ANLÄSSLICH DES 3. JAHRESTAGES DER ERÖFFNUNG DES DENKMALS FÜR DIE ERMORDETEN JUDEN EUROPAS
EBERTSTRASSE / ECKE BEHRENSTRASSE. 10117 BERLIN .
www.konzert-im-denkmal.deKOMPONIST HARALD WEISS . DIRIGENT LOTHAR ZAGROSEK . MEZZOSOPRANISTIN TANJA SIMIC QUEIROS
KAMMERSYMPHONIE BERLIN - KÜNSTLERISCHE LEITUNG JÜRGEN BRUNS . SCHAUSPIELERIN TATJANA BLACHER
VERANSTALTER: FÖRDERKREIS DENKMAL FÜR DIE ERMORDETEN JUDEN EUROPAS E. V.
Eintritt frei
Der Anlass
Am 10. Mai 2008 jährt sich zum dritten Mal die Einweihung des Holocaust-Denkmals im Herzen Berlins. Seit seiner Eröffnung haben es bereits mehr als 7 Mio. Menschen besucht. Zu diesem Anlass bedarf es besonderer Aktivitäten, und zwar in Form einer seit bereits zwei Jahren erfolgreich stattfindenden „Langen Nacht des Denkmals“. Höhepunkt wird in diesem Jahr ein Konzert im Stelenfeld des Denkmals werden. Für dieses weltweit einzigartige Vorhaben schreibt der Komponist Harald Weiss ein eigens für diesen Anlass komponiertes Werk, das an diesem Tag im Stelenfeld uraufgeführt wird. Harald Weiss zu seinen Gedanken:
„Es gibt Anlässe, die den Menschen zum Verstummen bringen, weil weder Worte noch Musik das Ausmaß an Betroffenheit erfassen können. Wenn man sich inmitten des Denkmals für die Ermordeten Juden Europas befindet, ist diese Beklommenheit des Unfassbaren unmittelbar zu spüren. Anfang Mai 2008 wollen wir uns zum dritten Mal seit der Einweihung des Denkmals zu einer Gedenkstunde inmitten der Stelen zusammenfinden. Dazu bedarf es weder einer Fanfare und noch weniger eines Happenings - es bedarf vielmehr, die Stille, die uns zwischen dem Stelenfeld umgibt zu verstärken, so paradox das auch klingen mag.“
Dieses Klanggewebe wird sich vom Zentrum des Denkmals ausbreiten. Die Musiker werden von dieser Position aus in einem Umkreis von ca. 50 Metern verteilt. Sie werden über ein optisches oder akustisches System vom Dirigenten koordiniert. Während der Aufführung ist es den Besuchern möglich, sich frei im Denkmal zu bewegen und so „von Stele zu Stele“ einen anderen akustischen Eindruck zu gewinnen. Sechs Millionen ermordete Menschen - eine Dimension, die sich niemand wirklich vorstellen kann. Das Denkmal für die ermordeten Juden Europas in Berlin will ein Ort für diese Menschen sein. Hinter jedem dieser Toten steht eine einzigartige Geschichte, ein Schicksal.
Der Ablauf
15.00 Uhr: Berliner Jugendliche rezitieren Texte und Gedichte im Denkmal
19.30 Uhr: Begrüßungen Lea Rosh, Wolfgang Thierse, Ehrhart Körting, Ilan Mor (Bühne Ebertstraße / Ecke Behrenstraße)
20.00 Uhr: Welturaufführung „Vor dem Verstummen“
20.17 Uhr: Rezitation der Schauspielerin Tatjana Blacher: Gedichte von Selma Meerbaum-Eisinger
20.35 Uhr: Wiederholung „Vor dem Verstummen“ während des Sonnenuntergangs
Der Text zur Komposition
Das Musikstück beinhaltet das Gedicht „Welke Blätter“ von Selma Meerbaum-Eisinger, das der Komponist Harald Weiss aufgrund der passenden thematischen Überschneidung ür den Anlass und die Komposition „Vor dem Verstummen“ auswählte und vertonte.
Welke Blätter
Plötzlich hallt mein Schritt nicht mehr,
sondern rauschen leise, leise,
wie die tränenvolle Weise,
die ich sing‘, von Sehnsucht schwer.
Unter meinen müden Beinen,
die ich hebe wie im Traum,
liegen tot und voll von Weinen
Blätter von dem grossen Baum.
Selma Meerbaum-Eisinger, 24. September 1939
Selma Meerbaum-Eisinger, geboren am 15. August 1925 in Czernowitz, starb am 16. Dezermber 1942 in dem von der SS geführten Arbeitslager Michailowska.