Orte der Erinnerung 1933-1945

Orte der Erinnerung 1933 - 1945

Gedenkstätten, Dokumentationszentren und Museen
zur Geschichte der nationalsozialistischen Diktatur
in Berlin und Brandenburg

Die »Aktion 1005« des Reichssicherheitshauptamtes. Spurenverwischung der NS-Massenmorde in Osteuropa 1942–1944

07.02.2017, 19 Uhr
Vortrag

Die „Aktion 1005” des Reichssicherheitshauptamtes. Spurenverwischung der NS-Massenmorde in Osteuropa 1942–1944

Dienstag, 7. Februar 2017,
19 Uhr 


Vortrag: Dr. Andrej Angrick, Berlin
Moderation: Andreas Sander, Berlin

Eintritt frei

Begleitprogramm zur Sonderausstellung „Massenerschießungen. Der Holocaust zwischen Ostsee und Schwarzem Meer 1941–1944”

(Gemeinsam mit der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas)

Bereits zur Jahreswende 1941/42 beschloss die deutsche Führung, die Spuren des staatlich angeordneten Völkermords an den europäischen Juden zu beseitigen. Alle Massengräber in den Konzentrations- und Vernichtungslagern sowie an den Erschießungsstätten im nationalsozialistisch besetzten Europa sollten unkenntlich gemacht und die Leichen der ermordeten Männer, Frauen und Kinder zerstört werden. Aus Geheimhaltungsgründen wählten die Täter als Tarnbegriff das Aktenzeichen eines neu angelegten Verwaltungsvorgangs, bei dem es sich, einer internen Zählung folgend, um die Nr. 1005 des Reichssicherheitshauptamtes handelte.

In seinem Vortrag rekonstruiert Andrej Angrick die Beweggründe für die „Aktion 1005”, beschreibt deren Durchführung unter Paul Blobel insbesondere in den besetzten Gebieten der Sowjetunion und zeigt, dass die „Aktion 1005” keineswegs gelungen war. Ein Großteil der Massengräber blieb bestehen und war bestenfalls getarnt. An zahlreichen dieser Orte sind zur sowjetischen Zeit Gedenkzeichen entstanden.

Andrej Angrick, 1962 geboren, ist wissenschaftlicher Angestellter bei der Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur. Zu seinen Publikationen gehören Besatzungspolitik und Massenmord. Die Einsatzgruppe D in der südlichen Sowjetunion 1941–1943 (2003), Die „Endlösung” in Riga. Ausbeutung und Vernichtung 1941–1944 (2006, zus. mit P. Klein; englische Ausgabe 2012) sowie die dreibändige Edition Dokumente der Einsatzgruppen in der Sowjetunion (2011–14, hg. mit K.-M. Mallmann, M. Cüppers und J. Matthäus). Im Begleitband zur Ausstellung „Massenerschießungen” ist er mit dem Beitrag Die Aktion 1005 oder Vom Verschwinden der Massengräber vertreten.

Andreas Sander ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der Stiftung Topographie des Terrors und Kurator der Dauerausstellung „Topographie des Terrors. Gestapo, SS und Reichssicherheitshauptamt in der Wilhelm- und Prinz-Albrecht-Straße”.


Topographie des Terrors. Gestapo, SS und Reichssicherheitshauptamt
in der Wilhelm- und Prinz-Albrecht-Straße
Niederkirchnerstraße 8
10963 Berlin-Kreuzberg

Tel.: +49(0)30-25 45 09-50
Fax: +49(0)30-25 45 09-55

E-Mail: ausstellung@topographie.de
Internet: www.topographie.de

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