Es sprechen
Klaus Wowereit, Regierender Bürgermeister von Berlin
Brigitte Zypries, MdB, Bundesministerin der Justiz a.D.
und andere
am Mahnmal für die Bücherverbrennung, August-Bebel-Platz
Sein Lebenswerk sei »rassischer Unzucht« gewidmet, er selbst »ein Schnüffler im Schlick der Pornografie«.
Mit diesen Worten schmähten die Nazis einen der bekanntesten Sexualforscher Berlins, den jüdischen
Arzt Magnus Hirschfeld. Sein weltberühmtes Institut für Sexualwissenschaft und seine Sammlungen
wurden am 6. Mai 1933 verwüstet, seine Werke wenige Tage später, am 10. Mai, Opfer der schändlichen
Bücherverbrennung.
Das Gedenken will das Vermächtnis eines der Pioniere der Sexualwissenschaft in das Bewusstsein der
Öffentlichkeit zurückrufen. Hirschfeld begründete den Ruf Berlins als eines Zentrums der Sexualwissenschaft.
Als Wissenschaftler arbeitete er in keinem »Elfenbeinturm«. Vielmehr verstand er sein
Wirken als Beitrag zur Veränderung der sozialen Verhältnisse. Mit der Propagierung des freien Zugangs zu
Verhütungsmitteln und der Lockerung der Gesetzesbestimmung zum Schwangerschaftsabbruch wollte er
dem durch viele Kinder verursachten Elend in Arbeiterfamilien entgegenwirken. Hier wie auch in anderen
Fragen zur notwendigen Reform des Sexualstrafrechts scheute er keine politische Auseinandersetzung.
Sein besonderes Engagement galt homosexuellen Männern und Frauen. Bereits Ende des 19.
Jahrhunderts legte er den Grundstein für die Entwicklung einer politischen Protestbewegung, deren
Ergebnisse sich Jahrzehnte später in der gesellschaftlichen Akzeptanz und Gleichberechtigung von Lesben
und Schwulen niederschlagen sollten.
Nicht unproblematisch war sein Engagement für die Eugenik. Als Folge seines unbedingten Glaubens an
die Macht der wissenschaftlichen Aufklärung sah er in der Eugenik, in der Wissenschaft vom »guten
Erbe«, eine Instrument, dass durch »die Hervorbringung besserer und glücklicherer Menschen die
Entstehung einer besseren und glücklicheren Menschheit« bewirken könnte. Er folgte damit dem
Mainstream der zeitgenössischen bürgerlichen wie auch linken Sozialreformer. Sicherlich war er kein
»Vordenker der Nazi-Ideologie«, wie ihm später vereinzelt vorgeworfen wurde, wohl aber verkannte er
die Gefahren, die von einer durch rassenhygienischen Vorstellungen bestimmten Bevölkerungspolitik für
das Selbstbestimmungsrecht und die Freiheit des Individuums ausgehen.
Eine Pressemitteilung der Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft, der Stiftung Topographie des Terrors, der Stiftung Neue Synagoge Berlin - Centrum Judaicum, hms hannchen mehrzzweck stiftung - die schwul-lesbische Stiftung
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Evtl. Rückfragen sind zu richten an: Magnus Hirschfeld-Gesellschaft e.V./Organisation: E-mail xgrau@aol.com
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