Dokumentarfilm von Britta Wauer nach dem Buch von Knut Elstermann, D 2008, 90 min
Eine Episode aus der Kindheit ließ Knut Elstermann nicht mehr los. Anlässlich des Besuchs seiner in den USA lebenden Tante Gerda in Ostberlin wurde ihm untersagt, sie auf den Krieg und ihr Kind anzusprechen. Als er trotzdem nach dem Verbleib des Kindes fragt, reagiert die ganze Familie geschockt, er bekommt keine Antwort und ist beschämt. 2004, fast 40 Jahre später, besucht Knut seine Tante Gerda in New York und stellt ihr diese Frage erneut. Gerda bricht ihr Schweigen und berichtet erstmals von ihrer Kindheit als Jüdin in Berlin, ihrer Verhaftung, ihrer Flucht, ihrem Leben im Untergrund, ihrer Deportation nach Auschwitz und schließlich auch von dem Kind, das sie dort gebar.
Knut Elstermann, 1960 geboren, ist Filmkritiker, freier Journalist, Autor und Moderator. Er ist unter anderem für Antenne Brandenburg, das RBB-Fernsehen und ARTE tätig. Für Radio Eins moderiert er u.a. die Sendung Zwölf Uhr Mittags - Das Filmmagazin. 2005 erschien sein Buch Gerdas Schweigen.
Britta Wauer, 1974 geboren, ist Regisseurin und Produzentin. Sie studierte Regie an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin. Bereits ihr Vordiplomsfilm Heldentod - Der Tunnel und die Lüge wurde 2001 mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Förderpreis des Deutschen Fernsehpreises. Für ihren Abschlussfilm Die Rapoports erhielt sie 2005 den Adolf-Grimme-Preis. Noch im selben Jahr entstand ihr Dokumentarfilm Berlin Ecke Volksbühne. Zur Zeit arbeitet sie an einem Dokumentarfilm über den größten jüdischen Friedhof Europas in Berlin-Weißensee.
Doris Tausendfreund, 1970 geboren, ist seit 2006 wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt „Visual History Archive“ am Center für Digitale Systeme der Freien Universität Berlin. Ihre Dissertation Erzwungener Verrat. Jüdische „Greifer“ im Dienst der Gestapo 1943-1945 erschien 2006.
Moderation: Dr. Doris Tausendfreund
Nach dem Film stehen Knut Elstermann und die Regisseurin Britta Wauer für Fragen zur Verfügung.
- Eintritt frei -