Orte der Erinnerung 1933-1945

Orte der Erinnerung 1933 - 1945

Gedenkstätten, Dokumentationszentren und Museen
zur Geschichte der nationalsozialistischen Diktatur
in Berlin und Brandenburg

72. Jahrestag der Befreiung des Frauenkonzentrationslagers Ravensbrück

22.04.2017 - 23.04.2017
Gedenkveranstaltung

72. Jahrestag der Befreiung des Frauenkonzentrationslagers Ravensbrück


Sonnabend, 22.4., und Sonntag, 23.4.2017

Mit Gesprächsrunden, Buchvorstellungen, Lesungen, Ausstellungen und Gedenkveranstaltungen erinnern die Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück und das Internationale Ravensbrück Komitee am 22. und 23. April 2017 an die Befreiung des Frauen-Konzentrationslagers vor 72 Jahren. Dazu werden rund 20 Überlebende vor allem aus Polen erwartet. Bei der zentralen Gedenkveranstaltung am Sonntag, 23. April 2017, um 10 Uhr werden Barbara Piotrowska, die als Kind im KZ Ravensbrück inhaftiert war und das Internationale Ravensbrück Komitee vertritt, Kulturstaatssekretärin Dr. Ulrike Gutheil und der österreichische Schriftsteller Robert Schindel zu den Anwesenden sprechen.

Robert Schindel wurde 1944 als Kind jüdischer Kommunisten geboren. Nach deren Verhaftung überlebte er im jüdischen Kinderspital in Wien, während sein Vater im KZ Dachau ermordet wurde und seine Mütter die Konzentrationslager Auschwitz und Ravensbrück überlebte. In seinen Werken spielen die Schoa und die Auseinandersetzung mit der „Vergessenshauptstadt“ Wien eine zentrale Rolle.

In einer Ausstellung, die am 23. April um 13 Uhr im Großen Foyer des ehemaligen Garagentraktes eröffnet wird, werden 13 Porträts ehemaliger Ravensbrückerinnen des Dresdner Malers Christoph Wetzel gezeigt. Die Gemälde von Überlebenden, die sich für die Erinnerung an Ravensbrück auf unterschiedliche Weise engagiert haben, sind zwischen 1991 und 2008 im Auftrag der Gedenkstätte Ravensbrück entstanden. Christoph Wetzel, der u.a. durch seine Rekonstruktion der Kuppelfresken in der Dresdener Frauenkirche Bekanntheit erlangte, wird bei der Eröffnung anwesend sein.

Ebenfalls am 23. April um 14 Uhr stellt der Internationale Freundeskreis für die Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück e.V. den Band „Zwangsarbeit für Siemens im Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück. Kommentierte Berichte von Zeitzeuginnen“ vor. Er versammelt Berichte von 75 ehemaligen KZ-Häftlingen aus ganz Europa, die in der 1942 errichteten Siemens-Fertigungsstelle im KZ Ravensbrück Zwangsarbeit leisten mussten. Sie liefern ein vielstimmiges Bild über die Arbeits- und Lebensbedingungen, die Beziehungen zu den Zivilarbeitern und den Bewachern sowie die Möglichkeiten der Sabotage. Dr. Ewald Blocher vom Siemens Historical Institute München / Berlin, das dieses Projekt mit einer großzügigen Spende ermöglicht hat, wird ein Grußwort sprechen. Begleitet wird die Buchpräsentation durch eine Fotoausstellung, die die materiellen Produkte der Zwangsarbeit bei Siemens Ravensbrück zeigt: Relais, Kupferdrahtspulen, Kehlkopfmikrofone sowie Teile von Feldtelefonen.

Zwischen 1939 und 1945 sind im KZ Ravensbrück 132.000 Frauen, 20.000 Männer und 1.000 weibliche Jugendliche des "Jugendschutzlagers Uckermark" als Häftlinge registriert worden. Die Häftlinge stammten aus über 40 Nationen, unter ihnen befanden sich auch zahlreiche Juden sowie Sinti und Roma. Zehntausende wurden ermordet oder starben an Hunger, Krankheiten oder durch medizinische Experimente. Nach dem Bau einer Gaskammer Ende 1944 wurden rund 6.000 Häftlinge von der SS vergast. Ende April 1945 trieb die SS Zehntausende Häftlinge auf Todesmärsche in Richtung Nordwesten. 3.000 zurück gelassene Kranke wurden am 30. April 1945 durch die Rote Armee befreit.

 Alle Veranstaltungen aus Anlass des 72. Jahrestages finden Sie im PDF.

Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück
Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten
Straße der Nationen 
16798 Fürstenberg/Havel 

Tel.: +49(0)33 093-60 38-5
Fax: +49(0)33 093-60 38-6

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Internet: www.ravensbrueck.de

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