Orte der Erinnerung 1933-1945

Orte der Erinnerung 1933 - 1945

Gedenkstätten, Dokumentationszentren und Museen
zur Geschichte der nationalsozialistischen Diktatur
in Berlin und Brandenburg

Einweihung eines Gedenkzeichens für Clemens Paul Feige

24.06.2017, 16 Uhr
Enthüllung der Gedenktafel

Einweihung eines Gedenkzeichens für Clemens Paul Feige


Sonnabend, den 24. Juni 2017, um 16 Uhr
im Bereich für individuelle Gedenkzeichen in der ehemaligen KZ Kommandantur

Am 24. Juni 2017 wird um16.00 Uhr in der Gedenkstätte Sachsenhausen ein Gedenkzeichen für Clemens Paul Feige eingeweiht, der am 20. Juni 1938 - fast auf den Tag genau vor 79 Jahren - im Rahmen der „Aktion Arbeitsscheu Reich“ in das KZ Sachsenhausen eingeliefert wurde, wo er am 19. Dezember 1939 verstorben ist. Auf Initiative von Beatrix Voss, einer Enkelin von Clemens Paul Feige, haben sich rund 100 Angehörige zusammengefunden, um das Gedenkzeichen in der Gedenkstätte Sachsenhausen zu errichten. In eine Stele aus Sandstein mit dem Namen und den Lebensdaten von Feige sind in drei Felder Kieselsteine hinter Glas eingelassen – ein Stein von jedem Angehörigen seiner Kinder sowie von zweien seiner Geschwister.

„Mein Großvater kam als ‚Arbeitsscheuer‘ ins KZ, und dafür hat man sich geschämt“, sagte die Initiatorin des Denkmals Beatrix Voss. „Da ist ein armer Mensch eineinhalb Jahre inhaftiert, im Stich gelassen von seiner Familie und seiner Menschenwürde beraubt. Dann kommt er unter unvorstellbaren Bedingungen ums Leben. Danach wird er ‚totgeschwiegen‘. Jetzt haben wir endlich einen Ort ‚gegen das Vergessen‘, einen Ort zum Trauern und Gedenken. Und wir haben für unsere Kinder und Enkel ein Zeichen gesetzt in einer Zeit, in der nationalsozialistisches Gedankengut oder manches, was in diese Richtung geht, wieder lauter wird“, sagte Voss.

Der 1893 in Altreichenau (Niederschlesien) geborene Clemens Paul Feige war von Beruf Fleischer. Nach der Teilnahme am Ersten Weltkrieg und russischer Kriegsgefangenschaft war er zeitweise arbeitslos, ehe er eine Beschäftigung als Bergmann in Bismarckhütte (Oberschlesien) fand. Dort engagierte er sich in der Arbeiterbewegung. Über den weiteren Lebensweg Feiges ist wenig bekannt. Als die SS im Juni 1938 über 6.000 als „arbeitsscheu“ bezeichnete Männer im Rahmen eine reichsweiten Verhaftungsaktion in das KZ Sachsenhausen verschleppte, war unter ihnen auch Clemens Paul Feige. Dort ist er am 19. Dezember 1939 angeblich in Folge einer „Embolie“ verstorben.

Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen
Straße der Nationen 22
D-16515 Oranienburg

Tel: +49(0)3301-200-0
Besucherdienst / Anmeldung: +49(0)3301-200-200

E-Mail: besucherdienst@gedenkstaette-sachsenhausen.de
Internet: www.gedenkstaette-sachsenhausen.de

Ort anzeigen auf Google maps