Orte der Erinnerung 1933-1945

Orte der Erinnerung 1933 - 1945

Gedenkstätten, Dokumentationszentren und Museen
zur Geschichte der nationalsozialistischen Diktatur
in Berlin und Brandenburg

Lieberose/Jamlitz – ein Ort der Schoah. Zur Aktualität der Erinnerung an das größte jüdische Außenlager des KZ Sachsenhausen

02.02.2017, 18 Uhr
Vortrag

Lieberose/Jamlitz – ein Ort der Schoah. Zur Aktualität der Erinnerung an das größte jüdische Außenlager des KZ Sachsenhausen

Donnerstag, 2. Februar 2017,
18 Uhr

Wappensaal des Berliner Rathauses, Rathausstraße 15, 10178 Berlin

Die Ständige Konferenz der Leiter der NS-Gedenkorte im Berliner Raum lädt Sie und Ihre Freunde herzlich zu einer Vortragsveranstaltung in den Wappensaal des Berliner Rathauses am Donnerstag, den 2. Februar 2017, um 18 Uhr ein.

Zum Thema:
Im November 1943 errichteten Häftlinge auf Befehl der SS in dem Dorf Jamlitz bei Cottbus das »Arbeitslager Lieberose« als Nebenlager des KZ Sachsenhausen. Etwa 10.000  Häftlinge, vor allem Juden aus Polen und Ungarn, waren hier inhaftiert. Die SS verschleppte viele Häftlinge des Vernichtungslagers Auschwitz zur Zwangsarbeit nach Jamlitz, Arbeitsunfähige wurden in die Gaskammern von Birkenau zurücktransportiert. Vom 2. bis 4. Februar 1945 ermordete die SS 1.342 Häftlinge in den Krankenbaracken des  Lagers. Mehr als 400 jüdische Häftlinge, die den Todesmarsch nach Sachsenhausen überlebt hatten, selektierte die SS bei der Ankunft im Hauptlager, um sie in den Vernichtungsanlagen zu töten.
Nach dem Auffinden eines Teils der sterblichen Überreste der in Jamlitz ermordeten Häftlinge errichtete die DDR mehrere Kilometer vom historischen Ort entfernt eine Mahn- und Gedenkstätte, wo der vornehmlich jüdischen Opfer als „Antifaschisten“ gedacht wurde. Erst nach der deutschen Einheit erhielt der durch eine Eigenheimsiedlung überbaute historische Ort eine Freiluftausstellung. Sie erinnert auch an die Geschichte des vom sowjetischen Geheimdienst in den ehemaligen KZ-Baracken eingerichteten Speziallagers. Die Dokumentationsstätten sowie der an den Massengräbern der Mordaktion vom Februar 1945 eingerichtete jüdische Friedhof sind seither mehrfach Ziel rechtsextremistischer und antisemitischer Anschläge geworden.

Grußworte:
Dr. Klaus Lederer, Kultursenator von Berlin (angefragt)

Uwe Neumärker, Vorsitzender der Ständigen Konferenz der Leiter der NS-Gedenkorte im Berliner Raum 2017 und Direktor der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas

Vortrag:
Dr. Peter Fischer, Zentralrat der Juden in Deutschland, Ehrenvorsitzender von AMCHA Deutschland e.V.

Moderation:
Prof. Dr. Günter Morsch,  Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten

Bitte melden Sie sich bis spätestens 31. Januar 2017 an: staendigekonferenz@orte-der-erinnerung.de. Die Platzzahl ist begrenzt.

Einladung als PDF-Datei

Wappensaal des Berliner Rathauses,


Rathausstraße 15,


10178 Berlin