Orte der Erinnerung 1933-1945

Orte der Erinnerung 1933 - 1945

Gedenkstätten, Dokumentationszentren und Museen
zur Geschichte der nationalsozialistischen Diktatur
in Berlin und Brandenburg

Lemberg 1941. Gewalt in Bildern – Gewalt der Bilder – Gewalt an Bildern

05.03.2013, 19 Uhr
Vortrag

Lemberg 1941. Gewalt in Bildern – Gewalt der Bilder – Gewalt an Bildern

Dienstag, 5.März 2013,
19 Uhr

Vortrag: Prof. Dr. Gerhard Paul, Flensburg
Moderation: Klaus Hesse, Berlin

seinem neuen Buch BilderMACHT. Studien zur Visual History des 20. und 21. Jahrhunderts (2013) befasst sich Gerhard Paul mit der Visualisierung von Gewalt im 20. Jahrhundert und dabei schwerpunktmäßig mit der NS-Geschichte. Ein Kapitel thematisiert die u.a. im Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz überlieferten Fotografien des Judenmords in Lemberg/Lviv vom 30. Juni/1. Juli 1941 sowie zwei Filmstreifen zu diesen Ereignissen. Vermutlich ist kein Pogrom in stehenden und bewegten Bildern jemals umfassender festgehalten worden als der von Lemberg gegen die dort lebende jüdische Bevölkerung. Die Ereignisse wurden gleich von Dutzenden von „Knipsern” und Schmalfilmamateuren aus den Reihen der Wehrmacht und der SS sowie von Bildberichtern und Kameramännern der Propagandakompanien auf Fotografien und 8- und 16-mm-Filmen gebannt. Zum Teil bezeugten sich die Fotografen und Kameramänner in ihren Aufnahmen gegenseitig ihre Teilnahme an dem Geschehen. Dabei geriet Fotografieren und Filmen selbst zu einem Akt der Gewalt, der konstitutiver Bestandteil der Ereignisse war. Fotografien und Filmstreifen waren damit mehr als nur visuelle Belege, sie waren „aktive Dokumente” der Gewalt. Gerhard Paul kontextualisiert und analysiert nun erstmals Bildserie und Filmdokumente. Zugleich verfolgt er ihre Verwendung bis in die Gegenwart hinein.

Gerhard Paul, 1951 geboren, ist Professor für Geschichte und ihre Didaktik an der Universität Flensburg. Zu seinen Arbeitsschwerpunkten gehören die NS-Täterforschung sowie die Medialität und Visualität der Geschichte. Er hat zahlreiche Publikationen zur Gestapo vorgelegt. Zu den neueren Veröffentlichungen gehören Bilder des Krieges – Krieg der Bilder. Die Visualisierung des modernen Krieges (2004), Visual History. Ein Studienbuch (2006, Hg.), das zweibändige Werk Das Jahrhundert der Bilder (2008/09, Hg.) sowie Öffentliche Erinnerung und Medialisierung des Nationalsozialismus (2010, hg. mit Bernhard Schoßig). Sein neues Buch BilderMACHT. Studien zur Visual History des 20. und 21. Jahrhunderts erscheint Ende Februar 2013. Derzeit erhält Paul die Forschungsförderung „opus magnum” für sein Projekt zur „Visual History” des 20. Jahrhunderts.

Klaus Hesse ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der Stiftung Topographie des Terrors und Kurator der Dauerausstellung „Topographie des Terrors. Gestapo, SS und Reichssicherheitshauptamt in der Wilhelm- und Prinz-Albrecht-Straße”.

Topographie des Terrors. Gestapo, SS und Reichssicherheitshauptamt
in der Wilhelm- und Prinz-Albrecht-Straße
Niederkirchnerstraße 8
10963 Berlin-Kreuzberg

Tel.: +49(0)30-25 45 09-50
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