Aber auch andere Artikel werfen manches Schlaglicht auf die Möglichkeiten wie auf die Gefahren nicht-konformer publizistischer Tätigkeit.

Das Buch schließt eine wichtige Lücke in der Erforschung antinationalsozialistischer Publikationsgeschichte. Der Band mit 348 Seiten und 24 Abbildungen ist im Lukas-Verlag für Kunst- und Geistesgeschichte erschienenund kostet 19,80 Euro.

Gedenkstätte Deutscher Widerstand
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