Orte der Erinnerung 1933-1945

Orte der Erinnerung 1933 - 1945

Gedenkstätten, Dokumentationszentren und Museen
zur Geschichte der nationalsozialistischen Diktatur
in Berlin und Brandenburg

Das Strafgefängnis Spandau 1920-1945. Kontinuität und Bruch im Strafvollzug

14.11.2010, 15.30 Uhr
Vortrag
Mit Johannes Fülberth

Vortragsreihe "Vorträge am Sonntag"

Moderation: Lore Kleiber, wissenschaftliche und pädagogische Mitarbeiterin im Haus der Wannsee-Konferenz

Das Strafgefängnis Spandau ist heute fast nur noch als letzter Aufenthaltsort des Stellvertreters Hitlers Rudolf Hess bekannt. Dies scheint symptomatisch für den allgemeinen gesellschaftlichen Umgang mit dem Thema Strafvollzug zu sein: Der normale Gefängnisalltag erscheint kaum interessant, obwohl sich gerade hier gesellschaftliche Normen und Tendenzen im Umgang mit delinquentem Verhalten manifestieren.

Während der Weimarer Republik unterstand das Strafgefängnis Spandau lange Zeit einem reformorientierten Direktor, der neuzeitlichen Bestrebungen im Strafvollzug durchaus aufgeschlossen gegenüberstand. Es gab für die Häftlinge die Möglichkeit, Konzerte und Vorträge zu hören. Ein abgestufter Strafvollzug wurde eingeführt. Im Nationalsozialismus waren Gefängnisse ebenso wie Konzentrationslager Teil des Systems, in dem sie ihre Rolle als Instrument der Repression und Disziplinierung der Bevölkerung erfüllten.

Nach dem Reichstagsbrand wurde es zentraler Haftort für prominente politische Gefangene aus Berlin wie z. B. Kurt Hiller, Hans Litten oder Werner Scholem. Im Laufe der Umsetzung der national-sozialistischen Politik der 1930er Jahre wurden Gefangene Opfer von Zwangssterilisationen. Unmittelbar an die Haftzeit schlossen sich häufig Überweisungen in die KZs und zur Zwangsarbeit an.

Eintritt: 5 EURO

Johannes Fülberth: M.A. in Geschichte, Politik und Soziologie, freier Mitarbeiter im Haus der Wannsee-Konferenz, Doktorand an der Freien Universität

Programm der Vortragsreihe als pdf-Download

Haus der Wannsee-Konferenz
Gedenk- und Bildungsstätte
Am Großen Wannsee 56-58
14109 Berlin
Tel.: 030/805001 - 0; Fax: 030/805001- 27
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