Orte der Erinnerung 1933-1945

Orte der Erinnerung 1933 - 1945

Gedenkstätten, Dokumentationszentren und Museen
zur Geschichte der nationalsozialistischen Diktatur
in Berlin und Brandenburg

Aussiedlung und Massenmord, Widerstand und Kollaboration.

19.11.2009, 19 Uhr
Lesung
Lesung aus den Tagebüchern des polnischen Arztes und Historikers Dr. Zygmunt Klukowski 1939-1944.

Einführung:                                        Karsten Wanke, Berlin

Lesung:                                              Wolf Scheidt, Berlin

 Der polnische Arzt Dr. Zygmunt Klukowski (1885-1959) arbeitete ab 1919 als Kran­kenhausdirektor in der südostpolnischen Kleinstadt Szczebrzeszyn. Gleichzeitig ver­öffentlichte er zahlreiche medizin- und regionalhistorische Schriften. Von Juni 1939 bis zur Befreiung im Juli 1944 schrieb er heimlich Tagebuch. Auf rund 520 hand­schriftlichen Seiten schilderte er wesentliche Ereignisse der deutschen Besatzung in der Region Zamość: die Ermordung der jüdischen Bevölkerung, die Aussiedlung der polnischen Bevölkerung sowie den polnischen Widerstand. Er sparte aber auch das Thema der Kollaboration nicht aus. Bereits im Februar 1940 schloss sich Zygmunt Klukowski dem bewaffneten Untergrund an.

Das Tagebuch von Zygmunt Klukowski erschien 1958 erstmals in polnischer Sprache und wurde seinerzeit als beste Beschreibung der neuesten Geschichte Polens ausge­zeichnet. Bislang ist das Tagebuch nicht in deutscher Übersetzung erschienen.


Karsten Wanke, geb. 1968, studierte Sozialpädagogik in Darm­stadt und arbeitet in der Behindertenhilfe gGmbH im Ev. Johannesstift Berlin. Seit 1992 beschäftigt er sich mit der polni­schen bzw. polnisch-jüdischen Geschichte, reiste nach Polen, in die Ukraine und nach Israel. Er organi­sierte deutsch-polnische und deutsch-polnisch-israelische Pro­jekte mit Kindern, Jugendli­chen und Erwachsenen. In den letzten Jahren übersetzte er das gesamte Tagebuch von Dr. Zygmunt Klukowski aus dem Polni­schen ins Deutsche.


Wolf Scheidt, geb. 1967. Schauspieler. Ensemblemitglied im Orphtheater Berlin und Engagements in zahlreichen Theater-, Film- und Fernsehproduktionen. Aktuelles Engagement in der Produktion „Anaparastis“ im Neuen Museum Berlin.

Die Ausstellungen sind bis 19 Uhr geöffnet.

Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit Berlin-Schöneweide
Britzer Straße 5
12439 Berlin

Tel.: +49-30-63 90 28 80
Fax: +49-30-63 90 28 82 9
E-mail: schoeneweide@topographie.de
www.topographie.de/schoeneweide
Öffnungszeiten: Di-So 10-18 Uhr
Eintritt frei
Führungen, Seminare und Workshops für Schulklassen und Erwachsene nach Vereinbarung
S-Bahnhof Berlin-Schöneweide, dann 10 Minuten Fußweg
Bus 160 oder 167, Haltestelle Britzer Straße