Orte der Erinnerung 1933-1945

Orte der Erinnerung 1933 - 1945

Gedenkstätten, Dokumentationszentren und Museen
zur Geschichte der nationalsozialistischen Diktatur
in Berlin und Brandenburg

Antisemitismus in Europa: Der Fall Rumänien

28.02.2017, 19 Uhr
Vortrag

Antisemitismus in Europa: Der Fall Rumänien

Dienstag, 28. Februar 2017,
19 Uhr



Vortrag: Dr. Iulia Onac, Bukarest
Moderation: Prof. Dr. Ulrich Wyrwa , Berlin

Eintritt frei

Im Rahmen der Reihe Antisemitismus in Europa 1879–1945

(Gemeinsam mit dem Zentrum für Antisemitismusforschung der Technischen Universität Berlin und der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas)

Rumänien galt in der europäisch-jüdischen Öffentlichkeit in den Jahrzehnten um 1900 neben Russland als das Land, in dem die Lage der Juden am  schwierigsten und der politische Antisemitis­mus am heftigsten war. Nachdem die Unabhängigkeit des 1861 gegründeten Staats Rumänien 1878 auf dem Berliner Kongress völkerrechtlich anerkannt worden war, hätte den knapp 270.000 rumänischen Juden, etwa 4,5% der Gesamtbevölkerung, nach dem Berliner Vertrag die Staatsbürgerschaft erteilt werden müssen. Das rumänische Parlament hintertrieb diesen Vertrag jedoch, und nur eine sehr kleine Gruppe von Juden wurde als rumänische Staatsbürger anerkannt. Erst 1923 wurde ihre Gleichberechtigung mit der neuen Verfassung garantiert. Mit der faschistischen Legion „Erzengel Michael” entstand  jedoch 1927 eine Organisation, die zahllose antisemitische Überfälle verantwortete, bis 1940 unter dem Machthaber General Ion Antonescu die gesetzlichen Bestimmungen gegen Juden  erheblich verschärft wurden. Eine neue Dimension erreichte die Verfolgung und Vernichtung der Juden Rumäniens dann durch den Kriegseintritt des Landes 1941 als Verbündeter des Deutschen Reichs.
In ihrem Vortrag geht Iulia Onac der Entstehung und Entwicklung des Antisemitismus in Rumänien im 19. und 20. Jahrhundert nach.

Iulia Onac, 1980 geboren, ist Historikerin und arbeitet als Geschichtslehrerin in Rumänien. Sie promovierte am Zentrum für Antisemitismusforschung im Rahmen des Forschungskollegs zum Antisemitismus in Europa mit einer Studie über die Aspekte des Antisemitismus in Rumänien 1878–1914.

Ulrich Wyrwa, 1954 geboren, Historiker, ist Professor am Zentrum für Antisemitismusforschung der Technischen Universität Berlin und wissenschaftlicher Leiter des Forschungskollegs „Antisemitismus in Europa”.

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