Präsentation der neuen Dauerausstellung in der Erinnerungs- und Gedenkstätte Wewelsburg
Kurzvorträge: Wulff E. Brebeck und Kirsten John-Stucke, Wewelsburg
Dr. Jan Erik Schulte, Dresden
Moderation: Dr. Thomas Lutz, Berlin
Ab 1934 ließ der "Reichsführer-SS" Heinrich Himmler das Renaissanceschloss Wewelsburg bei Potsdam aufwändig zur "Burg der SS-Gruppenführer" ausbauen. Später gab es sogar Planungen für eine neue gigantische Burganlage mit Siedlung. Für die Bauarbeiten wurde 1939 im Dorf ein Konzentrationslager eingerichtet. Nach Kriegsende wurde bis in die 1970er Jahre öffentlich um einen angemessenen Gedenkort gestritten, 1982 eine erste Daueraustellung eröffnet.
Anhand von Bildmaterial präsentieren die Referenten die im April 2010 eröffnete neue Dauerausstellung "Ideologie und Terror der SS" in Wewelsburg. Sie gehen der Frage nach, welche Anforderungen an eine Ausstellungskonzeption der historische Ort stellt und welche Chancen er eröffnet, erläutern die Grundzüge der Planung in inhaltlicher und gestalterischer Hinsicht und stellen den musealen Ansatz vor. Als erste Dauerausstellung, die die SS in der gesamten Bandbreite ihrer Erscheinungsformen und Tätigkeiten darstellt, erschließt die Konzeption nicht nur neue Themen, sonder auch neue Exponate.
Wulff E. Brebeck, 1946 geboren, ist seit 1980 Leiter des Kreismuseums Wewelsburg und Ehrenvorsitzender des "International Commitee of Memorial Museums for the Remembrance of Victims of Public Crimes" im Internationalen Museumsrat (ICOM). Er hat zahlreiche Veröffentlichungen zur Erinnerungskultur und zur Wewelsburg vorgelegt.
Kirsten John-Stucke, 1966 geboren, ist seit 1998 stellvertretende Leiterin des Kreismuseums Wewelsburg und Mitglied im Vorstand des Arbeitskreises der NS-Gedenkstätten in Nordrhein-Westfalen e.V. Sie hat u.a. zur Geschichte des Konzentrationslagers in Wewelsburg, zu Häflingsbiographien und zur Verfolgung der Zeugen Jehovas im Nationalsozialismus publiziert.
Jan Erik Schulte, 1966 geboren, ist seit 2010 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung an der TU Dresden. An der neuen Dauererstellung in der Erinnerungs- und Gedenksätte Wewelsburg war er als wissenschaftlicher Leiter für den Themenbereich "Allgemeine Geschichte der SS" beteiligt. Der Historiker ist Verfasser und Herausgeber zahlreicher Beiträge zur Geschichte des Nationalsozialismus, insbesondere zur SS.
Thomas Lutz ist Gedenkstättenreferent der Stiftung Topographie des Terrors.
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