Die Edition „Wann wohl das Leid ein Ende hat“ enthält Gedichte, Lieder und Briefe der 1903 in Witkowitz (Mährisch-Ostrau) geborenen Schriftstellerin Ilse Weber. Die unter ihrem Mädchennamen Ilse Herlinger bekannt gewordene Hörfunk- und Kinderbuchautorin litt unter der zunehmenden Ausgrenzung und Verfolgung der jüdischen Bevölkerung. 1939 konnte sie ihren ältesten Sohn mit einem Kindertransport nach England schicken. 1942 wurde sie mit ihrem Mann Willi und ihrem Sohn Tommy nach Theresienstadt deportiert. Dort war sie zwei Jahre als Krankenschwester eingesetzt. In dieser Zeit schrieb sie über 60 Gedichte und eine Reihe von Liedern. 1944 wurde sie mit ihrem Sohn nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.
Ihre in Theresienstadt in einem Geräteschuppen versteckten Gedichte und Lieder überdauerten den Krieg. Ebenfalls erhalten blieben Ilse Webers Briefe an ihre Freundin Lilian, die sie zwischen 1933 und 1942 verfasst hatte. Ulrike Migdal hat diesen einzigartigen Fund nun herausgegeben, eingeleitet und kommentiert.
Ulrike Migdal (Hg.)
Zur Person:
- 1948 in Herford geboren
- Studium der Philosophie, Literaturwissenschaft und Musik
- 1979 Promotion im Fachbereich Philosophie
- Forschungs- und Lehraufträge in Deutschland und New York
- lebt in Bochum
Publikationen:
- 1980 „Gezeiten des Atems“
- 1982 „Gesang, nicht lieblich“
- 1986 „Und die Musik spielt dazu. Chansons und Satiren aus dem KZ Theresienstadt“
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Ort: Bibliothek der Stiftung Topographie des Terrors in den Räumen der Geschäftsstelle