Einführung: Prof. Dr. Michael Wildt, Berlin
Moderation: Dr. Walter H. Pehle, Frankfurt
Kurzvorträge: Privatdozent Dr. Frank Bajohr, Hamburg
Dr. Birthe Kundrus, Hamburg
Dr. Dietmar Süß, Jena
Die „Volksgemeinschaft“ gehörte zu den zentralen Propagandaformeln des NS-Regimes. Der Sammelband beschäftigt sich mit der Frage, was die Nationalsozialisten unter „Volksgemeinschaft“ verstanden und welche Rolle dieser Begriff in der gesellschaftlichen Praxis des Regimes spielte. Die einzelnen Beiträge zeigen, dass die nationalsozialistische Volksgemeinschaft nicht nur für eine gesellschaftliche Aufbruchstimmung stand, sondern auch die Verfolgung ganzer Bevölkerungsgruppen wie beispielsweise der Juden, „Gemeinschaftsfremden“, „Zigeuner“ und Behinderten einschloss.
Michael Wildt, 1954 geboren, ist Professor für Neuere Geschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin. Er hat zahlreiche Studien zur Geschichte der Gewalt und zum nationalsozialistischen Terrorapparat vorgelegt. Zu seinen wichtigsten Publikationen gehören: Volksgemeinschaft als Selbstermächtigung. Gewalt gegen Juden in der deutschen Provinz 1919 bis 1939 (2007); Nachrichtendienst, politische Elite, Mordeinheit. Der Sicherheitsdienst des Reichsführers SS (2003); Generation des Unbedingten. Das Führungskorps des Reichssicherheitshauptamtes (2002); Die Judenpolitik des SD 1935 bis 1938. Eine Dokumentation (1995).
Frank Bajohr, 1961 geboren, ist Privatdozent und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden sowie die Geschichte Hamburgs im Nationalsozialismus. Zuletzt erschienen Der Holocaust als offenes Geheimnis. Die Deutschen, die NS-Führung und die Alliierten (2006) und „Unser Hotel ist judenfrei“ Bäder-Antisemitismus im 19. und 20. Jahrhundert (2003).
Birthe Kundrus, 1963 geboren, ist Privatdozentin an der Universität Oldenburg und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Hamburger Institut für Sozialforschung. Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören Sozial- und Kulturgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts und Erinnerungskulturen. Zu ihren jüngsten Veröffentlichungen gehört die mit Beate Meyer vorgelegte Studie Die Deportation der Juden aus Deutschland. Pläne – Praxis – Reaktionen (1938- 1945) (2004).
Dietmar Süß, 1973 geboren, ist Akademischer Rat am Historischen Institut der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören die Geschichte der Arbeit und der Arbeiterbewegung sowie die Sozial- und Kulturgeschichte des Luftkrieges. Zuletzt veröffentlichte er 2008 mit Winfried Süß den Sammelband Das „Dritte Reich“. Eine Einführung (2008).
Walter Pehle, 1941 geboren, ist Lektor für Geschichtswissenschaft im S. Fischer Verlag und im Fischer Taschenbuchverlag und Herausgeber der renommierten Buchreihe „Die Zeit des Nationalsozialismus“, die auch unter dem Titel „Schwarze Reihe“ bekannt geworden ist.