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SUMMARY:Geschichte als Waffe – Neuer Nationalismus und Erinnerungspolitik in den Visegrád-Ländern
DESCRIPTION:Diskussion mit Adam Kerpel-Fronius\, Anna Delius und Pavel Polák anlässlich des sogenannten Holocaust-Gesetzes in Polen. \n  \nMit dem sogenannten Holocaustgesetz in Polen ist die Debatte um Geschichtspolitik in den postkommunistischen Gesellschaften Osteuropas neu entfacht worden. \nAuch in anderen (mittelost)europäischen Ländern versuchen Regierungen und Opposition\, Geschichte zur Legitimation ihrer politischen Interessen zu instrumentalisieren. Beispiel Ungarn: Der jüngste Wahlkampf zur Parlamentswahl war auch ein Wettstreit um die historische Deutungshoheit. Seit Jahren stimuliert die Regierung von Viktor Orban antisemitische Ressentiments\, um alte Feindbilder wiederaufleben zu lassen. Subtiler gestaltet sich die Geschichtspolitik auf den ersten Blick in Tschechien. Doch auch dort wird mit Erinnerung Politik gemacht – wie unter anderem der Umgang mit der Roma-Gedenkstätte in Lety zeigt. \nWie verändern staatliche Eingriffe ins kollektive Gedächtnis in Osteuropa die politischen und gesellschaftlichen Diskurse? Welche Auswirkungen haben staatliche Versuche\, Geschichte umzudeuten\, auf die Unabhängigkeit von Journalismus und Wissenschaft? Was können zivilgesellschaftliche Akteure politischen Versuchen\, Erinnerung zu lenken\, entgegensetzen? Und inwiefern handelt sich es bei der aktuellen Politisierung von Geschichte um ein osteuropäisches Phänomen? \nPodium\nAdam Kerpel-Fronius\, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas\nAnna Delius\, Historikerin\, Freie Universität Berlin/Hebrew University Jerusalem\nPavel Polák\, Korrespondent des Tschechischen Hörfunks in Berlin \nModeration\nIsabelle Daniel \n  \nDie Veranstaltung ist kostenlos. Anmeldung bitte über evenbrite.
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SUMMARY:Postalische Zeugnisse zur deutschen Besatzungspolitik im Protektorat Böhmen und Mähren
DESCRIPTION:Am 15. März 1939 besetzte das nationalsozialistische Deutsche Reich\, das im Oktober 1938 bereits das Sudetenland annektiert hatte\, die Tschechoslowakei. In seinem Erlass zur Errichtung des Protektorats Böhmen und Mähren am folgenden Tag sicherte Hitler den böhmischen Ländern Autonomie und Selbstverwaltung zu. Was die versprochene Autonomie in der Praxis bedeutete\, zeigte sich sehr bald. Die deutschen Okkupanten unterdrückten jede Regung von Opposition und begannen mit der Verfolgung der Juden. Sie deportierten Repräsentanten des kulturellen Lebens\, Studenten und Regimegegner in Gestapo-Gefängnisse und Konzentrationslager. Auf dem Boden des Protektorats\, in Theresienstadt\, entstand die größte Sammelstelle für Juden auf dem Weg in die Orte der Vernichtung. Die »tschechischen« Behörden wurden bald vollständig unter deutsche Kontrolle gestellt. »Autonomie« und »Selbstverwaltung« erwiesen sich als eine Fassade\, hinter der sich ein System der rücksichtslosen Unterdrückung und Ausbeutung verbarg. \nMit Hilfe einer bisher wenig beachteten Kategorie von Dokumenten veranschaulicht der Autor ausgewählte Aspekte der deutschen Besatzungsherrschaft in Böhmen und Mähren. Es handelt sich dabei um Zeugnisse der postalischen Kommunikation: Postkarten\, Briefinhalte\, Briefumschläge\, Zahlungsbelege etc. Diese Dokumente der Alltagskultur werden in ihrem historischen Kontext gesehen\, woraus sich eine neue Perspektive auf Geschichte und oftmals neue Informationen zu Personen und Institutionen ergeben. \n  \nPROGRAMM \nBegrüßung\nS. E. Tomáš Jan Podivinský\, Botschafter der Tschechischen Republik in Deutschland \nMusikalisches Rahmenprogramm\nErwin Schulhoff (1894-1942): Fünf Stücke für Streichquartett (Werkverzeichnis 3494)\nEs spielt das Diplomatische Streichquartett: Matthias Hummel (1. Violine)\, Felix Klein (2. Violine)\, Ernst Herzog (Viola)\, Petra Kießling (Violoncello) \nGrußworte\nAdam Kerpel-Fronius\, Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas\nDr. Christine Glauning\, Leiterin des Dokumentationszentrums NS-Zwangsarbeit \nBuchvorstellung\nHeinz Wewer\, Autor\nHartmut Liebermann\, Moderator \n  \nHeinz Wewer\, geboren 1935\, hat in Tübingen\, Berlin\, Amherst und Princeton Rechtswissenschaften\, Geschichte und Politikwissenschaft studiert. Tätigkeit in verschiedenen Berufsfeldern\, zuletzt als Leiter des Arbeitsbereichs Internationale Beziehungen in der Verwaltung der Universität der Künste Berlin. 2017 erschien sein Buch „Abgereist\, ohne Angabe der Adresse“. Postalische Zeugnisse zu Verfolgung und Terror im Nationalsozialismus. \nHartmut Liebermann\, geboren 1949\, hat in Münster und München Geschichte\, Geographie und Sozialwissenschaften studiert. Von 1975 bis 2014 Lehrer am Alexander-Hegius-Gymnasium Ahaus\, dort als Studiendirektor Fachbereichsleiter für die gesellschaftswissenschaftlichen Fächer. Seit 2002 Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Tschechoslowakei im Bund deutscher Philatelisten.
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SUMMARY:Festakt zum 10. Jahrestag der Übergabe des Denkmals für die verfolgten Homosexuellen an die Öffentlichkeit
DESCRIPTION:Seit zehn Jahren erinnert die Bundesrepublik Deutschland mit dem Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen an die über 50.000 zwischen 1933 und 1945 nach §175 Verurteilten. Mehrere tausend Schwule wurden wegen ihrer Homosexualität in Konzentrationslager verschleppt. Ein großer Teil von ihnen starb aufgrund von Hunger oder Krankheiten\, durch Misshandlungen oder gezielte Mordaktionen. Die Nationalsozialisten zerschlugen die Lebenswelten von Schwulen und Lesben. Lange Zeit wurden die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus in beiden deutschen Nachkriegsstaaten aus der Gedenkkultur ausgeschlossen. Das Denkmal soll die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus ehren und zugleich »ein beständiges Zeichen gegen Intoleranz\, Feindseligkeit und Ausgrenzung gegenüber Schwulen und Lesben setzen«. Es wurde von Michael Elmgreen und Ingar Dragset entworfen\, auf Beschluss des Deutschen Bundestages gebaut und am 27. Mai 2008 der Öffentlichkeit übergeben. Aus Anlass des zehnten Jahrestages der Übergabe des Denkmals an die Öffentlichkeit wird ab dem 3. Juni 2018 ein Film der israelischen Videokünstlerin Yael Bartana im Denkmal gezeigt. \n  \nPROGRAMM \nReden\nBundespräsident Frank-Walter Steinmeier\nMichael Müller\, Regierender Bürgermeister von Berlin\nGünter Dworek\, Mitinitiator des Denkmals und Vertreter des LSVD\nGulya Sultanova\, LGBT-Filmfestival »Side by Side«\, Sankt Petersburg \nMusikalische Umrahmung\nDuett »Radio Corel«\, Dragan Cordes und Adrien Braud \nModeration\nUwe Neumärker\, Direktor der Stiftung Denkmalfür die ermordeten Juden Europas \n  \nBitte beachten Sie\, dass die Veranstaltung im Freien stattfindet und dass es im Umfeld des Denkmals kaum Parkmöglichkeiten gibt. \nAnmeldung bis 28. Mai 2018 unter veranstaltungen@stiftung-denkmal.de erforderlich. Nach Ihrer Anmeldung erhalten Sie eine namentliche Bestätigungsmail für sich und Ihre Begleitung. Diese Bestätigungsmail beinhaltet alle weiteren einlassrelevanten Hinweise.
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SUMMARY:»Der vergessene Holocaust. Mein Leben als Sinto\, Unternehmer und Überlebender«
DESCRIPTION:Zoni Johan (*1937) ist das älteste der vier Kinder des Sinto Johannes Weisz und seiner Frau Jacoba. Als im Mai 1944 in den Niederlanden Razzien gegen Sinti und Roma stattfinden\, sollen Zoni und seine Familie in das »Zigeunerlager« Auschwitz deportiert werden. Durch die Hilfe eines Polizisten gelingt ihm die Flucht\, während seine Familienmitglieder nach Auschwitz deportiert werden. Zoni Weisz versteckt sich in Wäldern\, bei Bauern und schließlich bei seinen Großeltern. Nach Kriegsende wird er ein erfolgreicher Florist. \nErst in den 1990er Jahren beginnt er\, öffentlich über seine Geschichte zu sprechen. Am Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus 2011 spricht Zoni Weisz als erster Vertreter der Sinti und Roma im Deutschen Bundestag. 2016 erscheinen seine Erinnerungen »Zoni. De vergeten Holocaust«\, die dtv nunmehr auf Deutsch\, Erscheinungsdatum 20. April 2018\, veröffentlicht. \n  \nPROGRAMM\nBegrüßung\nBotschaftsrätin Monique Ruhe\, Leiterin der Abteilung Kultur und Kommunikation \nGespräch\nZoni Weisz mit Uwe Neumärker\, Direktor der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas \nLesung\nHerbert Knaup \nEmpfang \nTeilnahme nur nach vorheriger Anmeldung unter veranstaltungen@stiftung-denkmal.de bis 30. April 2018.\nEintritt frei\, Einlass 17.30 Uhr\, Ausweisdokument erforderlich
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