Orte der Erinnerung 1933-1945

Orte der Erinnerung 1933 - 1945

Gedenkstätten, Dokumentationszentren und Museen
zur Geschichte der nationalsozialistischen Diktatur
in Berlin und Brandenburg
03.09.2014

Veranstaltungsbericht Eröffnung der Ausstellung „Vernichtungskrieg in Polen 1939“

Am 28. August 2014, um 11 Uhr, eröffnete die Ständige Konferenz der Leiter der NS-Gedenkorte im Berliner Raum ihre zweite Tafelausstellung auf dem Pariser Platz. Neun Tafeln beschäftigen sich mit der Vorgeschichte und den Auswirkungen des Kriegsbeginns. Dabei wird gezeigt, dass das »Dritte Reich« seit dem Tag der Machtübernahme Hitlers konsequent und zielgerichtet einen Krieg vorbereitete, durch den nicht nur neuer »Lebensraum« erobert werden sollte, sondern der von Beginn an als ein rassistisch motivierter Vernichtungskrieg geplant war. Eine zehnte Tafel dient als Einleitungstafel und klärt über die fünf Institutionen der Ständigen Konferenz auf.

 

Die Begrüßung der Gäste erfolgte durch Prof. Dr. Nachama, Direktor der Stiftung Topographie des Terrors und diesjähriger Vorsitzender der Ständigen Konferenz, und Andrzej Szynka, Gesandter der Botschaft der Republik Polen in Berlin. Prof. Dr. Günter Morsch, Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, führte anschließend die Besucher in die Thematik der Ausstellung ein.

 

Die Open-Air-Ausstellung ist kostenlos und Tag und Nacht zugänglich. Sie wird bis zum 23. November 2014 auf dem Pariser Platz zu sehen sein.

 

Die Broschüre in deutscher, englischer und polnischer Sprache ist kostenlos bei den Institutionen der Ständigen Konferenz erhältlich.

 

Die Ständige Konferenz hat eine verstärkte Kooperation und Vernetzung der großen NS-Gedenkstätten im Berliner Raum zum Ziel. Zu ihren Mitgliedern gehören die Stiftungen Denkmal für die ermordeten Juden Europas und Topographie des Terrors, die Gedenkstätte Deutscher Widerstand, die Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz sowie Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen.

06.08.2014

Ausstellungseröffnung der Ständigen Konferenz

Am 28. August um 11 Uhr findet die Eröffnung der Tafelausstellung "Vernichtungskrieg in Polen" am Pariser Platz statt.


Alle weiteren Informationen finden Sie hier 

01.07.2014

Eröffnung der neuen Dauerausstellung in der Gedenkstätte Deutscher Widerstand

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat am Dienstag die neue Ausstellung der Gedenkstätte Deutscher Widerstand in Berlin eröffnet.

 

Mit einer umfangreichen Dauerausstellung, wechselnden Sonderausstellungen und einem vielfältigen Veranstaltungs- und Veröffentlichungsangebot informiert die Gedenkstätte Deutscher Widerstand über den Widerstand gegen den Nationalsozialismus

 

Rede von Bundeskanzlerin Merkel anlässlich der Eröffnung der Dauerausstellung in der Gedenkstätte Deutscher Widerstand am 1. Juli 2014

www.bundesregierung.de/Content/DE/Rede/2014/07/2014-07-01-merkel-gdw.html

26.05.2014

Veranstaltungsbericht: „Erobern und Vernichten” (1939-1945). „Slawen” – Eine verdrängte Opfergruppe?

Am 20. Mai 2014 hatte die Ständige Konferenz der Leiter der NS-Gedenkorte im Berliner Raum zu einer Podiumsdiskussion in die Topographie des Terrors eingeladen.

 

Auf dem Podium diskutierten Dr. Peter Jahn, bis 2006 Leiter des Deutsch Russischen Museums Berlin-Karlshorst, Ekaterina Makhotina, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Historischen Seminar der Universität München, Geschichte Ost- und Südosteuropas, Prof. Dr. Reinhard Rürup, em. Professor für Neuere Geschichte an der Technischen Universität Berlin, bis 2004 wissenschaftlicher Direktor der Stiftung Topographie des Terrors, Prof. Dr. Robert Traba, Direktor des Zentrums für historische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften und Dr. Jürgen Zarusky, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Zeitgeschichte München–Berlin. Auf dem Prüfstand standen vor allem die Fragen nach der Definition des Begriffs »Slawen« und warum diese Opfer in der heutigen deutschen Erinnerung praktisch keine Rolle spielen. Rund 190 Besucher verfolgten die interessanten Beiträge der Referenten und beteiligten sich mit regen Nachfragen und Anmerkungen an der Diskussion. Die Veranstaltung wurde von Prof. Dr. Andreas Nachama, Direktor der Topographie des Terrors und diesjähriger Vorsitzender der Ständigen Konferenz, moderiert.

05.05.2014

Beisetzungsfeier für Vera und Avner W. Less am 23. Mai 2014, um 9:30 Uhr.


Ort: Friedhof Wannsee, Friedenstrasse 8, 14109 Berlin.

 

Avner Less, geb. 18. Dezember 1916 in Berlin, gest. 7. Januar 1987 in Zürich.

Vera Less, geb. 2. Juni 1912 in Hamburg, gest. 26. August 1980 bei Zürich.

 

Er wurde als "Hauptmann Less" bekannt, als der Polizeioffizier, der Adolf Eichmann in Israel 275 Stunden verhört hat. Am Freitag, dem 23. Mai 2014, wird endlich Avner Werner Less' letzter Wunsch erfüllt: Er wird zusammen mit seiner Frau Vera auf dem Friedhof Berlin-Wannsee in der Friedenstraße feierlich beigesetzt. Bisher hatten widrige Umstände eine getrennte Beisetzung in Hamburg und in Zürich erzwungen.

 

Avner W. Less gehörte zu den Berliner Juden, die noch rechtzeitig fliehen konnten. Vera Less, geborene Gonsiorowski, stammte aus Hamburg. Beiden gelang gemeinsam die Einwanderung nach Palästina. Die Mutter von Vera Less, der Vater von Avner W. Less und viele weitere Familienmitglieder wurden jedoch ermordet. Nach der Beisetzung werden Alon Less, der Sohn von Avner und Vera, sowie Verwandte der Familie in Berlin Stolpersteine für die Großeltern und weitere ermordete Angehörige verlegen.

 

Das Ehepaar Less lebte in Israel, New York, Paris, Genf, Basel und Zürich, wo beide verstarben. Unbeschadet ihrer israelischen Staatsbürgerschaft und im Namen ihrer Eltern bestanden Avner und Vera Less auf der Annullierung ihrer Zwangsausbürgerung und der Rückgabe des deutschen Passes. Auch wenn sie nicht in Deutschland leben wollten, sollte der Anspruch darauf doch nicht aufgegeben werden. Und die Hoffnung auf Versöhnung auch nicht.

 

Das Verhör des Holocaust-Organisators Adolf Eichmann und die Aufzeichnungen seines Verhöroffiziers Avner W. Less gehören ohne Zweifel zu den Meilensteinen der Erforschung unserer Geschichte. Deshalb hat sich das Haus der Wannsee-Konferenz besonders dafür eingesetzt, dass sein Sohn den letzen Wunsch der Eltern erfüllen kann. Es ist nicht zuletzt auch die Heimkehr eines großen Berliner Juden in die Stadt, in der man seine Familie noch nicht einmal sterben lassen wollte. Eichmann deportierte den Vater seines späteren Verhöroffiziers nach Auschwitz.

 

Am Freitag, dem 23. Mai 2014, werden Vera und Avner W. Less auf dem Friedhof Wannsee beigesetzt. Die Feier wird von Rabbiner Prof. Dr. Andreas Nachama geleitet. Worte des Gedenkens sprechen der Sohn Alon Less (Zürich), Dr. Norbert Kampe vom Haus der Wannsee-Konferenz (Berlin) und die Less-Biografin Dr. Bettina Stangneth (Hamburg).

 

Jeder, der Avner und Vera Less die Ehre erweisen möchte, ist eingeladen, am Freitag, 23. Mai 2014 zum Friedhof in Berlin-Wannsee (Friedenstrasse 8) zu kommen. Die Feier beginnt um 9:30 Uhr.