Orte der Erinnerung 1933-1945

Orte der Erinnerung 1933 - 1945

Gedenkstätten, Dokumentationszentren und Museen
zur Geschichte der nationalsozialistischen Diktatur
in Berlin und Brandenburg
20.04.2016

Online ansehen: 71. Jahrestag der Befreiung der Häftlinge des KZ Sachsenhausen, 17.04.2016

Hier können Sie sich die zentrale Gedenkveranstaltung der Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen zum 71. Jahrestag der Befreiung der Häftlinge des KZ Sachsenhausen online ansehen:

 

http://www.stiftung-bg.de/gums/de/geschichte/video_d.html

 

 

18.04.2016

Wanderausstellung zur NS-Militärjustiz in St. Vith

Das Kulturzentrum Triangel in St. Vith (Belgien) zeigt »›Was damals Recht war…‹ – Soldaten und Zivilisten vor Gerichten der Wehrmacht«

 

Vom 22. April bis 2. Mai 2016 präsentieren das Kulturzentrum Triangel und die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas die Wanderausstellung »›Was damals Recht war…‹ – Soldaten und Zivilisten vor Gerichten der Wehrmacht« in St. Vith (Belgien).

 

Eröffnung:

Die feierliche Eröffnung findet am 22. April 2016, um 20 Uhr, statt. Im Rahmen der Vernissage wird Oliver Paasch, Ministerpräsident der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens, ein Grußwort sprechen und der Co-Kurator Dr. Magnus Koch in die Ausstellung einführen. Die Historiker Carlo Lejeune (Zentrum für Regionalgeschichte in der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens) und Christoph Brüll (Universität Lüttich) referieren zu den Themen »Von der Aktualität historischer Arbeit« und »Justiz und Recht in Eupen-Malmedy (1940–1944)«.

 

Hintergrund zur Ausstellung:

Die Ausstellung zeigt, wie Unrecht und Willkür den Alltag der Wehrmachtjustiz kennzeichneten und tausende Männer und Frauen, Soldaten und Zivilisten, der Unrechtsjustiz zum Opfer fielen und als Deserteure, so genannte Wehrkraftzersetzer oder Volksschädlinge, ihr Leben verloren. Mit Ablehnung und Feindschaft begegnete die Mehrzahl der Deutschen nach 1945 den überlebenden Opfern der Wehrmachtjustiz. Vielen gelten die Verurteilten bis heute als Verräter oder Feiglinge. Dabei hat der Deutsche Bundestag im September 2009 die letzten Unrechtsurteile der Wehrmachtjustiz des Zweiten Weltkrieges aufgehoben. Zu den zehntausenden Opfern dieser Justiz zählen auch Widerstandskämpfer aus nahezu ganz Europa, die in ihren von der Wehrmacht besetzten Heimatländern oder in Deutschland inhaftiert, vor Gericht gestellt und in großer Zahl exekutiert worden sind.

 

Konzept:

Konzipiert wurde die Ausstellung von der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, unterstützt von der Stiftung Sächsische Gedenkstätten, der Gedenkstätte Deutscher Widerstand, der Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt – Gedenkstätte ROTER OCHSE Halle (Saale), der Bundeszentrale für politische Bildung und der Bundesvereinigung Opfer der NS-Militärjustiz e.V.

 

Mehr Informationen zur Ausstellung und zum Begleitprogramm unter:

http://www.stiftung-denkmal.de/ausstellungen/was-damals-recht-war.html
http://www.triangel.com/cms/index.php?article_id=9&clang=&details=1472

 

Ausstellungskatalog:

Der Begleitband zur Wanderausstellung dokumentiert mit zahlreichen Fotos, Tagebuchaufzeichnungen, Briefen und Aktenstücken das Schicksal von Soldaten und Zivilisten, die zwischen 1939 und 1945 zu Opfern der deutschen Wehrmachtjustiz wurden. Der Katalog ist für 19,90 € erhältlich unter E-Mail info@stiftung-denkmal.de

Ausstellungseröffnung: 22. April 2016, 20.00 Uhr, Kulturzentrum Triangel

 

Ausstellungsort: Kultur-, Konferenz- & Messezentrum Triangel, Vennbahnstr. 2, B-4780 Sankt Vith

 

Ausstellungsdauer: 22. April bis 2. Mai 2016

 

Öffnungszeiten: montags bis sonntags jeweils von 14.00 bis 18.00 Uhr sowie sonntags zusätzlich von 10.00 bis 12.00 Uhr

 

Eintritt frei

 

Kontakt:

Kultur-, Konferenz- und Messezentrum Triangel
Vennbahnstr. 2
B-4780 Sankt Vith
Tel.: +32 (0)80 44 03 20
E-Mail: info@triangel.com

 

14.03.2016

Fünf Jahre Ständige Konferenz: Die StäKo-Leiter treffen sich mit Prof. Monika Grütters, Staatsministerin für Kultur und Medien

Seit fünf Jahren arbeiten die NS-Gedenkorte im Berliner Raum zusammen und organisieren gemeinsam Veranstaltungen. Kulturstaatsministerin Grütters hat deren Leiter jetzt ins Kanzleramt eingeladen. Dort zog die sogenannte "Ständige Konferenz" eine Zwischenbilanz ihrer Zusammenarbeit.

 

Mehr Informationen unter:

https://www.bundesregierung.de/Content/DE/Artikel/2016/03/2016-03-10-bilan-staendige-konferenz.html?nn=391670

03.03.2016

Veranstaltungsbericht: Gedenken an die „Fabrik-Aktion” und den Protest in der Rosenstraße

Am 29. Februar veranstaltete die Ständige Konferenz der Leiter der NS-Gedenkorte im Berliner Raum zusammen mit einem großen Initiativkreis eine Zeremonie, um den Protesten in der Rosenstraße 1943 zu gedenken. Zahlreiche Gäste versammelten sich gegen 16 Uhr am Mahnmal Große Hamburger Straße, um den El Male Rachamin von Kantor Isaac Scheffer sowie das Kaddisch von Rabbiner Jonah Sievers zu hören. Anschließend folgte ein gemeinsamer Schweigemarsch zur der Skulptur von Ingeborg Hunzinger in die Rosenstraße. Nach einer Gedenkode durch die Kantorin Esther Hirsch, begrüßte Prof. Dr. Günter Morsch, diesjähriger Vorsitzender der Ständigen Konferenz und Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, die Gäste und erläuterte kurz die historischen Zusammenhänge. Dr. Christian Hanke, Bezirksbürgermeister von Berlin-Mitte, warnte anschließend in seiner Rede vor dem aktuellen Rechtsdruck in Deutschland und sprach sich ausdrücklich für ein Verbot der NPD aus. Auch Dr. Mario Offenberg appellierte in seinem Merkwort an den Zusammenhalt und die Zivilcourage in der deutschen Gesellschaft. Der Rabbiner Yaacov Zinvirt beendete die Zeremonie mit einem El Male Rachamin und einem Kaddisch.  Anschließend fand ein Zeitzeugengespräch im Instituto Cervantes statt, wo Ruth Winkelmann die Fragen der Schülerinnen und Schülern der Berlin British School beantwortete. Eindrucksvoll schilderte die Zeitzeugin ihre Erinnerungen an ihre Kindheit im Nationalsozialismus. Sie ist die einzige Jüdin ihrer großen Familie, die den Krieg überlebt hat.

29.02.2016

ROMADAY 2016: Bündnis für Solidarität mit den Sinti und Roma Europas stellt Kampagne gegen Antiziganismus vor

 

Auf Initiative des Vereins RomaTrial und der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas hat sich in Berlin ein breites gesamtgesellschaftliches Bündnis für Solidarität mit den Sinti und Roma Europas gebildet. Mitglieder der Interessengemeinschaft sind mehr als 20 Organisationen aus Politik, Zivilgesellschaft und Kultur. Ziel des Bündnisses ist es, auf die fortwährende Diskriminierung der größten europäischen Minderheit aufmerksam zu machen.

 

»Der Rassismus, den Sinti und Roma europaweit im Alltag erleben, ist unerträglich. Und niemand schaut hin! Wir dürfen es nicht den Betroffenen selbst überlassen, auf den Antiziganismus und dessen teils existenzbedrohende Folgen hinzuweisen. Sondern wir als Mehrheit müssen diese Situation endlich öffentlich benennen, verurteilen und dagegen angehen«, so Uwe Neumärker, Direktor der Stiftung Denkmal, zur Gründung der Initiative.

 

Kern der Kampagne gegen Antiziganismus ist ein Aufruf mit fünf zentralen Forderungen an Politik, Medien und Öffentlichkeit. Der Aufruf ist ab sofort unter www.romaday.org verfügbar. Bürgerinnen und Bürger sind aufgerufen, die Forderungen zu unterzeichnen und sich so gegen die Ausgrenzung von Sinti und Roma auszusprechen. Die gesammelten Unterschriften sollen an Bundestags- und Europaparlamentsabgeordnete, Minister, den Bundespresserat sowie die Medien übergeben werden.

 

Im Rahmen einer Kundgebung anlässlich des ROMADAY am 8. April 2016 wird der Aufruf durch Arne Friedrich verlesen. Der ehemalige Fußballnationalspieler gründete nach seiner Karriere die »Arne-Friedrich-Stiftung«, die sich unter anderem für die Integration von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund einsetzt. Das Bündnis zu unterstützen, ist ihm ein wichtiges Anliegen, da insbesondere die Kinder der Minderheit unter dem Rassismus zu leiden hätten. Für diese Kinder bestehe jedoch ohne Bildung und Chancengleichheit keine Möglichkeit auf Integration.

 

Hintergrund



Roma und Sinti werden in Europa aufgrund jahrhundertealter Vorurteile diskriminiert. Dieser Rassismus hat in den vergangenen Jahren eine neue Dimension erreicht. Jüngstes Beispiel ist etwa der Angriff auf das Denkmal für die ermordeten Sinti und Roma, das im Oktober 2015 mit einem Hakenkreuz und dem Wort »Vergasen« beschmutzt wurde.

 

Infolge der aktuellen Debatten über das Bleiberecht von Flüchtlinge verschärft sich die Situation der nach Deutschland geflüchteten Roma akut. Nach Serbien, Mazedonien und Bosnien-Herzegowina wurden im vergangenen Herbst auch Albanien, das Kosovo und Montenegro als sichere Herkunftsstaaten eingestuft. Anträge von Asylbewerbern aus diesen Ländern werden als »offensichtlich unbegründet« abgelehnt. Die Lebenswirklichkeit der dortigen Roma wird dabei ausgeblendet: Diese ist bestimmt von Obdach- und Arbeitslosigkeit sowie Vertreibung. Roma werden teils nicht als Staatsbürger registriert, haben kaum Zugang zur Gesundheitsversorgung und werden aus dem Schulsystem ausgeschlossen. Nationalismus und Rassismus wenden sich in den Nachfolgestaaten Jugoslawiens in besonderem Maße gegen Roma. Sie fliehen aufgrund existenzbedrohender Ausgrenzung. In Deutschland ist diese Gruppe wiederum einem diskriminierenden Sonderverfahren ausgesetzt.

 

KUNDGEBUNG ANLÄSSLICH DES ROMADAY



8. April 2016, 12 Uhr, Simsonweg, 10577 Berlin
Reden u. a.: Aydan Özoğuz, Staatsministerin bei der Bundeskanzlerin und Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration; Soraya Post, Abgeordnete des Europäischen Parlaments; Dr. Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden; Zoni Weisz, Holocaustüberlebender

 

Informationen und Aufruf

www.romaday.org

 

Pressefotos und weiteres Pressematerial

www.romaday.org/presse