Orte der Erinnerung 1933-1945

Orte der Erinnerung 1933 - 1945

Gedenkstätten, Dokumentationszentren und Museen
zur Geschichte der nationalsozialistischen Diktatur
in Berlin und Brandenburg

Die Nürnberger »Nachfolgeprozesse«: Der Prozess gegen das SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamt (Fall 4)

17.01.2017, 19 Uhr
Vortrag

Die Nürnberger »Nachfolgeprozesse«: Der Prozess gegen das SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamt (Fall 4)

Dienstag, 17. Januar 2017,
19 Uhr



Vortragsreihe Vor 70 Jahren. Die Nürnberger „Nachfolgeprozesse” 1946–1949
Der Prozess gegen das SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamt (Fall 4)
13. Januar 1947 – 3. November 1947

Vortrag: PD Dr. Jan Erik Schulte, Hadamar
Moderation: Dr. Peter Jochen Winters, Berlin

Eintritt frei
(Gemeinsam mit der Hamburger Edition)

Das SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamt (WVHA) rangierte bereits bei Kriegsende ganz oben auf der Liste jener Organisationen, gegen die die Alliierten juristisch vorzugehen gedachten. Insbesondere die Amtsgruppe D, die das gesamte Konzentrationslagersystem der SS kontrolliert hatte, stand im Fokus der Ermittler. Ein Groß-teil der Verbrechen, die der SS als Organisation im Nürnberger „Hauptkriegsverbrecherprozess” zur Last gelegt worden waren, fanden sich als Anklagepunkte auch im Verfahren gegen Oswald Pohl und 17 weitere Angehörige des WVHA wieder. Vier der Angeklagten wurden vom US-Militärtribunal II zum Tode verurteilt, elf erhielten größtenteils langjährige Freiheitsstrafen, drei wurden freigesprochen. Bis 1951 konnten fast alle Verurteilten von einer Strafreduktion profitieren. Einzig die Todesstrafe gegen Oswald Pohl wurde nicht in eine Haftstrafe umgewandelt.
In seinem Vortrag beschreibt Jan Erik Schulte die Vorgeschichte und den Verlauf des WVHA-Prozesses und fragt auch nach der Reichweite von Urteil und Urteils-begründung.

Jan Erik Schulte, 1966 geboren, ist Leiter der Gedenkstätte Hadamar und Privatdozent an der Ruhr-Universität Bochum. Zu seinen Veröffentlichungen gehören Zwangsarbeit und Vernichtung: Das Wirtschaftsimperium der SS. Oswald Pohl und das SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamt 1933–1945 (2001) und Die Waffen-SS. Neuere Forschungen (2014, hg. mit Peter Lieb und Bernd Wegner). In dem 2013 von der Hamburger Edition publizierten Band „NMT. Die Nürnberger Militärtribunale zwischen Geschichte, Gerechtigkeit und Rechtschöpfung” (hg. v. Kim C. Priemel und Alexa Stiller) ist er mit dem Aufsatz Im Zentrum der Verbrechen: Das Verfahren gegen Oswald Pohl und weitere Angehörige des SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamtes vertreten.

Peter Jochen Winters, 1934 geboren, war langjähriger Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Für seine Berichterstattung über den Auschwitz-Prozess erhielt er 1965 den „Deutschen Journalistenpreis”. Von 1992 bis 2006 war er Mitglied im Arbeitsausschuss der Stiftung Topographie des Terrors.

Ort anzeigen auf Google maps

Topographie des Terrors. Gestapo, SS und Reichssicherheitshauptamt
in der Wilhelm- und Prinz-Albrecht-Straße
Niederkirchnerstraße 8
10963 Berlin-Kreuzberg

Tel.: +49(0)30-25 45 09-50
Fax: +49(0)30-25 45 09-55

E-Mail: ausstellung@topographie.de
Internet: www.topographie.de

Ort anzeigen auf Google maps