Orte der Erinnerung 1933-1945

Orte der Erinnerung 1933 - 1945

Gedenkstätten, Dokumentationszentren und Museen
zur Geschichte der nationalsozialistischen Diktatur
in Berlin und Brandenburg

»Erfasst, verfolgt, vernichtet. Kranke und behinderte Menschen im Nationalsozialismus«

Wanderausstellung »Erfasst, verfolgt, vernichtet. Kranke und behinderte Menschen im Nationalsozialismus«

Bis zu 400.000 Menschen wurden zwischen 1933 und 1945 zwangssterilisiert, mehr als 200.000 wurden ermordet. Bei der Selektion der Patienten wurde der vermeintliche »Wert« des Menschen zum leitenden Gesichtspunkt. Ärzte, Pflegende und Funktionäre urteilten nach Maßgabe von »Heilbarkeit«, »Bildungsfähigkeit« oder »Arbeitsfähigkeit« über die ihnen Anvertrauten. Dabei fand die Ausgrenzung, Verfolgung und Vernichtung auffälliger, störender und kranker Menschen innerhalb des damaligen Anstalts- und Krankenhauswesens statt.

Die Wanderausstellung richtet sich gezielt an ein breites Publikum: Sie nimmt die Frage nach dem Wert des Lebens als Leitlinie und beschäftigt sich mit den gedanklichen und institutionellen Voraussetzungen der Morde, sie fasst das Geschehen von Ausgrenzung und Zwangssterilisationen bis hin zur Massenvernichtung zusammen, beschäftigt sich mit Opfern, Tätern, Tatbeteiligten und Opponenten und fragt schließlich nach der Auseinandersetzung mit dem Geschehen von 1945 bis heute.

Exemplarische Biografien ziehen sich durch die gesamte Ausstellung: In den Akten der Opfer werden die vielen verschiedenen Akteure fassbar, die an den Verbrechen beteiligt waren. Ihrem Blick auf Patienten werden deren eigene Äußerungen gegenübergestellt.

Den Schlusspunkt der Ausstellung bilden zahlreiche Stimmen, die das damalige Geschehen von heute aus reflektieren und sich aus unterschiedlichen Perspektiven der Frage stellen, welche Bedeutung es für sie persönlich hat: Ärzte, Politiker, Vertreter von Selbsthilfeverbänden, Angehörige von Opfern, Pflegepersonal, Vertreter der Gesundheitsverwaltung und andere.

Unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Joachim Gauck entwickelte die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) in Kooperation mit der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas und der Stiftung Topographie des Terrors eine Wanderausstellung, die jene Opfer ins Zentrum rückt, die lange am Rande des öffentlichen Interesses und Gedenkens standen.

Aktuelle Ausstellungsorte

4. März – 27. April 2018

Hauptstaatsarchiv Stuttgart
Konrad-Adenauer-Straße 4
70173 Stuttgart

Öffnungszeiten
Montag: 9.15–17 Uhr
Dienstag, Mittwoch: 8.30–17 Uhr
Donnerstag: 8.30–19 Uhr
Freitag: 8.30–16 Uhr
Die Ausstellung bleibt an Karfreitag, 30.03.2018, und Ostermontag, 02.04.2018, geschlossen.

 

26. März – 5. Mai 2018

Landgericht Itzehoe
Theodor-Heuss-Platz 3
25524 Itzehoe

Öffnungszeiten
Montag und Dienstag: 8.30–16 Uhr
Mittwochs bis Freitag: 8.30–15.30 Uhr

 

10. April – 17. Mai 2018

Haus am Dom
Zollamtssaal
Domplatz 3
60311 Frankfurt am Main

Öffnungszeiten
Montag bis Freitag: 10–17 Uhr
Samstag und Sonntag: 11–17 Uhr

Begleitet wird die Ausstellung von einem umfassenden Programm. Mehr Informationen unter hausamdom.bistumlimburg.de.