Orte der Erinnerung 1933-1945

Orte der Erinnerung 1933 - 1945

Gedenkstätten, Dokumentationszentren und Museen
zur Geschichte der nationalsozialistischen Diktatur
in Berlin und Brandenburg

Das Zugangsverbot für Juden im norwegischen Grundgesetz von 1814 und seine Wiedereinführung durch Quisling im Jahre 1942

31.01.2017, 19 Uhr
Vortrag

Das Zugangsverbot für Juden im norwegischen Grundgesetz von 1814 und seine Wiedereinführung durch Quisling im Jahre 1942

Dienstag, 31. Januar 2017,
19 Uhr


Vorträge: Prof. Dr. Christhard Hoffmann, Bergen/Oslo, Dr. Håkon Harket, Oslo
Prof. Dr. Iwan-Michelangelo D’Aprile, Potsdam
Moderation: Prof. Dr. Stefanie Schüler-Springorum, Berlin

– Eintritt frei –

Im Rahmen der Vortragsreihe Antisemitismus in Europa 1879–1945

(Gemeinsam mit dem Zentrum für Antisemitismusforschung der Technischen Universität Berlin und der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas)

Das Grundgesetz des norwegischen Königreichs von 1814 verbot Juden den Aufenthalt im Land. Nach mehrjähriger Debatte wurde diese Klausel 1851 jedoch aufgehoben. Nach der deutschen militärischen Besetzung Norwegens im April 1940 führte Ministerpräsident Vidkun Quisling 1942 das Zugangsverbot für Juden in das Land wieder ein. Der Antisemitismus seiner Partei, der „Nasjonal Samling”, war ein entscheidender Faktor bei der Verfolgung der norwegischen Juden, die im Herbst 1942 zur Deportation und Ermordung fast der Hälfte der jüdischen Bevölkerung führte. Etwa 1100 Juden konnten sich nach Schweden retten, nur 30 von 767 Deportierten überlebten.

In ihren Vorträgen schildern die Referenten die Ausprägung und Entwicklung des Antisemitismus in Norwegen, fragen nach den spezifischen Voraussetzungen und stellen ihre Befunde auch in einen breiteren europäischen Kontext.

Christhard Hoffmann, 1952 geboren, ist Professor für moderne europäische Geschichte an der Universität Bergen und Senior Researcher am Zentrum für Holocaust- und Minderheitenstudien in Oslo. Zu seinen Veröffentlichungen gehören Antisemitism in Norway? The Attitudes of the Norwegian Population towards Jews and other Minoritites (2013, Mitherausgeber) und The Exclusion of Jews in the Norwegian Constitution of 1814. Origins – Contexts – Consequences (2016, Hg.).
Håkon Harket, 1961 geboren, Journalist und promovierter Historiker, ist Geschäftsführer des Verlags „Forlaget Press” in Oslo. Er hat mehrere Bücher veröffentlicht, zuletzt Paragrafen: Eidsvoll 1814 (2014). Er ist Mitglied der Norwegischen Akademie für Sprache und Literatur.

Iwan-Michelangelo D’Aprile, 1968 geboren, ist Professor für Kulturen der Aufklärung an der Universität Potsdam. Zu seinen Publikationen zählt Die Erfindung der Zeitgeschichte. Geschichtsschreibung und Journalismus zwischen Aufklärung und Vormärz (2013).

Stefanie Schüler-Springorum ist Professorin an der Technischen Universität Berlin und Leiterin des Zentrums für Antisemitismusforschung.

Topographie des Terrors. Gestapo, SS und Reichssicherheitshauptamt
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