Orte der Erinnerung 1933-1945

Orte der Erinnerung 1933 - 1945

Gedenkstätten, Dokumentationszentren und Museen
zur Geschichte der nationalsozialistischen Diktatur
in Berlin und Brandenburg

»Ist mein Mitmensch in einer Notlage und ich kann ihm beistehen, so ist das eben meine Pflicht und Schuldigkeit« (Johanna Eck, Berlin)

16.10.2008, 19 Uhr
Vortrag
Israel ehrt nichtjüdische Retter aus der Zeit des Holocaust als »Gerechte unter den Völkern«

Veranstalter: Europa-Department der Internationalen Schule für Holocaust-Studien in
Yad Vashem/Jerusalem, Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas

Programm

In dem Vortrag wird das in der zentralen israelischen
Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem/Jerusalem entwickelte Programm zur
Auszeichnung der Gerechten unter den Völkern vorgestellt. Jene
Nichtjuden, die während des Holocaust in ganz Europa ihr Leben
riskierten, um verfolgten und von der Vernichtung bedrohten Juden zu
helfen, sind der Beweis, dass Hilfe möglich war.

Seit 1963 ist einer Jury unter Vorsitz eines Richters des Obersten
Gerichtshofes von Israel der Auftrag erteilt, den Titel zu verleihen.
Um zu einer angemessenen Einschätzung der Handlungen und Motive des
Retters zu gelangen, trägt die Jury der Gesamtheit der relevanten
Rettungsumstände Rechnung. So wird, um nur einige Beispiele zu nennen,
das Zustandekommen der Verbindung zwischen Retter und Gerettetem
berücksichtigt; ein weiterer Gesichtspunkt ist die Art der geleisteten
Hilfe. Gab es irgendeine Form materieller Erstattung für die Hilfe, und
wenn ja, welche? Welche Gefahren und Risiken nahm der Retter auf sich?
Was waren die Motive des Retters? Lässt sich verifizieren, ob
Freundschaft, Selbstlosigkeit, Religiosität oder humanitäre Erwägungen
das Maß des Handelns bildeten?

Einige der mehr als 22.000 Menschen aus Europa, die bereits als
Gerechte geehrte wurden, werden in dem Vortrag ebenfalls vorgestellt
und ihre Beweggründe erläutert.

Biographische Daten

Dr. Susanne Y. Urban, geb. 1968. Mitarbeiterin des Deutschen Desks des
Europa-Departments der Internationalen Schule für Holocaust-Studien in
Yad Vashem/Jerusalem. Historikerin. Promotion am
Moses-Mendelssohn-Zentrum/Universität Potsdam. Fellow Researcher in Yad Vashem.
Veröffentlichungen in israelischen und deutschen Zeitschriften; Bücher
und Buchbeiträge, u.a. »Der Philo-Verlag 1919-1938. Abwehr und
Selbstbehauptung« (Hildesheim 2001), mit Asher Ben-Natan »Die Bricha«
(Düsseldorf 2005), »Jugend-Aliyah: Exil in der Fremde oder Heimat in
Eretz Israel« (Exil-Jahrbuch 2006), »Überleben in Angst. Vier Juden
berichten über ihre Zeit im Volkswagenwerk 1944/45« (2. Aufl. Wolfsburg
2007).




Denkmal für die ermordeten Juden Europas
Ort der Information
Cora-Berliner-Straße 1
10117 Berlin

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