Orte der Erinnerung 1933 - 1945

Gedenkstätten, Dokumentationszentren und Museen
zur Geschichte der nationalsozialistischen Diktatur
in Berlin und Brandenburg

Archiv

Siegfried Grundmann: "Der Geheimapparat der KPD im Visier der Gestapo - Das BB-Ressort. Funktionäre, Beamte, Spitzel und Spione."

11.02.2010, 19.00 Uhr
Lesung


Gedenkstätte Deutscher Widerstand
Stauffenbergstr. 13-14, 19785 Berlin, Zweite Etage, Saal A

Bereits zur Zeit der Weimarer Republik betrieb die KPD - darin Vorgaben der Kommunistischen Internationale folgend - neben dem "normalen" Parteiapparat einen "AM-Apparat" genannten, gesonderten Nachrichtendienst, der der geheimen Informationsbeschaffung diente. Eine Sonderstellung nahm darin die zunehmend an Bedeutung gewinnende "BB-Arbeit" (Betriebsberichtserstattung) ein. Sie erkundete vor allem rüstungstechnische Neuerungen, Stand und Umfang der Rüstungsproduktion sowie die Zusammenarbeit von Industrie und Reichswehr. Die in diesem Zusammenhang gewonnenen Informationen dienten nicht nur der Propaganda der KPD, sondern sollten helfen, die (aus Sicht der Kommunisten) von einem "imperialistischen Krieg" bedrohte Sowjetunion zu schützen.

Nach dem Verbot der KPD und der Errichtung einer nationalsozialistischen Diktatur wurde das "BB-Ressort" aus Sicht von Gestapo und Justiz zum "gefährlichsten Apparat der KPD". Erst 1935 gelang es dem Verfolgungsapparat, in diese Kreise, die aus zahlreichen Forschern und hochmotivierenten Intellektuellen bestanden, einzudringen. Viele von ihnen wurden vom nationalsozialistischen "Volksgerichtshof" zu hohen Haftstrafen oder zum Tode verurteilt.

Die Geschichte der Verfolgung des "BB-Ressorts" beschriebt der 1938 geborene Soziologe und Wissenschaftshistoriker Professor Dr. Siegfried Grundmann in seiner fundierten und spannenden Studie (496 Seiten), die 2008 im Berliner Karl Dietz Verlag zum Preis von 29,90 EURO erschienen ist.



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