Orte der Erinnerung 1933-1945

Orte der Erinnerung 1933 - 1945

Gedenkstätten, Dokumentationszentren und Museen
zur Geschichte der nationalsozialistischen Diktatur
in Berlin und Brandenburg

Ravensbrück. Rückblicke 2013 - Bilder, Lesung, Musik

29.11.2013, 19 Uhr
Benefizveranstaltung

Eine Wandergitarre und die Geschichte der polnischen Häftlinge im KZ Ravensbrück stehen im Mittelpunkt der Benefizveranstaltung der Gedenkstätte Ravensbrück in Berlin

Freitag, 29. November 2013,
19 Uhr

Die Mitte des 19. Jahrhunderts von dem Instrumentenbauer Johann Anton Stauffer gefertigte Wandergitarre von Cölestine Hübner hat eine bewegte Geschichte hinter sich: Als letzte Besitzerin trat die österreichische Hilfsarbeiterin und Kommunistin mit ihr als „Heurigensängerin“ in Wiener Weinschänken auf. Hübner wurde 1939 verhaftet und 1942 in das KZ Ravensbrück eingewiesen. Ihre Gitarre durfte sie mit in das Lager bringen, musste aber für die SS bei „Wiener Abenden“ singen und spielen, mitunter auch als Duo „Tini und Mimi“ mit der ebenfalls im KZ Ravensbrück inhaftierten Österreicherin Hermine Freiberger. Sie sang aber auch für Mitgefangene zur Gitarre und begleitete den deutsch-österreichischen Chor. Als einziger der heimlich gegründeten Lagerchöre erhielt dieser Chor von der SS die Genehmigung für einige Aufführungen.

Seit April diesen Jahres ist die Gitarre eines der Exponate in der neuen Hauptausstellung in der Gedenkstätte Ravensbrück. Das mehr als 150 Jahre alte Instrument ist allerdings nach dem Urteil des Leipziger Restaurators Philipp Neumann in einem „fragilen Zustand“ und muss dringend restauriert werden. Die Wandergitarre von Cölestine Hübner und die Geschichte der polnischen Häftlinge im KZ Ravensbrück stehen im Mittelpunkt der traditionellen Benefizveranstaltung der Gedenkstätte Ravensbrück zum Jahresende. In diesem Jahr lädt die Gedenkstätte gemeinsam mit dem Internationalen Freundeskreis und dem Zentrum für Historische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften am Freitag, 29. November 2014, um 19 Uhr zu der Veranstaltung „Ravensbrück. Rückblicke 2013 - Bilder, Lesung, Musik“ nach Berlin ein.

Prof. Dr. Robert Traba, Direktor des Zentrums für Historische Forschung Berlin, wird über das polnische Ravensbrück-Gedächtnis sprechen. Mit rund 37.000 Häftlingen stellten die Polinnen die größte nationale Häftlingsgruppe im KZ Ravensbrück. Gedenkstättenleiterin Dr. Insa Eschebach wird auf die Arbeit der Gedenkstätte Ravensbrück in diesem Jahr zurückblicken. Außerdem werden Projekte und Neuerscheinungen zu Ravensbrück präsentiert. Das musikalische Programm wird von der Pianistin Aziza Sadikova gestaltet. Außerdem werden Spenden für die Restaurierung der Wandergitarre von Cölestine Hübner erbeten.




Zentrum für Historische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften
Majakowskiring 47,
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