Orte der Erinnerung 1933-1945

Orte der Erinnerung 1933 - 1945

Gedenkstätten, Dokumentationszentren und Museen
zur Geschichte der nationalsozialistischen Diktatur
in Berlin und Brandenburg

Hans Coppi / Sabine Kebir: Ilse Stöbe: Wieder im Amt. Eine Widerstandskämpferin in der Wilhelmstraße

27.06.2013, 19 Uhr
Buchpräsentation

Hans Coppi / Sabine Kebir: Ilse Stöbe: Wieder im Amt. Eine Widerstandskämpferin in der Wilhelmstraße

Donnerstag, 27. Juni 2013,
19 Uhr

Ilse Stöbe, 1911 in einer Berliner Handwerkerfamilie geboren, arbeitete seit 1930 bei dem Chefredakteur des Berliner Tageblatts, Theodor Wolff. Dort lernte sie auch Rudolf Herrn-stadt kennen, der sie für eine Zusammenarbeit mit dem sowjetischen militärischen Nach-richtendienst GRU gewann. In der zweiten Hälfte der 1930er Jahre hielt sie sich in War-schau auf und war dort als Auslandskorrespondentin für Schweizer und deutsche Zeitungen tätig. 1940 war sie in der Informationsabteilung des Auswärtigen Amtes angestellt. Bis Mitte Juni 1941 leitete sie vertrauliche Informationen – vor allem zum bevorstehenden Überfall auf die Sowjetunion – an die sowjetische Botschaft in Berlin weiter.

Als die Gestapo den Namen von Ilse Stöbe in einem Funkspruch aus Moskau entdeckte, wurde sie am 12. September 1942 im Rahmen des Fahndungs- und Ermittlungskomplexes »Rote Kapelle« festgenommen, der Legationsrat im Auswärtigen Amt, Rudolf von Scheliha, sieben Wochen später. Beide wurden am 14. Dezember vom Reichskriegsgericht zum Tode verurteilt und am 22. Dezember 1942 in Plötzensee hingerichtet. Bisher fehlt Ilse Stöbes Name auf der Gedenktafel, die ermordete Gegner des NS-Regimes aus dem Auswärtigen Amt ehrt. Der Historiker Hans Coppi beschreibt unter Nutzung zahlreicher bisher nicht bekannter Quellen das Leben der Gegnerin des NS-Regimes.

Die Literaturwissenschaftlerin Sabine Kebir befasst sich mit der Rezeption Stöbes durch ihre Zeitgenossen Theodor Wolff und den Verleger Helmut Kindler. Der Band mit einem Vorwort der Politologin Johanna Bussemer und des Bundestagsabge-ordneten Wolfgang Gehrcke ist im VSA Verlag erschienen, hat 224 Seiten und kostet 16,80 Euro.

Gedenkstätte Deutscher Widerstand
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10785 Berlin

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