Orte der Erinnerung 1933-1945

Orte der Erinnerung 1933 - 1945

Gedenkstätten, Dokumentationszentren und Museen
zur Geschichte der nationalsozialistischen Diktatur
in Berlin und Brandenburg

Fotoalben von Angehörigen der Wehrmacht und der SS

26.10.2010, 20 Uhr
Vortrag
Zur Eigen- und Fremdwahrnehmung in der privaten Kriegsfotografie des Zweiten Weltkrieges

Im Rahmen der Ausstellung "Von der Sachsenburg nach Sachsenhausen. Bilder aus dem Fotoalbum eines KZ-Komman­danten"

Vortrag: Dr. Petra Bopp, Hamburg/Jena
Moderation: Klaus Hesse, Berlin

Mehr als 70 Jahre nach Kriegsbeginn sehen sich die Kinder und Enkel der Erlebnis- und  Tätergenerationen des "Dritten Reichs" und des Zweiten Weltkriegs auch mit deren fotografischen Nachlässen konfrontiert. Wie soll man mit Fotoalben und anderen Bildnachlässen ihrer Familien in Schränken und Schubladen umgehen? Die privaten Fotos bewahren zumeist die Erinnerungen von Wehrmachtsangehörigen und SS-Männern auf. Sie zeigen deren Blicke durch ihre Fotoapparate auf besetzte fremde Länder und deren Menschen. Profaner Alltag scheint in den Bildern ebenso auf wie der Terror von Krieg und deutscher Besatzungsherrschaft.

In ihrem Vortrag skizziert Petra Bopp Motive, Wahrnehmungsmuster und Ästhetik der privaten Kriegsfotografie und bezieht fotografische Überlieferungen des SS-Personals der NS-Konzentrationslager mit ein.

Petra Bopp, 1943 geboren, Kunsthistorikerin und freie Kuratorin, hat als wissenschaftliche Mitarbeiterin von 2004 bis 2008 an der Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg und am Jena Center Geschichte des 20. Jahrhunderts der Friedrich-Schiller-Universität Jena das Forschungsprojekt "Fremde im Visier. Privatfotografie der Wehrmachtssoldaten im Zweiten Weltkrieg" durchgeführt. Zusammen mit Sandra Starke hat sie die auf diesen Forschungen basierende Ausstellung Fremde im Visier – Fotoalben aus dem Zweiten Weltkrieg konzipiert, die nach Präsentationen in Oldenburg, München und Frankfurt/M. derzeit bis 30. Januar 2011 in Jena gezeigt wird. 2009 erschien die von ihr vorgelegte gleichnamige Publikation. Zu den Arbeitsschwerpunkten von Petra Bopp gehören die Fotografie und Kunst im National-sozialismus sowie die Kriegsfotografie im 20. Jahrhundert. Von 1995 bis 2001 war sie Koordinatorin der Ausstellung Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1944 beim Hamburger Institut für Sozialforschung.

Klaus Hesse ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Stiftung Topographie des Terrors.

– Eintritt frei –

Stiftung Topographie des Terrors
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Tel.: 030 254509 12
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