Orte der Erinnerung 1933-1945

Orte der Erinnerung 1933 - 1945

Gedenkstätten, Dokumentationszentren und Museen
zur Geschichte der nationalsozialistischen Diktatur
in Berlin und Brandenburg

»...unmöglich, diesen Schrecken aufzuhalten.« Die medizinische Versorgung durch Häftlinge im Frauen-KZ Ravensbrück

11.07.2017, 18 Uhr
Landtag Brandenburg, Potsdam
Ausstellungseröffnung

»...unmöglich, diesen Schrecken aufzuhalten.« Die medizinische Versorgung durch Häftlinge im Frauen-KZ Ravensbrück


Dienstag, den 11. Juli 2017, um 18 Uhr
im Landtag Brandenburg, Potsdam

Zwischen 1939 und 1945 ließ die SS mehr als 130.000 Frauen aus 30 Ländern in das 80 km nördlich von Berlin gelegene Konzentrationslager Ravensbrück deportieren. Es war das größte Frauen-KZ innerhalb der deutschen Grenzen des Jahres 1937.

Im Mittelpunkt der Wanderausstellung über das Krankenrevier im KZ Ravensbrück steht die Arbeit des medizinischen Häftlingspersonals. Die SS hatte Häftlinge aus unterschiedlichen Ländern Ost- und Westeuropas als Ärztinnen und Pflegerinnen eingesetzt. Ihre Position als Funktionshäftlinge verlangte eine dauernde Gratwanderung zwischen den Befehlen der SS, ihren eigenen Überlebensinteressen und den Bedürfnissen der Kranken. Was konnten sie tun? Was taten sie?

Die meisten von ihnen versuchten, ohne ausreichende Medikamente und Verbandsmaterial, kranken und verletzten Mithäftlingen zu helfen. Ihre Patientinnen beurteilten ihre Arbeit jedoch, wie die Berichte von Überlebenden dokumentieren, sehr unterschiedlich. Neben der Anerkennung ihres Einsatzes für die Mithäftlinge wurden sie u. a. auch für die Nichtbehandlung von Kranken, für Selektionen und Tötungen mitverantwortlich gemacht.

Anhand von Fotos, Dokumenten, Zeichnungen von Patientinnen und Schriftzeugnissen ehemaliger Revierarbeiterinnen beleuchtet die Ausstellung Facetten des Lageralltags, in dem das Krankwerden oder Kranksein oftmals den ersten Schritt zum Sterben oder zur Vernichtung bedeutete.

Grußworte
Dr. Insa Eschebach, Leiterin der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück
Karin Bergdoll, Projektleiterin, 2. Vorsitzende des Arbeitskreises Frauengesundheit in Medizin, Psychotherapie und Gesellschaft e.V.

Vortrag
Dr. Astrid Ley, Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen: „Das Dilemma von Häftlingsärztinnen und -ärzten in Konzentrationslagern“

Anschließend führen die Kuratorinnen Dr. Ramona Saavedra Santis und Dr. Christl Wickert durch die Ausstellung.

mehr Informationen zur Wanderausstellung

Landtag Brandenburg
Alter Markt 1
14467 Potsdam

Telefon 0331 966 - 0
Fax 0331 966 - 991288

post@landtag.brandenburg.de
www.landtag.brandenburg.de