![]() |
Lange wurde der Völkermord an den als „Zigeunern” verfolgten europäischen Sinti und Roma (der „Porajmos”) in der Öffentlichkeit kaum beachtet. 1992 beschloss die Bundesregierung die Errichtung eines nationalen Denkmals, dessen Bau sich durch Meinungsverschieden-heiten der Opferverbände über die Widmung verzögerte. Das Denkmal des israelischen Künstlers Dani Karavan wird zur Zeit errichtet; ein Eröffnungstermin steht noch nicht fest. Es besteht aus einem Brunnen mit einer versenkbaren Stele, auf die täglich eine frische Blume gelegt werden soll. Statt einer Inschrift wird aus dem Gedicht „Auschwitz” des Italieners Santino Spinelli, selbst Angehöriger der Roma, zitiert: „Eingefallenes Gesicht / erloschene Augen / kalte Lippen / Stille / ein zerrissenes Herz / ohne Atem / ohne Worte / keine Tränen.” Darüber hinaus informieren Tafeln über Ausgrenzung und Massenmord an dieser Minderheit in ganz Europa während der nationalsozialistischen Terrorherrschaft.
Das Denkmal befindet sich im Tiergarten, südlich der Scheidemannstraße, gegenüber vom Reichstag. Es wird nach seiner Fertigstellung allgemein zugänglich sein.