Vortrag: Dr. Annette Weinke, Berlin
Moderation: Annette Wilmes, Berlin
Abweichender Veranstaltungsort:
Kasino der DKV, EG
Stresemannstr. 111, 10963 Berlin-Kreuzberg
- Eintritt frei -
1958 wurde die Zentrale Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Gewaltverbrechen in Ludwigsburg gegründet. 50 Jahre später beschreibt Annette Weinke die wechselvolle Geschichte dieser Vorermittlungsbehörde, rekonstruiert die Arbeit der Strafverfolger und versucht eine Bilanz über ihr Wirken und ihre Wirkung.
Annette Weinke, 1963 geboren, ist Mitarbeiterin der Forschungsstelle Ludwigsburg. Die Historikerin ist darüber hinaus bei der an der Universität Jena angesiedelten Unabhängigen Historikerkommission zur Geschichte des Auswärtigen Amtes in der Zeit des Nationalsozialismus und der Bundesrepublik tätig. Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören der Umgang mit der Geschichte des Nationalsozialismus in beiden deutschen Teilstaaten, Recht und Justiz in der SBZ/DDR sowie der massenmediale Umgang mit Recht und Justiz. Zu ihren wichtigsten Veröffentlichungen gehören Die Nürnberger Prozesse (2006) und Die Verfolgung von NS-Tätern im geteilten Deutschland. Vergangenheitsbewältigungen 1949-1969 oder: Eine deutsch-deutsche
Beziehungsgeschichte im Kalten Krieg (2002).
Annette Wilmes, Publizistin und Soziologin, ist als freie Journalistin für die Rundfunkanstalten der ARD tätig. Bis 1994 moderierte sie das Kulturmagazin „Journal in drei“ beim Sender Freies Berlin. In zahlreichen Beiträgen problematisierte sie den justizpolitischen Umgang mit der NS-Vergangenheit. Darüber hinaus befasst sie sich mit aktuellen Gerichtsprozessen, Problemen im Strafvollzug und dem Internationalen Strafgerichtshof.