Orte der Erinnerung 1933-1945

Orte der Erinnerung 1933 - 1945

Gedenkstätten, Dokumentationszentren und Museen
zur Geschichte der nationalsozialistischen Diktatur
in Berlin und Brandenburg
22.07.2010

Trauer um Jaroslav Vrabec

Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, Presseinformation 27/2010
Oranienburg, 22. Juli 2010

 

Die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten trauert um den ehemaligen Häftling des Zuchthauses Brandenburg und des Konzentrationslagers Sachsenhausen, Jaroslav Vrabec. Wie erst jetzt bekannt wurde, verstarb Jaroslav Vrabec am 20. Juni 2010 im Alter von 89 Jahren in seiner Heimatstadt Ostrava (Tschechische Republik). Als Vertreter der Häftlinge des Zuchthauses Brandenburg in der NS-Zeit im internationalen Beirat der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten engagierte er sich seit April 2008 für die Schaffung einer zentralen Gedenkstätte in Brandenburg/Havel.


"Noch im April hat Herr Vrabec an den Veranstaltungen anlässlich des 65. Jahrestages der Befreiung in der Gedenkstätte Sachsenhausen teilgenommen und eine Woche später aus dem gleichen Anlass im ehemaligen Zuchthaus Brandenburg eine eindrucksvolle Ansprache gehalten", sagte Stiftungsdirektor Prof. Dr. Günter Morsch heute in Oranienburg. "Sein plötzlicher Tod ist für mich und die Mitarbeiter der Stiftung unfassbar und erfüllt uns mit tiefer Trauer", sagte Morsch.


Der 1921 in Doubrova in der damaligen Tschechoslowakischen Republik geborene Jaroslav Vrabec erlernte das Bäckerhandwerk. Weil er nach dem deutschen Einmarsch Informationen ins Ausland lieferte und Flugblätter verteilte, wurde er am 27. Oktober 1939 von der Gestapo verhaftet und 1940 vom Volksberichtshof in Berlin zu einer zweieinhalbjährigen Zuchthausstrafe verurteilt. Nach der letzten Haftstation 1941/42 im Zuchthaus Brandenburg wurde er nicht entlassen, sondern nach einem Aufenthalt im Polizeigefängnis Potsdam im März 1943 in das KZ Sachsenhausen überstellt. Am 5. Mai 1945 erlebte er auf dem Todesmarsch seine Befreiung. Bis zu seiner Pensionierung war er bei der Polizei, im Bergbau und als Kraftfahrer tätig.


Bei seiner Ansprache am 25. April 2010 in Brandenburg/Havel appellierte Jaroslav Vrabec an die Regierungen, die Gedenkstätten zu erhalten und finanziell angemessen auszustatten, damit junge Menschen aus den histo­rischen Erfahrungen seiner Generation für die Gegenwart lernen können. Er schloss mit den Worten: "Mein Appell geht auch an all die anderen Länder in der Europäischen Union, die von diesem Kapitel der Geschichte betroffen sind. Vergangenheit wird verdrängt, verzerrt und eingeebnet, selbst durch offizielle europäische Stellen. In manchen Ländern zeigt sich wieder offen nazistischer, rassistischer Hass. Dem gilt es entgegenzutreten. Das ist meine Botschaft an diesem Tag der Befreiung."



Verantwortlich:
Dr. Horst Seferens
Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten
Heinrich-Grüber-Platz I 16515 Oranienburg
T +49 3301 810920 I F +49 3301 810926
seferens(at)stiftung-bg.de I www.stiftung-bg.de

 

16.07.2010

Workcamps in Ravensbrück

Junge Freiwillige aus aller Welt lernen und arbeiten in der Gedenkstätte Ravensbrück

 

Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, Presseinformation 26/2010

Oranienburg, 16. Juli 2010

 

An diesem Sonntag beginnt in der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück die diesjährige Saison der Sommer-Workcamps. Im ersten Workcamp, das in Kooperation mit Norddeutsche Jugend im internationalen Gemeinschaftsdienst durchgeführt wird, werden sich zehn junge Menschen bis Ende Juli intensiv mit der Geschichte des Frauen-Konzentrationslagers beschäftigen, Archivrecherchen anstellen und Übersetzungsarbeiten leisten. Die Teilnehmer kommen aus Deutschland, Frankreich, Serbien, Spanien, Tschechien und Weißrussland

 

"Wir freuen uns sehr, dass sich wiederum so viele jungen Menschen aus aller Welt in den Workcamps für die Gedenkstätte Ravensbrück engagieren uns so die Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus wachzuhalten helfen", sagte der Leiter der Pädagogischen Dienste der Gedenkstätte, Dr. Matthias Heyl, heute in Fürstenberg. "Die Teilnehmer bereichern durch ihre Anwesenheit nicht nur die Arbeit der Gedenkstätte vor Ort, sie werden ihr Wissen über die Geschichte des Lagers Ravensbrück und über den heutigen Umgang auch in ihre Heimatländern tragen", sagte Heyl.

 

Noch bis Mitte September werden fünf weitere Workcamps folgen. Insgesamt werden daran 120 junge Menschen aus zahlreichen weiteren europäischen Ländern teilnehmen, die auch Pflegearbeiten in der Gedenkstätte durchführen und vor Ort in der Jugendherberge-Internationalen Jugendbegegnungsstätte Ravensbrück wohnen werden. Weitere Kooperationspartner sind der Verein "Mittendrin" aus Neuruppin, die Vereinigung Junger Freiwilliger, der Service Civil International, die Kolping-Jugend sowie die Teilnehmerinnen eines Frauen-Lesben-Transgender-Workcamps. Höhepunkte der Workcamps werden Begegnungen mit den Ravensbrück-Überlebenden Charlotte Kroll und Ilse Heinrich sein, die kürzlich für ihr Engagement als Zeitzeuginnen mit dem Verdienstorden des Landes Brandenburg ausgezeichnet wurden.

 

 

Verantwortlich:

Dr. Horst Seferens

Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten

Heinrich-Grüber-Platz I 16515 Oranienburg

T +49 3301 810920 I F +49 3301 810926

seferens@stiftung-bg.de I www.stiftung-bg.de

 

14.07.2010

Haus der Wannsee-Konferenz sucht Auskunftsassistent/in

Erinnern für die Zukunft – Trägerverein des Hauses der Wannsee-Konferenz e.V.
Am Großen Wannsee 56-58, 14109 Berlin

 

Bezeichnung:                       Auskunftsassistentin / Auskunftsassistent

 

Entgeltgruppe:                     3 (TVöD-VKA) zzgl. Leistungen gem. VBL oder VBLU

 

Besetzbar:                            ab 1. September 2010

 

Arbeitszeit:                          

Vollzeit mit Diensten an Wochenenden undFeiertagen (Wechselschicht)

 

Arbeitsgebiet:                      

Auskunftsassistentin/Auskunftsassistent an der Rezeption der Gedenkstätte Haus der Wannsee-Konferenz. Besucherbetreuung, Verkauf von Publikationen, Beaufsichtigung von Besuchern/Besucherinnen in den Ausstellungsräumen, Informationen adressatengerecht weitergeben, Vertretung des Hausmeisters, Überwachung der sicherheitstechnischen Anlagen (Videoüberwachungsanlage, EMA, BMZ), Aushilfstätigkeiten in der Mediothek.

 

Anforderungen:                   

Vorausgesetzt werden Teamfähigkeit, gute Umgangsformen, sicheres Auftreten sowie klare und verständliche sowohl mündliche als auch schriftliche Ausdrucksweise, Belastbarkeit, Ausgeglichenheit, englische oder französische Sprachkenntnisse wären von Vorteil. Wünschenswert: Berufserfahrung im Bereich Auskunftsassistenz.

 

Bewerbungen sind bis 5. August 2010 zu richten an: Haus der Wannsee-Konferenz, Gedenk- und Bildungsstätte, Personalabteilung, Am Großen Wannsee 56-58, 14109 Berlin.

 

Zur Vermeidung von Portokosten bei der Rücksendung verzichten Sie bitte auf die Übersendung von Originalunterlagen sowie Schnellheftern oder Sichthüllen.

 

13.07.2010

Gedenkstätte Ravensbrück sucht Exponate

Im Rahmen der Vorbereitungen für eine neue Hauptausstellung sucht die Gedenkstätte Ravensbrück Exponate zur Geschichte von Ravensbrück vor und nach 1945. Insbesondere werden Fotografien, Dokumente und Objekte benötigt, die das Leben in Fürstenberg in der Zeit des National­sozialismus thematisieren. Ein Kapitel in der Hauptausstellung soll das Wechselverhältnis zwischen der Stadt Fürstenberg und ihren Einwohnern auf der einen Seite und dem KZ Ravensbrück und der SS auf der anderen Seite behandeln. Gesucht werden darüber hinaus Materialien, die sich auf die sowjetische Nachnutzung des ehemaligen KZ-Geländes beziehen.


"Nachdem wir bereits in der Vergangenheit wichtige Ausstellungsstücke aus Fürstenberg und der Region bekommen haben, sind wir hoffnungs­voll, dass noch weitere interessante Exponate auf ihre Wiederentdeckung warten", sagte Gedenkstättenleiterin Dr. Insa Eschebach. "Wir bitten daher alle Menschen in Fürstenberg und Umgebung sehr herzlich, noch einmal genau in ihre Fotoalben und Familienarchive zu schauen, ob sich Hin­weise auf Ravensbrück finden. Jeder noch so unscheinbare Anknüpfungs­punkt ist wichtig für uns", sagte Eschebach. In der im März 2010 eröff­neten Ausstellung "Das 'Führerhaus': Alltag und Verbrechen der Ravens­brücker SS-Offiziere" ist beispielsweise eine von Häftlingen des KZ Ravensbrück gefertigte Strohtasche zu sehen, die ein Fürstenberger Verkäuferin in den 1940er Jahren von einem SS-Mann als Geschenk erhielt. Im Zellenbau wird ein ehemaliges Häftlingsbett ausgestellt, das ein Einwohner von Fürstenberg an die Gedenkstätte übergeben hat.

 

Derzeit arbeitet ein Projektteam an der Entwicklung der neuen Haupt­ausstellung, die 2012 im Erd- und Obergeschoss des ehemaligen Kommandanturgebäudes eröffnet werden soll. Sie wird die Geschichte des größten Frauen-Konzentrationslagers auf deutschem Boden erzählen. Thematisiert werden auch das Männerlager in Ravensbrück, das "Jugend­schutzlager Uckermark", das Siemenslager sowie die Geschichte der rund 40 Außenlager. Außerdem werden die Nutzung des KZ-Geländes durch die sowjetische Armee nach 1945 sowie die Erinnerung an das KZ Ravensbrück und seiner Opfer in ganz Europa dargestellt.

 

Hinweise auf Ausstellungsobjekte werden unter der Telefonnummer 033093-608 10 gerne entgegen genommen.

 

Presseinformation 24/2010 der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten

Oranienburg, 13. Juli 2010

 

Verantwortlich:

Dr. Horst Seferens

Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten

Heinrich-Grüber-Platz I 16515 Oranienburg

T +49 3301 810920 I F +49 3301 810926

seferens@stiftung-bg.de I www.stiftung-bg.de

09.07.2010

Sonderausstellung "Das Gesicht des Gettos"

Vom 23. Juni 2010 bis 3. Oktober 2010 wird im neu eröffneten Gebäude der Topographie des Terrors die erste Sonderausstellung präsentiert:
"Das Gesicht des Gettos. Bilder jüdischer Photographen aus dem Getto Litzmannstadt 1940--1944".