Begrüßung: Dr. Christine Glauning
Vortrag: Thomas Irmer, Berlin
Ausblick: Christine Steer, Berlin
Die Zwangsarbeit von Insassen der sogenannten Arbeitshäuser in der NS-Zeit ist bislang nur ein Randthema der NS-Zwangsarbeitsforschung. Im Mittelpunkt des Vortrages von Thomas Irmer steht die Geschichte des 1877/79 als „größte und modernste“ Einrichtung dieser Art errichteten „Arbeits- und Bewahrungshauses“ Berlin-Rummelsburg in der NS-Zeit. Obwohl die Nationalsozialisten seit der „Aktion Arbeitsscheu Reich“ 1938 verstärkt „Asoziale” in die Konzentrationslager einwiesen, blieb das Arbeitshaus Rummelsburg ein kommunaler Ort der Zwangsverwahrung von Bettlern und Landstreichern, Prostituierten, sogenannten säumigen Unterhaltspflichtigen oder „selbstverschuldeten Hilfsbedürftigen der öffentlichen Fürsorge”.
Auf der Grundlage neuer Forschungsergebnisse, die im Rahmen einer Arbeitsgruppe des Aktiven Museums entstanden sind, soll insbesondere der Arbeitseinsatz der Rummelsburg-Insassen näher beleuchtet werden. Diese wurden in zahlreichen Arbeitskommandos innerhalb und außerhalb des Arbeitshauses eingesetzt.
Seit 2007 haben es sich verschiedene Initiativen in Berlin zur Aufgabe gemacht, die Geschichte des „Arbeits- und Bewahrungshauses“ Rummelsburg zu erforschen.
Im Anschluss an den Vortrag wird Christine Steer die Bedeutung des historischen Ortes „Arbeitshaus Rummelsburg“ darstellen und einen Ausblick auf die geplanten Aktivitäten von Museum und Bezirk Lichtenberg geben.
Dr. Christine Glauning, Leiterin des Dokumentationszentrums NS-Zwangsarbeit Berlin-Schöneweide
Thomas Irmer, Historiker, zahlreiche Veröffentlichungen zur NS-Zwangsarbeit in Berlin; forscht zur Geschichte von AEG/Telefunken; Mitglied der AG Rummelsburg des Aktiven Museums e.V.; Vorsitzender des Fördervereins für ein Dokumentations- und Begegnungszentrum zur NS-Zwangsarbeit
Christine Steer, Leiterin des Museums Lichtenberg im Stadthaus