Konzert und Zeitzeugengespräch
Ausgestellt werden Aquarelle des polnischen Künstlers Bartłomej Michałowski, die das heute ukrainische, vom Krieg verschont gebliebene Drohobycz zeigen, ergänzt durch Gestalten der damaligen jüdischen Bewohner.
Der 87-jährige Alfred Schreyer, einer der letzten noch lebenden Juden aus dem Drohobycz früherer Jahre, singt jiddische, polnische und russische Lieder. Als Zeitzeuge berichtet er anschließend über sein Leben. Schreyer hatte als Schüler den später weltbekannten polnisch-jüdischen Schriftsteller Bruno Schulz als Zeichenlehrer erlebt, der im November 1942 von einem Gestapo-Mann auf offener Straße in Drohobycz erschossen wurde.
Auf dem Akkordeon begleitet wird Schreyer von Tadeusz Serwatko. 1931 in Drohobycz geboren, wird er als kleiner Junge von seiner jüdischen Mutter, die ins Ausland flüchtet, in die Obhut einer polnischen Bekannten gegeben. Später katholisch getauft, erhält er seinen heutigen polnischen Namen, um so der Verfolgung und dem Tod zu entgehen. Dass er Jude ist, erfährt er erst nach dem Krieg.
Eine Veranstaltung der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Berlin und der Beletage Galerie. In Zusammenarbeit mit der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas.
Mit freundlicher Unterstützung der Stiftung »Erinnerung, Verantwortung und Zukunft«, der Botschaft der Republik Polen und des ABION-Spreebogen Waterside Hotels.