Grußwort: Professor Dr. Rosemarie Will, Berlin
Vortrag: Dr. habil. Irmtrud Wojak, Berlin
Moderation: Professor Dr. Reinhard Rürup, Berlin
Ort: Martin-Gropius-Bau Kinosaal, Niederkirchnerstr. 7, 10963 Berlin-Kreuzberg
- Eintritt frei -
Fritz Bauer (1903-1968) setzte sich sein Leben lang für die Verwirklichung der Menschenrechte und eine freiheitliche Demokratie ein. Der Jurist wurde 1933 wegen seiner SPD-Mitgliedschaft und seiner jüdischen Herkunft von den Nationalsozialisten inhaftiert. Zwei Jahre später emigrierte Bauer nach Dänemark, 1943 nach Schweden. Nach Kriegsende kehrte er nach Deutschland zurück und trat wieder in den Justizdienst ein. Als Generalstaatsanwalt in Braunschweig und seit 1956 in Frankfurt am Main trieb er in einem politischen Klima des Stillschweigens und Wegsehens die juristische Auseinandersetzung mit den Verbrechen der NS-Zeit voran. Bauer war einer der entscheidenden Initiatoren des Frankfurter Auschwitz- Prozesses und gab Israel den entscheidenden Hinweis auf den Aufenthaltsort Adolf Eichmanns.
Irmtrud Wojak, 1963 geboren, ist Gründungsdirektorin des NS-Dokumentationszentrums Braunes Haus in München. Zuvor leitete die Historikerin den Bereich Historische Forschung beim Internationalen Suchdienst
(International Tracing Service) in Bad Arolsen. Bis 2007 war sie stellvertretende Leiterin des Fritz Bauer Instituts in Frankfurt am Main. Sie hat zahlreiche Veröffentlichungen zur Verfolgung im „Dritten Reich“, zur Exilforschung sowie zur juristischen Zeitgeschichte vorgelegt. Zu ihren wichtigsten Veröffentlichungen gehören: Auschwitz-Prozeß. 4 Ks 2/63 Frankfurt am Main (Ausstellungskatalog 2004), Eichmanns Memoiren. Ein kritischer Essay (2001) und Exil in Chile. Die deutsch-jüdische und politische Emigration während des Nationalsozialismus 1933-1945 (1994).
Reinhard Rürup, 1934 geboren, ist emeritierter Professor für Neuere Geschichte an der Technischen Universität Berlin und war bis April 2004 Wissenschaftlicher Direktor der Stiftung Topographie des Terrors. Er ist Autor und Herausgeber zahlreicher Studien zum Nationalsozialismus und zur deutsch-jüdischen Geschichte.
Rosemarie Will, 1949 geboren, ist Professorin für Öffentliches Recht an der
Humboldt-Universität zu Berlin und Bundesvorsitzende der Humanistischen Union. Bis 2006 war sie Richterin des Verfassungsgerichts des Landes Brandenburg.