Vortrag: Dr. Stephan Glienke, Exeter (Großbritannien)
Moderation: Dr. Claudia Fröhlich, Berlin
Martin-Gropius-Bau Kinosaal, Niederkirchnerstr. 7, 10963 Berlin
- Eintritt frei -
1959 wurde die vom Sozialistischen Studentenbund (SDS) initiierte Ausstellung „Ungesühnte Nazijustiz – Dokumente zur NS-Zeit“ eröffnet. Sie dokumentierte erstmals die Justizverbrechen des „Dritten Reiches“ und wies nach, dass zahlreiche an diesen Verbrechen beteiligte Richter und Staatsanwälte weiterhin in der Justiz der Bundesrepublik Dienst taten und damit das Ansehen des demokratischen Rechtsstaates gefährdeten. Stephan Glienke untersucht am Beispiel der Geschichte dieser Ausstellung, welchen Einfluss die Deutungsmuster des Kalten Krieges auf den vergangenheitspolitischen Diskurs in der Bundesrepublik hatten.
Stephan Alexander Glienke, 1974 geboren, ist Associate Research Fellow an der University of Exeter (Großbritannien). Er promovierte 2006 an der Universität Hannover über Die Ausstellung „Ungesühnte Nazijustiz“ (1959-1962). Zur Geschichte der Aufarbeitung nationalsozialistischer Justizverbrechen. Zu seinen gegenwärtigen Forschungsthemen gehört der alliierte Luftkrieg und die deutsche Bevölkerung im Zweiten Weltkrieg. Er publizierte über den Umgang mit der NSVergangenheit und ist mit Volker Paulmann und Joachim Perels
Mitherausgeber der Studie Erfolgsgeschichte Bundesrepublik? Die Nachkriegsgesellschaft im langen Schatten des Nationalsozialismus (2008).
Claudia Fröhlich, 1971 geboren, ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Otto-Suhr-Institut der Freien Universität Berlin. Zu ihren Themenschwerpunkten gehören die Vergangenheitspolitik, die Geschichte des Widerstandes sowie die justitielle Aufarbeitung der NSVergangenheit. Ihre Promotion "Wider die Tabuisierung des Ungehorsams". Fritz Bauers Widerstandsbegriff und die Aufarbeitung von NS-Verbrechen erschien 2006.